Beamtenkredite – niedrigere Zinsen dank sicherem Einkommen

Kredit Tilgung

Finanzdienstleister bieten Staatsdienern die sogenannten Beamtenkredite an. Anders als man auf den ersten Blick meint, handelt es sich bei Beamtenkrediten nicht um ein besonderes Finanzprodukt. Eigentlich sind die Kredite für Beamte ganz einfach Ratenkredite. Diese Kredite werden dementsprechend für eine bestimmte Laufzeit gewährt und monatlich in Raten wieder an das Kreditinstitut zurückgezahlt.

Wo Beamte im Vorteil sind: aufgrund des sicheren Einkommens – und damit des geringeren Risikos für die Bank – können sie Kredite oft zu niedrigeren Zinsen aufnehmen und erhalten gegebenenfalls auch längere Laufzeiten. Kein Wunder, denn die monatlichen Einkünfte und deren Entwicklung ebenso wie die Pensionen garantiert der Staat.

Beamtenkredite: alles auf einen Blick

  • Beamtenkredite sind herkömmliche Ratenkredite, die monatlich abbezahlt werden.
  • Sichere Einkünfte bzw. Pensionen sorgen oft für niedrigere Zinsen beim Beamtenkredit.
  • Auch Beamte sind gut beraten, Sondertilgungsmöglichkeiten zu nutzen.
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Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was macht einen Beamtenkredit aus?
  • 2. Günstigere Darlehen für Staatsdiener
  • 3. Angestellte im öffentlichen Dienst und Kredite für Beamte
  • 4. Gibt es Beamtenkredite wirklich nur für Beamte?
  • 5. Handelt es sich bei Beamtenkrediten und Beamtendarlehen um dasselbe Produkt?
  • 6. Beamtenkredite – wofür sollte man sie nutzen?
    • 6.1 Immobilienfinanzierung mit dem Beamtenkredit
    • 6.2 Autokauf für Beamte
    • 6.3 Beamtenkredit zur Schuldentilgung?
  • 7. Beamtenkredite bei Verschuldung
  • 8. Beamtenkredit beantragen – woran Sie denken sollten
      • 8.1 Wie man es machen sollte
  • 9. Ein guter Rat: Auf die Restschuldversicherung verzichten
    • 9.1 Sondertilgungen nutzen
    • 9.2 Auch für Beamte lohnt der Anbietervergleich
  • 10. Fazit zum Beamtenkredit

1. Was macht einen Beamtenkredit aus?

Ein Beamtenkredit ist, wie oben bereits beschrieben, einfach ein Ratenkredit. Allerdings ist er zugeschnitten auf die vergleichsweise sicheren Einkommensverhältnisse, wie sie bei Beamten gegeben sind. Wie bei allen Ratenkrediten erfolgt die Abwicklung über ein Darlehenskonto, die Rückzahlung erfolgt in monatlich immer gleichen Raten, einfach weil die Tilgung monatlich an die sinkende Zinsbelastung angepasst wird.

Ratenkredite für Angestellte und andere Privatleute können zweckgebunden sein, sind es aber für Beamte in der Regel nicht. Das heißt nichts anderes, als dass Beamte über den Kreditbetrag frei verfügen können – egal, ob er für die Anschaffung eines Autos, das Studium des Kindes oder eine Renovierung der Wohnung benötigt wird.

2. Günstigere Darlehen für Staatsdiener

Obwohl Beamte ganz einfach einen Ratenkredit in Anspruch nehmen, haben sie, was die Kreditzinsen angeht, einen Vorsprung vor anderen Kreditnehmern. Die Kosten für ein Darlehen werden nicht nur anhand der geplanten Laufzeit und der Höhe der aufgenommenen Summe berechnet. Auch die Bonität spielt eine Rolle. Banken nehmen, wenn sie Kredite vergeben, eine Risikoeinschätzung vor. Bei Beamten ist die Aussicht auf eine fristgerechte Rückzahlung des geliehenen Geldes vergleichsweise hoch, denn sie verfügen über ein gesichertes Einkommen und eine planbare Altersabsicherung. Dies beeinflusst die Einschätzung der Banken erheblich.

Selbst bei längeren Laufzeiten können Kreditgeber recht beruhigt sein, denn die Entwicklung der Besoldung eines Beamten lässt sich gut kalkulieren. Dafür sorgen die Besoldungsgruppen, die sich nach Dienstjahren richten. Das gleiche gilt für Krankenstände und Ruhestand – die Einkünfte eines Beamten sind überaus berechenbar. Und nicht zuletzt sind Beamte unkündbar! Durch diese Sicherheit und Bonität erklärt sich, warum gerade Beamte als Kreditnehmer für Banken überaus attraktiv sind und entsprechend umworben werden.

Wer allerdings erst am Beginn seiner Laufbahn steht und noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet ist, wird feststellen müssen, dass er – zumindest bei der Bank seiner Wahl – in der Regel noch nicht von den günstigen Bedingungen eines Beamtenkredits profitieren kann.

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3. Angestellte im öffentlichen Dienst und Kredite für Beamte

„Echte“ Beamtenstellen gibt es immer weniger. Das liegt daran, dass in vielen Bereichen frühere Beamtenstellen umgewandelt wurden und nunmehr mit Angestellten im öffentlichen Dienst besetzt werden. Zwar redet man oft noch vom „Schalterbeamten“, in der Realität sind frühere Beamtendomänen wie Sparkassen, Krankenkassen und einige Behörden inzwischen durchweg mit Angestellten besetzt. Auch Lehrer werden nicht mehr zwangsläufig verbeamtet. Zwar werden Angestellte im öffentlichen Dienst weniger großzügig entlohnt als Beamte, aber sie genießen einige Vorteile. Beispielsweise werden sie selten gekündigt und sind nach mehr als fünfzehn Jahren im öffentlichen Dienst ab einem Alter von 40 Jahren fast unkündbar. Das bietet den Banken ausreichende Sicherheit, so dass auch diese Gruppe oft einen Beamtenkredit in Anspruch nehmen kann.

Anders sieht es beispielsweise aus für alle, die zwar Staatsdiener im weitesten Sinne sind, aber eben nur befristet. Davon sind Akademiker mit befristeten Verträgen betroffen, aber auch befristet eingestellte Mitarbeiter in Behörden. Aufgrund ihrer prekären Beschäftigungssituation haben es solche Antragsteller bereits schwer, einen „normalen“ Kredit zu beantragen – von Beamtenkrediten ganz zu schweigen.

4. Gibt es Beamtenkredite wirklich nur für Beamte?

Nein – neben Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes können einige ganz spezielle Berufsgruppen in den Genuss solcher Kredite kommen. Selbst, wenn es sich um Freiberufler handelt! Zu den so Privilegierten gehören beispielsweise Ärzte. Sie beziehen ihre Einkünfte zu einem großen Teil von den (staatlichen) Krankenkassen und haben daher aus der Sicht der Banken eine gute Bonität.

Außerdem sind Notare gern gesehene Kreditnehmer, sind sie doch staatlich zugelassen mit einer genau geregelten Vergütung. Ebenso gern sehen Banken Freiberufler aus dem Finanzsektor, beispielsweise Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer. Natürlich ist jeder Bank überlassen, welche Tätigkeiten als ausreichend gesichert betrachtet werden, in Einzelfällen gehören dazu sogar Akademiker – wenn sie es denn zu einer festen Stelle gebracht haben.

5. Handelt es sich bei Beamtenkrediten und Beamtendarlehen um dasselbe Produkt?

Kredite für Beamte, also Ratenkredite zu teils günstigen Konditionen, sind eigentlich auch Darlehen. Banken gebrauchen beide Bezeichnungen größtenteils synonym, auch wenn bisweilen zwischen den Begriffen unterschieden sind. Das liegt daran, dass nicht jeder Kredit automatisch mit dem Verleih eines Geldbetrages verbunden ist. So existieren Kredite, bei denen die Bank lediglich bis zu einer bestimmten Summe für den Kreditnehmer bürgt, sofern dieser im Einzelfall nicht zahlungsfähig ist. Solche sogenannten Avalkredite stellen also kein Darlehen dar.

Weiter Möglichkeiten für einen Beamtenkredit ist die Kombination des Darlehens mit einer Lebensversicherung, eine Lösung, bei der der Beamte in eine Kapitallebensversicherung einzahlt, anstatt die Kreditschuld zu tilgen. Auf diese Weise wird beim Ableben des Kreditnehmers der Kredit getilgt und die Hinterbliebenen sind schuldenfrei. „Überlebt“ der Kreditnehmer die Laufzeit der Versicherung, so wird bei Fälligkeit aus dem Betrag zunächst der Betrag des Beamtenkredits getilgt, bleibt ein Restbetrag, wird dieser ausgezahlt.

6. Beamtenkredite – wofür sollte man sie nutzen?

6.1 Immobilienfinanzierung mit dem Beamtenkredit

Da Beamtenkredite nicht zweckgebunden sind, kann man sie vielseitig einsetzen. Beim Immobilienkauf oder bei der Baufinanzierung sollte man allerdings bedenken, dass er ohne Grundschuld auskommt und hier bei größeren Projekten ein spezielles Immobiliendarlehen eher zu empfehlen wäre. Bei kleineren Ausgaben sollte man sich aber die Mühe des Vergleichs machen – wenn es um Beträge bis zu 30.000 oder 40.000 Euro geht, ist die Zinsersparnis beim Beamtenkredit mitunter niedriger als die Gebühren, die für den Eintrag einer Grundschuld anfallen. Umgekehrt formuliert: ein Beamtenkredit ist oft unter dem Strich teurer als ein Kredit speziell für Immobilien. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass auch bei Immobiliendarlehen die Bedingungen für Beamte mitunter günstiger sind als etwa für Angestellte!

Wenn es aber genug Ersparnisse für eine weitgehende Finanzierung vorhanden sind und nur mit kleine Beträgen aufgestockt werden muss – dann lässt sich mit dem Beamtenkredit wirklich etwas sparen.

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6.2 Autokauf für Beamte

Ohne weitere Sicherheiten sind Beamtenkredite nicht nur bei Immobilien die bessere Wahl. Sofern es um die Anschaffung eines Autos geht, ist aber dieses selbst die Sicherheit und so sind spezielle Autokredite auch hier günstiger. Dennoch: auch beim Autokredit bekommen Beamte mitunter günstige Sonderkonditionen!

6.3 Beamtenkredit zur Schuldentilgung?

Auch Staatsdiener können in die Situation geraten, die Kreditkarte zu überziehen. Wer hier Schulden auflaufen lässt oder einen Überziehungskredit abtragen muss, kann mit einem Beamtenkredit die Schulden leichter abtragen, weil die Zinsen niedriger und die Raten immer gleich sind.

7. Beamtenkredite bei Verschuldung

Ein Beamtenkredit eignet sich recht gut, um Schulden abzutragen – solange sie überschaubar sind. Ist die Verschuldung zu hoch, ist selbst für einen Beamten noch lange nicht garantiert, dass eine Bank dem Kreditantrag stattgibt, vor allem bei Kunden, die hier bereits eine einschlägige Vorgeschichte haben. Auch Beamte kommen auf diese Weise zu einem Eintrag bei der Schufa, und das lässt die Aussichten auf den gewünschten Kredit schnell sinken. Benötigt man dennoch einen Kredit, obwohl man die erforderliche Bonität nicht vorweisen kann, gibt es Anbieter, die auch ohne den „Segen“ der Schufa Kredit geben. Wie es funktioniert? Die betreffenden Finanzdienstleister geben normale Ratenkredite. Diese laufen jedoch über eine ausländische Bank, die nicht auf einer Auskunft der Schufa besteht – möglich ist dies, weil die Schufa keine Behörde ist, sondern eine private Auskunftei, die hauptsächlich mit deutschen Unternehmen zusammenarbeitet.

Doch selbst in diesem Fall kommt man nicht um die Überprüfung der Bonität herum! Eine gravierende Verschuldung, die in keiner Proportion mehr zu den Einkünften steht, ist auch in diesem Fall ein Hindernis auf dem Weg zum Beamtenkredit.

8. Beamtenkredit beantragen – woran Sie denken sollten

Für Beamte gilt vor dem Kreditantrag trotz der günstigen Angebote, was auch bei Angestellten, Freiberuflern und anderen Kreditnehmern zutrifft. Der erste Schritt ist die Kalkulation der eigenen Finanzlage. Wer bereits über Ersparnisse verfügt, muss weniger Kredit aufnehmen. Falls es nicht ausgesprochen dringend ist mit dem Darlehen, ist vielleicht ein gezielter Vermögensaufbau über eine bestimmte Zeit die bessere Option.

Wenn es nun ein Kredit sein soll, gilt die nächste Frage der Höhe des Kredits. Jeder Kreditnehmer sollte gut durchrechnen, in welcher Höhe er Ratenzahlungen verkraften kann, und über welchen Zeitraum er dazu in der Lage ist. Höhere Raten sorgen für ein rasches Abtragen des Kredits, können aber bis dahin regelrecht „kneifen“. Niedrigere Raten ziehen die Tilgung hingegen in die Länge und beeinträchtigen andere, nachfolgende Finanzierungswünsche.

8.1 Wie man es machen sollte

  • Im ersten Schritt: clever rechnen. Wer schon über etwas Kapital verfügt, benötigt weniger Kredit!
  • Kreditrechner, wie sie im Internet zu finden sind, erlauben die Kalkulation der Laufzeit und Raten und geben eine Vorstellung davon, welchen Kredit man sich überhaupt leisten kann oder sollte.
  • Vor der Entscheidung empfiehlt es sich, die verschiedenen Anbieter aufmerksam zu vergleichen und so die günstigste und beste Lösung herauszufinden. Vergleichsportale helfen dabei – oft kann der Beamtenstatus hier angegeben werden.
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9. Ein guter Rat: Auf die Restschuldversicherung verzichten

Die sogenannte Restschuldversicherung scheint auf den ersten Blick eine gute Idee. Sie soll den Kreditnehmer absichern, falls er aus irgendeinem Grund die Raten nicht zügig abtragen kann – etwa durch Krankheit, Invalidität oder Arbeitslosigkeit. Nur: viele dieser Versicherungen sind im Ernstfall nicht anwendbar und verteuern ganz nebenbei den Kredit. Sinn macht eine derartige Versicherung, wenn mit dem Kredit der Hausbau finanziert wird. Doch wie bereits oben beschrieben, gibt es auch hier eine bessere Lösung, nämlich die Risikolebensversicherung, die im Todesfall wirksam wird und andernfalls möglicherweise nach der Tilgung des Kredits noch etwas abwirft.

9.1 Sondertilgungen nutzen

Wer die Möglichkeit hat, den Kredit durch Sonderzahlungen schneller abzutragen, sollte dazu von  Sondertilgungsmöglichkeiten Gebrauch machen – diese kostenlose Beschleunigung der Tilgung spart nämlich auch die Zinsen auf die so gezahlten Beträge und senken die Gesamtsumme des Darlehens.

9.2 Auch für Beamte lohnt der Anbietervergleich

Beamte erhalten zwar ihre Kredite zu günstigeren Konditionen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Angebote alle gleich sind. Auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn so lässt sich einiges sparen. Zahlreiche Vergleichsportale erlauben den umfassenden Vergleich von Anbietern für Ratenkredite. Wer nach Immobiliendarlehen oder Autokrediten sucht, wird bei speziellen Anbietern eher zu guten Konditionen fündig.

Dass die eigene finanzielle Situation gut durchkalkuliert und beim Kredit nicht zu hoch gegriffen werden sollte, wurde schon erläutert. Kreditrechner online sind ausgesprochen nützliche Tools, um den Kredit zu finden, der zu den eigenen finanziellen Möglichkeiten passt. Auch die Bonität – und gegebenenfalls die Bewertung durch die Schufa – sollte man prüfen. Was nicht jeder weiß: die Auskunft über die eigene Kreditwürdigkeit kann man einmal jährlich kostenlos bei der Schufa erfragen. Auf diese Weise lassen sich nämlich auch fehlerhafte Angaben rechtzeitig feststellen und können vor einem Kreditantrag korrigiert werden.

10. Fazit zum Beamtenkredit

Sogenannte Beamtenkredite sind nichts anderes als Ratenkredite – wenn auch mit besonderen Konditionen, die sich auf die sicheren Einkünfte von Beamten gründen. Sie werden nicht nur an Beamte, sondern auch an Angestellte im öffentlichen Dienst und einige andere Berufsgruppen vergeben. Allerdings sollte man vor dem Antrag prüfen, ob nicht Alternativen in Fragen kommen, so etwa bei Immobilienkrediten, die besonders bei größeren Beträgen günstiger sind als Beamtenkredite, oder auch bei Autokrediten.

Über den klassischen Beamtenkredit hinaus bekommen Staatsdiener ohnehin bei den meisten Finanzdienstleistern gute Konditionen.

Ratenkredite und damit auch Beamtenkredite bieten die meisten Banken an, aber auch regelrechte Kreditvermittler. Günstige Konditionen für Beamte gibt es natürlich bei den sogenannten Beamtenbanken, die spezielle Angebote für Beamte und oft auch Angestellte im öffentlichen Dienst auflegen. Manche dieser Kreditinstitute sind Aktiengesellschaften, andere hingegen sind Genossenschaftsbanken von Beamten für Beamte. Dazu zählen die Sparda Banken oder die PSD-Banken, die inzwischen der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Auch die Angebote der Versicherungsgesellschaften sollte man prüfen, besonders wenn ein Beamtenkredit mit einer Kapitallebensversicherung kombiniert werden soll.

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