Kredit für Auszubildende: Der Start ins Erwachsenenleben

Kredit für AuszubildendeAuszubildende merken schnell, dass sich das Leben mit dem relativ kleinen Gehalt nicht in voller Gänze genießen lässt. Doch neben dem Genuss gibt es auch notwendige Anschaffungen die anstehen. Einige Verwendungszwecke werden von den Kreditgebern unterstützt. Mal ist dafür ein Bürge notwendig, manchmal wird ein Kredit für Auszubildende auch ohne Bürgen bewilligt. Über die Kreditwürdigkeit kann auch die Bonität des Arbeitgebers entscheiden.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit für Auszubildende“ im Überblick:

  • Auszubildende müssen unter Umständen neben der eigenen Wohnung auch noch ausbildungsbedingte Investitionen tätigen.
  • Da die Kreditwürdigkeit oft nicht anhand des bisherigen Zahlungsverhaltens bemessen werden kann müssen andere Faktoren berücksichtigt werden.
  • Kreditinstitute bieten Auszubildenden meist günstigere Zinsen und flexiblere Ratentilgung an.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten für Kredite für Auszubildende? Unser Ratgeber zum Thema Kredit für Auszubildende verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Welche Anschaffungen einen Kredit erforderlich machen
  • 2. Die Kreditwürdigkeit von Auszubildenden
  • 3. Die Sonderkonditionen einiger Finanzdienstleister
  • 4. Auszubildende können Kredite aufnehmen

1. Welche Anschaffungen einen Kredit erforderlich machen

icon_KonditionenDie ganze Schulzeit hindurch träumt man von dem Moment, wenn endlich das erste Gehalt auf dem eigenen Konto ist. Ist der Moment gekommen, muss man feststellen, dass der Betrag nach Abzug der Steuern und Versicherungen, die das Erwachsenenleben nun mal so mit sich bringt, verdammt klein ist. Und das all die vielen schönen Dinge, die man sich davon kaufen wollte immer noch unfassbar teuer sind. So sind die neueste PlayStation oder das neueste Smartphone immer noch unerschwinglich und erfordern trotz täglicher Arbeit eisernes Sparen.

Und das sind die Dinge, die eigentlich gar nicht so dringend sind. Ziel war es, dass heimische Nest so schnell wie möglich zu verlassen und endlich eine eigene Wohnung zu beziehen. Hier stellt sich nicht nur die Frage nach den Mietpreisen, sondern auch nach der Grundausstattung der Wohnung mit Möbeln, Hausrat und Elektrogeräten. Wie kann man all das mit einem Ausbildungsgehalt möglichst schnell finanzieren?

Glück haben diejenigen, die ein paar edle Spender für die erste Wohnungseinrichtung finden. Großeltern, Onkel und Tanten stiften gerne das ein oder andere aussortiert Möbelstück und Haushaltsgerät. Doch da droht oft das nächste Problem. Der Ausbildungsplatz ist sehr weit von der Wohnung entfernt liegt, da man sich die Miete in anderen Wohnvierteln nicht leisten kann. Nun wäre ein Auto die optimale Lösung.

Ein kurzer Finanzcheck offenbart das unglaubliche: Es ist tatsächlich machbar sich von dem Ausbildungsgehalt die monatlich anfallenden Unkosten für Sprit, Kfz-Versicherung und –Steuer und sogar noch eine Ratenzahlung zu leisten. Spätestens jetzt sollte man sich allerdings Fragen, ob ein Auszubildender überhaupt einen Kredit gewährt bekommt. Und inwiefern der Zweck für eine Zusage entscheidend ist.

Gründe, die einen Kredit erforderlich machen

Anschaffungen während der Ausbildung

2. Die Kreditwürdigkeit von Auszubildenden

icon_StudentZunächst muss ein Kreditnehmer das 18. Lebensjahr erreicht haben und damit voll geschäftsfähig sein. Mit Abschluss eines Ausbildungsvertrages ist das Gehalt für die nächsten 2-3 Jahre kalkulierbar und damit auch der Kreditrahmen gesteckt. Alles was darüber hinaus geht kann und wird kein verantwortungsbewusster und seriöser Kreditgeber gewähren. Ob allerdings innerhalb dieser Zeit ein Kredit gewährt wird, ist nicht gesagt. Den Kreditgebern ist bewusst, dass sich der Auszubildende in dieser Lebensphase erst zurechtfinden muss.

Der Auszubildende verdient sein erstes eigenes Geld von dem er Versicherungen, Miete und Nebenkosten zu leisten hat. Dies kann gerade zu Beginn zu finanziellen Engpässen führen, da viele Erfahrungswerte fehlen. Der erste Wocheneinkauf im Supermarkt übersteigt das eingeplante Haushaltsgeld. Der Abend in der Kneipe war teurer als gedacht. Die Schuhe waren zwar runter gesetzt, aber trotzdem teuer. Und nun kann man niemanden um einen Taschengeld-Vorschuss bitten. Das spricht nicht unbedingt für einen Kredit.

Das sind Erfahrungen, die viele wahrscheinlich gemacht haben, aber nicht unbedingt jeder machen muss. Entschließt sich ein Kreditgeber trotz aller Zweifel dazu dem Auszubildenden einen Kredit zu gewähren, sichert er sich jedoch zumeist über einen Bürgen ab. Dies können die Eltern, Großeltern oder andere Familienmitglieder sein. Da die Kreditsumme bei Auszubildenden noch als überschaubar gilt, tritt hier auch nicht die Sittenwidrigkeit in Kraft. Und zur Not sind das auch die Personen, die den Taschengeld-Vorschuss zahlen.

Gründe für eine Bürgschaft bei Auszubildenden

Auszubildende benötigen oft einen Bürgen

Trotz Bürgen kann es sein, dass der Kreditgeber trotzdem noch die Bonität des Arbeitgebers prüft. Von dessen Gehaltszahlungen ist schließlich abhängig, ob eine monatliche Rückzahlung des Kredits gewährt werden kann. Befindet dieser sich des Öfteren in Zahlungsschwierigkeiten ist auch der Kredit gefährdet. In dem Fall kann dann auch ein Bürge nicht mehr helfen.

Hier ist jedoch zu beachten, dass Kreditanträge von Fall zu Fall entschieden werden können. So kann auch ein Kredit für Auszubildende ohne Bürgen gewährt werden, wenn der Auszubildende einen ordentlichen Verwendungszweck für den Kredit angibt. Diese Fälle müssen mit dem Bankberater durchgesprochen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Kredit für einen PC, der im Zuge des schulischen Ausbildungsteils zwingend angeschafft werden muss, entscheidet ein Bankberater anders, als bei einem Kredit für eine zehn Meter breite Sofaecke.

Und hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen: Verantwortungsvolle Kreditgeber wollen Verschuldung des Auszubildenden vermeiden. Ob sie sich dabei nun tatsächlich einer sozialen Verantwortung verpflichtet sehen oder ob sie in einer Verschuldung junger Menschen nicht auch einen gesamtwirtschaftlichen Schaden sehen, muss an dieser Stelle nicht näher untersucht werden. Fakt ist, dass Kreditinstitute Kredite an Auszubildende mit und ohne Bürgen nur vergeben sollten, wenn ein tatsächlicher Bedarf vorliegt.

Generell kann die Kreditwürdigkeit einer Person an ihrem Einkommen, der Dauer des Arbeitsverhältnisses und des bisherigen Zahlungsverhaltens ausgemacht werden. Bei Auszubildenden über 18 Jahre trifft aber aufgrund ihres kleinen Erfahrungsschatzes ein besonderer Fall zu. Hier wird auch immer der Verwendungszweck hinzugenommen um den Auszubildenden vor Verschuldung zu schützen. Ein Kredit für Auszubildende ohne Bürgen ist nicht zwingend zum Scheitern verurteilt.

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3. Die Sonderkonditionen einiger Finanzdienstleister

icon_ChecklisteEin wirtschaftlicher Schaden kann den Banken durch die Verschuldung von Auszubildenden auch insofern drohen, da Azubis die Großinvestoren von Morgen sind. Machen sie bereits in jungen Jahren schlechte Erfahrungen bei einer Bank, kann sie das ihr Leben lang prägen und als potenziellen Kunden vergraulen. Daher bieten diejenigen, die den Auszubildenden einen Kredit anbieten zumeist Sonderkonditionen an.

Diese Sonderkonditionen äußern sich zumeist durch besonders günstige Zinsen, sind aber oft an bestimmte Zwecke gebunden. Das Zehn-Meter-Sofa wird man mit solch einem Kredit immer noch nicht finanziert bekommen, dafür aber Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Bildung kostet den Arbeitgeber, den Staat und leider auch den Auszubildenden.

Des Weiteren weisen die Kredite eine höhere Flexibilität in der Ratenzahlung auf als die meisten Ratenkredite. Dies liegt nicht an den oben bereist aufgeführten Fehleinschätzungen des Einkommensumfangs, sondern an den Unvorhersehbarkeiten des Lebens. Prüfungsgebühren, eine Neuauflage des Pschyrembel oder eine kaputte Waschmaschine können unerwartete Löcher ins Budget reißen, die Auszubildende mit geringem Einkommen besonders hart treffen.

Kreditgeber betreiben mit diesen Maßnahmen „Kundenpflege von Kindesbeinen an.“. Auch wenn sich kein Auszubildender mehr als Kind betrachtet, sind sie zumindest auf dem Finanzmarkt noch unerfahren. Es wäre übertrieben zu behaupten, dass die Kreditgeber den Auszubildenden bei der Hand nehmen und sie langsam in die Finanzwelt hineinführen. Aber zumindest bieten sie ihnen durch diese „in Watte gepackte“ Finanzierungsmöglichkeit erste Erfahrungen mit Schulden und Ratenzahlungen zu machen ohne gleich um ihre Existenz bangen zu müssen.

Die Sonderkonditionen erhalten Auszubildenden bei den meisten Kreditinstituten nur bis zum 27. Lebensjahr. Alle Auszubildenden, die in fortgeschrittenen Jahren eine Ausbildung absolvieren, müssen zu den marktüblichen Konditionen einen Kredit aufnehmen. Sollte es sich jedoch um den ersten Kredit handeln der bei der Hausbank aufgenommen werden musste, so sind mit Sicherheit noch ein paar aus Kulanz gewährte Sonderkonditionen drin.

4. Auszubildende können Kredite aufnehmen

icon_FazitAuch als Auszubildender ist es möglich einen Kredit zu erhalten. Grundvoraussetzung ist die Volljährigkeit. Im Grunde genommen spricht die Tatsache, dass ein Arbeitsvertrag von 2 bis 3,5 Jahre besteht für die Kreditwürdigkeit. Hier ergeben sich allerdings Probleme im zugeschriebenen Verantwortungsbewusstsein der Auszubildenden. Diese Hürde kann mit Bürgen überwunden werden.
Ob mit oder ohne Bürgen sind Kreditvergaben vom Verwendungszweck abhängig. Konsumkredite werden von kaum einem Kreditgeber gewährt. Bildungskredite, die zum Zwecke der Aus- und Weiterbildung genutzt werden erfordern manchmal noch nicht mal einen Bürgen.

Zwischen 18 und 27 Jahren werden Auszubildenden zudem Sonderkonditionen bei der Kreditvergabe gewährt. Dies dient nicht nur dem Auszubildenden, sondern auch dem Kreditgeber durch eine erhoffte Kundenbindung.

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