Kredit für Existenzgründer: So nähern Sie sich ihrem Traum!

Kredit für ExistenzgründerIm Internet gibt es eine Fülle an Ratgebern für Existenzgründer.

Doch im Grunde sind die Ratschläge alle ähnlich: Man muss einen ausgereiften Business-Plan beim Bankgespräch vorweisen.

Denn ein Kredit ist mehr als nur Geld. Er ebnet den Weg eine Vision umzusetzen.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit für Existenzgründer“ im Überblick:

  • Es gibt mehrere Selbstständigkeiten, die direkten Einfluss auf die Höhe der Kreditsummen, Laufzeiten und staatlichen Zuschüssen haben.
  • Die acht Komponenten eines Business-Plans sollten während der Vorbereitung beachtet werden.
  • Das Bankgespräch entscheidet über die Kreditvergabe, daher ist eine gute Vorbereitung notwendig.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten für Kredite für Existenzgründer? Unser Ratgeber zum Thema Kredit für Existenzgründer verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Um welche Form der Selbstständigkeit handelt es sich?
  • 2. Der Business-Plan: Der erste Schritt in die Selbstständigkeit
  • 3. Das Bankgespräch: Gute Vorbereitung ist alles
  • 4. Das Fazit: Nicht jede Bank erkennt eine gute Geschäftsidee

1. Um welche Form der Selbstständigkeit handelt es sich?

icon_VerbrauchertippsSelbstständigkeit zeichnet sich im groben dadurch aus, dass man nicht in einem abhängigen Arbeitsverhältnis zu jemandem oder etwas steht. Selbstständige haben eine eigene Entscheidungsfreiheit und können über das Arbeits- und Betriebsmaterial frei Verfügen. Zudem können Sie Mitarbeiter beschäftigen und Werbung nach eigenem Ermessen betreiben. Des Weiteren gehört zur Selbstständigkeit die Verwaltung des Betriebskapitals, welches zu Beginn meistens über Kredite realisiert wird bis die ersten Einnahmen kommen. Zu unterscheiden sind im Detail verschiedene Selbstständigkeiten, die Einfluss auf das Kreditvolumen und die Kreditwürdigkeit haben können.

Auflistung von vier Existenzgründungs-Möglichkeiten

Vier Möglichkeiten der Existenzgründung

Es gibt die Möglichkeit eine Firma mit einem oder mehreren Partnern zu gründen. Auf diesem Weg wird die Verantwortung auf verschiedene Personen aufgeteilt. Mit Verantwortung ist nicht nur die moralische Verpflichtung gegenüber den Arbeitnehmern, sondern auch die wirtschaftliche Verpflichtung gegenüber den Gläubigern gemeint. Wie die Aufteilung der Zuständigkeiten im Einzelnen aussieht, ist von Branche zu Branche und Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Sicherlich sollte hier der Lebensweisheit: „Schuster bleib bei deinen Leisten!“ Folge geleistet werden, sodass jeder Partner sich, sofern möglich, in seinem Fachgebiet austobt.

In diesem Fall fordern die meisten Kreditgeber von den Geschäftsführern Sicherheiten. In der Praxis spielt es dann auch keine Rolle mehr, ob es sich bei dem Unternehmen um eine OHG, eine GbR oder eine GmbH handelt. Die Geschäftsführer werden bei der Kreditvergabe nach Möglichkeit mit ihrer persönlichen Habe in Haftung genommen, auch um ein unnötiges Risiko durch Spekulationen zu vermeiden.

icon_vorlage_musterEine weitere Möglichkeit der Existenzgründung ist es einen bestehenden Betrieb zu übernehmen. Dies ist nicht nur für Erben innerhalb einer Familie möglich, sondern auch für langjährige Mitarbeiter oder Außenstehende. Hier besteht der entscheidende Vorteil, dass bereits ein funktionierender Kundenstamm besteht. Bei gut laufenden Geschäften werden Kreditgeber weniger zögern, großzügige Kredite zu gewähren. Natürlich werden auch hier nicht nur die Bücher des Geschäfts, sondern auch Leistungsnachweise des Kreditnehmers geprüft. So soll verhindert werden, dass zum Beispiel ein Metzgermeister einen funktionierenden Elektrobetrieb übernimmt und in die Insolvenz führt.

Ein Mix aus den zuvor genannten Modellen ist die Beteiligung an einer Firma. Hier sind zum Einen das erfolgreiche Bestehen eines Betriebes und zum Anderen die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Gesellschafter oder Geschäftspartner gegeben. Beides kann die Entscheidung für einen Kredit beschleunigen. Die Suche nach weiteren Beteiligten kann in einer notwendigen Vergrößerung der Betriebskapazitäten begründet sein. Ein weiterer Grund kann die anstehende Rente eines anderen Beteiligten sein, der sich langsam aus den Geschäften zurückziehen wird. Auch diese Angabe wird bei einer Kreditantragsprüfung vermutlich aufkommen.

Eine andere Art der Selbstständigkeit ist der Franchisenehmer. Er übernimmt ein bereits bestehendes und erfolgreich etabliertes Konzept und begibt sich in die wirtschaftliche Eigenverantwortung. Im Gegensatz zu der oben definierten Entscheidungsfreiheit muss der Franchisenehmer sich an bestimmte Vorgaben halten. Die finanzielle Verantwortung trägt er jedoch ganz allein.

Die Existenzgründung kann mit einem oder mehreren Partnern erfolgen, die Übernahme eines Betriebs bedeuten, die Beteiligung an einer Firma meinen oder ein Franchisenehmer sein. Die Art entscheidet über Kreditvolumina, Laufzeiten und Zuschüsse durch öffentliche Mittel.

2. Der Business-Plan: Der erste Schritt in die Selbstständigkeit

Das A & O für Kreditgeber ist das Geschäftskonzept. Hier kann der potenzielle Kreditnehmer beweisen, dass seine Geschäftsidee gut durchdacht und alle Eventualitäten abgewogen wurden. Sprich: Er kann an dieser Stelle zeigen, dass er zu verantwortungsbewusstem und vorausschauenden Handeln in der Lage ist.

Im groben sollte der Businessplan folgende Komponenten abdecken:

Auflistung von acht Komponenten zur Aufstellung eines Business-Plans

Die Komponenten eines Business-Plans

Die Geschäftsidee muss gut durchdacht sein und sollte kritischen Hinterfragungen standhalten. Der Schuldner muss anderen vermitteln können, worin der Mehrwert für den Verbraucher liegt. Alt eingesessene Handwerksberufe werden dabei weniger Mühe haben, als kreative und innovative Geschäftsideen.

Um einen Betrieb oder eine Firma führen zu können, müssen die persönlichen Voraussetzungen stimmen. Es ist wichtig, dass zum Einen die nötigen Kenntnisse zur Umsetzung der Geschäftsidee vorhanden sind und zum Anderen die nötigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse um auch alle erforderlichen kaufmännischen Maßnahmen ergreifen zu können. Hier müssen auch bereits bestehende finanzielle Verpflichtungen in Form von Unterhaltszahlung, Ablösung von Krediten, usw. offen gelegt werden.

icon_KonditionenDie Punkte Markteinschätzung und die Wettbewerbssituation überschneiden sich in einigen Bereichen. Man sollte sich und auch den Kreditgebern ein Bild darüber zeichnen können, warum die Geschäftsidee Erfolg haben könnte. Dazu zählen überzeugende Argumente bezüglich der der Einschätzung von Kunden, sowie erste Marketingpläne um auf sich aufmerksam zu machen. Die Wettbewerbssituation sucht nach Konkurrenz auf dem Markt und ob der Bedarf am Markt bereits abgedeckt ist. So werden Kreditgeber kaum finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, wenn die fünfte Bäckereifiliale in einem 100 Meter-Areal eröffnet werden soll. Hier ist dann von der sprichwörtlichen Marktsättigung die Rede.

Ebenso sollte der Business-Plan eine genaue Aufzählung der benötigten Maschinen, Geräte und Materialien enthalten, die für einen erfolgreichen Start von Nöten sind. Für den Fall, dass der Arbeitsbeginn die Einstellung von Personal notwendig macht, müssen deren erforderliche Qualifikationen ebenfalls aufgeführt werden.

Der Standort ist, wie bei der Bäckereifiliale aufgezeigt, von entscheidender Bedeutung. Dies betrifft nicht unbedingt die Dichte an Konkurrenzunternehmen, sondern auch die Anbindung an die Infrastruktur oder Rohstoffversorgung. Hier ist von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Faktoren den idealen Standort ausmachen.

Der Punkt Zukunftsaussichten befasst sich mit der realistischen Einschätzung des Kreditnehmers und dem Plan B im Falle des schlimmsten Falls der Eintreten kann. Hier lassen sich verschiedene Szenarien durchspielen, die nichts mit Schwarzmalerei zu tun haben. Der Kreditgeber muss sich sicher sein, dass der Kreditnehmer gewillt ist das geliehene Geld zurückzuzahlen.

Die Rechtsform entscheidet über einige steuerliche und rechtliche Konsequenzen. Diese sind für Kreditgeber wichtig, da sie die Kreditnehmer richtig einschätzen müssen. Daher sollte sich gerade bei Partnerschaften im Vorfeld genauestens überlegt werden, welche Person welche Aufgaben zu erfüllen hat.

Des Weiteren zeugt es von einer guten Vorbereitung, wenn die zukünftigen Geschäftsleute ein klares Bild darüber haben welche Genehmigungen sie für die Aufnahme des Betriebs benötigen, welche Versicherungen sie abschließen können, müssen oder dürfen und welche Gewerbeflächen für die Aufnahme des Betriebs von Nöten sind.

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3. Das Bankgespräch: Gute Vorbereitung ist alles

icon_ChecklisteIn dem Bankgespräch wird der Business-Plan in verbalisierter Form dem Kreditgeber vorgebracht. Hier gilt es auf ganzer Linie zu überzeugen. Sicher gibt es einige, die der bloße Gedanke, vor anderen Menschen reden zu müssen, stark verunsichert. Da kann die Idee noch so gut sein, die Angst siegt. In einem ersten Schritt muss zunächst ein Beratungstermin mit der Bank vereinbart werden. Hier sollten Termine bei mehreren Banken vereinbart werden. Dies ermöglicht Vergleiche zwischen den Kreditangeboten. Außerdem ist es durchaus möglich, dass die Geschäftsidee nicht jedem Kreditgeber zusagt.

Ist der Business-Plan aufgestellt und alle „Wenn“ und „Abers“ durchgespielt, kann es helfen das Gespräch im Vorfeld zu üben. Ein bisschen Routine vermittelt Sicherheit, die gerade bei dem Versuch zu überzeugen von Nöten ist. Während des Gesprächs muss das Ziel im Auge behalten werden. Auch das wird durch frühzeitiges Üben trainiert. Bei Unsicherheiten verhaspelt man sich sonst leicht und schweift vom Thema ab. In einem Bankgespräch sollte das nicht passieren.

Die wenigsten Schuldner gehen in diesen Termin und sind vollkommen frei von Zweifeln. Natürlich muss man sich mit einem gesunden Menschenverstand fragen, ob die Geschäftsidee denn wirklich so eine unschlagbar gute Idee ist. Aber während des Gesprächs dürfen diese Zweifel nicht siegen. Öffentliche Förderungen können nur beantragt werden, wenn bereits ein Kreditantrag gestellt wurde. Macht der Kreditnehmer Anspielungen auf diese Fördermittel beweist er bereits, dass er sich gut informiert und vorbereitet hat, insbesondere wenn wirtschaftliche Argumente, wie Zinseinsparungen vorgebracht werden.

Egal um welche Rechtsform es sich handelt, der Kreditgeber wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auf Sicherheiten bestehen. Da ist es sinnvoll sich im Vorfeld zu überlegen, was als Sicherheit herhalten kann und wie viele Sicherheiten man für den Fall der Fälle zurückbehalten sollte. Ein gewisses Verlustrisiko besteht schließlich überall.

4. Das Fazit: Nicht jede Bank erkennt eine gute Geschäftsidee

icon_FazitGeschäftsideen sind vom subjektiven Empfinden geprägt. Gute Vorbereitung ist grundsätzlich erforderlich und bringt den Existenzgründer schon mal einen entscheidenden Schritt näher. Im Vorfeld sollte man sich mit allen Eventualitäten auseinandersetzen und Lösungen dafür entwickeln.

Zudem spielen zwischenmenschliche Wahrnehmungen eine große Rolle. Ein Bankberater kann aus unterschiedlichen Gründen voreingenommen sein. Seine eigenen Lebenserfahrungen spielen hier genauso eine Rolle, wie das Verfolgen bestimmter Geschäftspraktiken, die von oben vorgegeben werden.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das natürlichste aller menschlichen Selektionsprinzipien: Das „sich nicht riechen können“. So unglaublich, aber trotzdem wahr kann dieser Urinstinkt das Zünglein an der Waage sein. Gerade Kreditverträge beruhen auf Vertrauen. Das ist nur schwer möglich, wenn man sein Gegenüber nicht mag.

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