Wie wird der Kredit in der Elternzeit beeinflusst?

Kredit oder DebitkarteDie Geburt eines Kindes bringt viel Verantwortung mit sich, auch in finanzieller Hinsicht. Abgesehen von den Kosten, die ein neuer Erdenbürger mit sich bringt, müssen auch bestehende Kredite weiterhin finanziert werden. Dies kann unter Umständen zu empfindlichen Einschränkungen führen, da das Elterngeld nur einen Teil des vorherigen Bruttolohns abdeckt. Trotzdem ist die Elternzeit nicht zwingend mit einer Fastenzeit gleichzusetzen.


Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit in der Elternzeit“ im Überblick:

  • Die Elternzeit beträgt 36 Monate und kann auf die ersten acht Lebensjahre verteilt werden.
  • Bestehende Kredite müssen weiter finanziert werden, oft können die Raten jedoch für einen kurzen Zeitraum gesenkt werden.
  • Neue Kredite können abgeschlossen werden, sofern die Kreditwürdigkeit gewährleistet ist.
  • Ist genügend Kapital und Einkommen vorhanden, kann auch weiterhin konsumiert werden.
  • Bei der Finanzierung von Baby-Grundausstattungen hilft im Notfall der Staat.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten von Krediten in der Elternzeit? Unser Ratgeber zum Thema Kredit in der Elternzeit verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Wie ist die Elternzeit geregelt?
  • 2. Was geschieht mit bestehenden Krediten?
  • 3. Können neue Kredite abgeschlossen werden?
  • 4. Fazit: Auch in der Elternzeit kann konsumiert werden

1. Wie ist die Elternzeit geregelt?

icon_VerbrauchertippsDer Gesetzgeber hat bislang noch keine genaue Definition erlassen, was Elternzeit eigentlich ist. Der Arbeitgeber ist verpflichtet der Elternzeit zuzustimmen. Diese Zeit wird beiden Eltern eingeräumt, um sich um die Erziehung des Kindes zu kümmern. Die Elternzeit steht allen Personen zu, denen das Personensorgerecht angetragen wurde. Das bedeutet, dass die leiblichen Eltern, die Adoptiveltern, die Großeltern und auch Pflegeeltern ein Anrecht auf Elternzeit haben.

Auch, wenn man mit Kindern aus früheren Beziehungen zusammenlebt besteht theoretisch ein Anspruch auf Elternzeit. Grundsätzlich kann in dem Moment, da ein noch nicht drei Jahre altes Kind mit im Haushalt lebt ein Anspruch auf Elternzeit geprüft werden. Besteht kein Personensorgerecht muss jedoch die Zustimmung einer sorgeberechtigten Person erfolgen.

Um die Elternzeit zu gestalten gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gilt, dass die Eltern einen Anspruch auf Elternzeit bis zum dritten Lebensjahr des Kindes haben. Diese kann auf zwei Jahre verkürzt werden um dann bis zum achten Lebensjahr noch einmal zwölf Monate Elternzeit zu nehmen. Auch sind beide Elternteile berechtigt, diese Zeit in Anspruch zu nehmen, solange in Summe nicht 36 Monate überschritten werden.

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet den Arbeitnehmer für diese Zeiten freizustellen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Elternzeit für die Erziehung des Kindes und nicht für weiterbildende Maßnahmen in Vollzeit genutzt wird. Vor Beginn der Elternzeit sollte gegebenenfalls beiden Arbeitnehmern die Elternzeitplanung vorgelegt werden. Diese dient als Orientierung, darf im Laufe der Zeit aber auch weiter angepasst werden.

Beispielhaft sind einige Elternzeitmodelle im Folgenden aufgeführt:

  • Beide Eltern bleiben im ersten Lebensjahr zu Hause und teilen die restlichen zwölf Monate untereinander auf um zum Beispiel die Ferienzeiten der Kindergärten abdecken zu können.
  • Nur ein Elternteil nimmt die vollen 36 Monate Elternzeit in den ersten drei Jahren.
  • Beide Elternteile nehmen jeweils 18 Monate Elternzeit nacheinander.
  • Ein Elternteil nimmt zwei Jahre Elternzeit und der andere Elternteil splittet die zwölf Monate innerhalb dieser Zeit. Hier sollte aus Gründen der Fairness der Arbeitgeber mit in die Planungen einbezogen werden, da das, je nach Arbeitsstelle, einen enormen organisatorischen Aufwand mit sich bringen kann.
Die Elternzeit teilten sich Mutter und Vater gleichermaßen

Ein mögliches Elternzeit-Modell

In dieser Berechnung dürfen die acht Wochen Mutterschutz nach der Geburt und gegebenenfalls der bezahlte Sonderurlaub für den Vater nicht vergessen werden. Wie es sich damit genau verhält fragen Sie am besten beim Betriebsrat des Unternehmens oder externen Beratungsstellen nach. Hinweise darauf finden sich auch in Tarif- und Arbeitsverträgen.

Beide Elternteile und andere Personen, denen das Personensorgerecht angetragen wurde, dürfen, sofern sie die Haushaltführung mit dem Kinde teilen, in Elternzeit gehen. Der Rahmen der Elternzeit beträgt 36 Monate. Wie die Elternzeit genau ausgestaltet wird, liegt im Ermessen der Eltern.

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2. Was geschieht mit bestehenden Krediten?

icon_gebuehrenSieht man sich das klassische Familienbild an haben wir Vater, Mutter, Kind, ein Haus mit Garten und ein Auto. Dieses Idyll hat aber auch im Vorfeld schon einige Investitionen mit sich gebracht. Für das Haus mit Garten werden die meisten einen Kredit aufgenommen haben.

Seit dem 01.01.2013 gibt es eine neue Regelung in Sachen Elterngeld. Hiernach können monatlich 300 bis 1.800 Euro Elterngeld bezogen werden. Die Höhe dieses Geldes berechnet sich anhand des Bruttogehalts der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Wie hoch das Elterngeld genau ist kann mit Hilfe sogenannter Elterngeldrechner, unter anderem auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, berechnet werden.

Gerade bei jungen Paaren besteht die Möglichkeit im Vorfeld die Tilgungsraten flexibel zu gestalten. Mit Sondertilgungen tun sich die meisten Kreditanbieter eher schwer, doch eine vorübergehende Senkung der monatlichen Raten wird in den meisten Fällen bereits einkalkuliert. Der gesunde Menschenverstand lässt bereits auf darauf schließen, dass ein junges Paar, welches ein Haus baut über kurz oder lang eine Familie mit Kindern gründet. In den meisten Fällen wird dann ein Gehalt wegfallen.

Heutzutage ist es bereits so, dass die meisten Familien die Berufstätigkeit beider Elternteile in ihre Finanzplanung mit einkalkuliert haben. Um Kredite bedienen zu können, sind zwar kurze Zahlungsminderungen während der Elternzeit eingeplant, längerfristig werden aber beide Elternteile zur Erwerbstätigkeit genötigt. Dies wird ihnen dank Kindertagesstätte und Einrichtungen für Ganztagsbetreuung versucht zu ermöglichen.

Doch oftmals scheitert die Theorie an der Praxis und andere Betreuungsoptionen in Form von privaten Ganztagsmüttern müssen in Anspruch genommen werden. Die Mehrkosten werden nur zum Teil unterstützt und so kann es trotz akribischer Planung zu Zahlungsausfällen kommen. Hier sollte frühzeitig das Gespräch mit dem Kreditgeber gesucht werden. Es besteht ein beiderseitiges Interesse daran, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nachkommen kann.

Mögliche Ausfälle von Ratenzahlung aufgrund Elternbedingter Arbeitsausfälle

Kurzfristige Zahlungsausfälle werden oft geduldet

Notfalls lässt sich die Bank sogar auf Umschuldungen ein. Hierauf zu Spekulieren ist allerdings ein wenig kurzsichtig. Mit einer Umschuldung, die im Interesse des Kreditnehmers erfolgt, fährt der Kreditgeber zwangsläufig Verluste ein. Des einen Lust, des anderen Frust. Wahrscheinlicher ist es da, dass die Tilgungen für einen bestimmten Zeitraum gestundet werden und nur noch monatliche Zinszahlungen erfolgen müssen.

3. Können neue Kredite abgeschlossen werden?

icon_vorlage_musterDie Geburt eines Kindes ist wunderschön und nicht nur mit wahnsinnig vielen Emotionen, sondern auch ebenso vielen Kosten verbunden. Es müssen Kinderwagen, Kinderautositze, Babybettchen, Wickelkommoden und Babykleidung angeschafft werden. Dazu kommt noch das neue Auto, da in den Großstadtflitzer natürlich nicht der Kinderwagen, die Wickeltasche und der Kinderautositz hineinpassen.

Um es mal mit den Worten von Jupp Schmitz und Kurt Feltz zu sagen: „Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Geld? …“ Da bleibt einem oft nur der Kleinkredit. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die Kreditwürdigkeit der Eltern für einen Kleinkredit ausreichend ist. Immerhin wird in dieser Zeit unter Umständen nur ein Elternteil noch volles Gehalt beziehen. Der andere Elternteil erhält nur das oben erwähnte Elterngeld, welches in jedem Fall einen Einschnitt bedeutet. Auch zuzüglich des Kindergeldes von 184 bis 215 Euro pro Kind, je nach Anzahl der Kinder, die monatlichen Einkünfte unter den Gehaltszahlungen der letzten Monate liegen.

Wurden in der Vergangenheit genügend Rücklagen gebildet um einen Großteil der Neuanschaffung finanzieren zu können, wird der Kreditgeber sich leichter von der Rückzahlungsmoral überzeugen lassen und einen Kleinkredit gewähren. Die Kreditlaufzeit wird die 14 Monate, in denen das Elterngeld gezahlt wird vermutlich nicht übersteigen.

Steht der Alleinverdiener mit seinem Gehalt gut dar, wird natürlich auch frisch gebackenen Eltern ein Immobilienkredit in Form eines langfristigen Darlehens gewährt. Es zählt allein die Tatsache, dass der Kredit am Ende der Laufzeit abbezahlt sein muss. Ob er nun von ein oder mehreren Personen bezahlt wird, ist dem Kreditgeber egal. Ansonsten hätte es in den letzten 50 Jahren, in denen es zum guten Ton gehörte, dass die Frau daheim den Haushalt führte keine Immobilienkredite gegeben.

Die Kreditwürdigkeit ist nicht von der Elternschaft, sondern vom Zahlungsverhalten abhängig. Daher können auch während der Elternzeit Kredite abgeschlossen werden, solange der Kreditgeber den Eltern genügend Bonitäten zuspricht.

4. Fazit: Auch in der Elternzeit kann konsumiert werden

icon_FazitNatürlich kann an dieser Stelle nicht pauschalisiert werden. Es ist möglich, dass Eltern aufgrund des gekürzten Einkommens keine Kredite während der Elternzeit bewilligt bekommen. Soll das Geld für den Kauf der Erstausstattung verwendet werden, gibt es Hilfe vom Staat.

Auch Alleinverdiener sind grundsätzlich dazu in der Lage eine Familie und einen Kredit zu finanzieren. Ansonsten hätte das klassische Familienbild nicht bereits seit so langer Zeit bestand. Trotzdem rechnen immer mehr junge Familien die Gehälter beider Eltern in ihre Finanzplanungen mit ein. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Eltern nach Ablauf ihrer Elternzeit in den Beruf zurückmüssen.

Wie die finanzielle Unterstützung von Staat und Arbeitgeber da genau aussieht, kann in den Broschüren des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend genauer nachgelesen werden. Zudem werden auch Beratungsgespräche persönlich oder am Telefon angeboten.

Die Geburt eines Kindes bedeutet nicht den Verlust einer finanziellen Perspektive oder das Ende des Konsums. Allein schon, weil der Konsum die Wirtschaft fördert, ist auch der Staat daran interessiert die Wirtschafts- und Konsumfähigkeit junger Familien zu fördern.

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Kredit in der Elternzeit: Was ist zu beachten?
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