Kredit kündigen: Das müssen Sie beachten!

Kredit oder DebitkarteDer Wille einen Kredit zu kündigen, ist oftmals schnell gegeben.

Bevor der Kreditnehmer diesen Schritt jedoch in die Tat umsetzt muss er sich der Konsequenzen bewusst sein.

Einen Kreditvertrag zu kündigen, kann weitreichendere Folgen haben als das Kündigen eines Handyvertrags.

 

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit kündigen“ im Überblick:

  • Kündigungen von Krediten können von Scheidung, Arbeitsplatzwechsel, einer veränderten Lebenssituation oder sinkenden Marktzinsen motiviert sein.
  • Je nach Darlehensform greifen unterschiedliche gesetzliche Kündigungsfristen. Diese können zudem vertraglich ersetzt werden.
  • Das Muster für eine Kündigung kann als Vorlage verwendet werden.

Doch was für Möglichkeiten bestehen für die Kündigung des Kredites? Unser Ratgeber zum Thema Kredit kündigen verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Vier Gründe für eine Kündigung
  • 2. Welcher Kündigungsschutz besteht bei welchem Darlehen?
    • a) Das Darlehen dauert länger als die Zinsbindung
    • b) Darlehen mit variablem Zins
    • c) Ein langfristiges Darlehen mit einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren
    • d) Das Darlehen ist durch eine Hypothek gesichert
    • e) Verbraucherdarlehensverträge
  • 3. So kündigen Sie in 3 Schritten ihren Kreditvertrag
  • 4. Das Fazit: Kündigungen erfordern Vorbereitung

1. Vier Gründe für eine Kündigung

icon_kuendigungIm Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Es gibt Entscheidungen die weitreichende Konsequenzen haben können.

Sollte der Fall eintreten, dass eine Scheidung bevorsteht kann das Haus zumeist von einem allein nicht mehr gehalten werden, da die Tilgungsraten nicht mehr geleistet werden können.

Doch auch, wenn die Beziehung zum Lebenspartner Bestand hat, kann die Beziehung zum Arbeitgeber manchmal unerwartete Wege gehen. Arbeitsplatzwechsel, ob aufgrund von Kündigung oder Versetzung, können den Verkauf des Eigenheims zur Folge haben. Nur wenige können sich im Falle eines notwendigen Umzugs das Haus als Zweitwohnsitz erlauben. In diesem Fall scheint es aus Sicht des Kreditnehmers sinnvoll den Kreditvertrag zu kündigen Kredite, die nicht mehr benötigt werden, brauchen schließlich auch nicht mehr bedient werden.

Dann gibt es natürlich auch noch die Sparfüchse unter den Schuldnern. Im Angesicht sinkender Kreditzinsen treibt ihnen der Anblick der eigenen veralteten Kreditkonditionen die Schweißperlen auf die Stirn. Bei jeder zu leistenden Ratenzahlung rechnen sie sich aus, wie viel sie bei einem Kredit mit aktuellen Zinssatz sparen könnten – und überlegen, was sie sich von dem Geld alles Leiten könnten. Über kurz oder lang werden sich dies Schuldner neue Angebote reinhalten, Erkundigungen bezüglich des Kündigungsrechst einholen und ein Gespräch mit dem Bankberater suchen. Nichts nagt so sehr am Ego eines Sparers, wie das Gefühl übervorteilt zu werden.

Ein anderer Grund für die Kündigung kann die Veränderung der Lebenssituation sein, die kürzere oder längere Laufzeiten des Kredits bedingen. So kann der Tod des Partners neben der emotionalen Belastung auch zu finanziellen Einbußen führen. Ebensolche Konsequenzen kann auch der Beginn der Familienplanung haben, da zumeist das Gehalt eines Partners wegfällt. Dieses Szenario wird in der Regel jedoch im Vorfeld berücksichtigt wird in die Laufzeiten miteinkalkuliert. Zudem gibt es inzwischen zahlreiche Kreditmodelle, die potenzielle Änderungen der Lebenssituation mit einkalkulierten. Hier sind Sondertilgungen möglich im Falle unerwarteter Finanzspritzen und niedrigere Tilgungsraten, wenn das Budget mal knapp wird.

Vier mögliche Kündigungsgründe für einen Kredit

Mögliche Gründe einen Kredit zu kündigen

Die Kündigung eines Kredits kann aus unterschiedlichen Gründen zur Debatte stehen. Scheidung, Arbeitsplatzwechsel, veränderte Lebenssituationen und auch der Marktentwicklung können den Schuldner zu solchen Überlegungen bewegen.

2. Welcher Kündigungsschutz besteht bei welchem Darlehen?

Die BaFin, das ist das Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterscheidet in verschiedene Kredit-, bzw. Darlehensformen mit jeweils unterschiedlichen Regelungen hinsichtlich des Kündigungsschutzes.

a) Das Darlehen dauert länger als die Zinsbindung

icon_KonditionenDiese Form des Darlehens ist allgemein gebräuchlich. Böse Zungen mögen hier behaupten, dass es sich bei den niedrigen Anfangszinsen nur um Lockangebote handelt. Dass nach einer gewissen Zeit eine Anpassung an den Marktzins stattfindet, hatte in der Vergangenheit auch Vorteile für den Kreditnehmer. Denn nach den Vereinbarungen, die im Kreditvertrag festgelegt sind, können die Zinssätze nach Ablauf der Zinsbindung sogar sinken.

Generell können solche Verträge innerhalb der Zinsbindung nicht gekündigt werden. Nach Ablauf der Zinsbindung greift jedoch § 489 Absatz 1 Nr. 1 BGB und der Kreditnehmer kann den Vertrag mit einer einmonatigen Kündigungsfrist aufkündigen. Sind im Vorfeld jedoch anderweitige Vereinbarungen getroffen worden – sowohl bei Vertragsabschluss oder kurz vor Ende der Zinsbindung ist die obige Kündigungsfrist hinfällig.

b) Darlehen mit variablem Zins

In Zeiten höher Marktzinsen und den damit verbundenen teuren Krediten, ist die Versuchung groß auf Kredite mit variablen Zinssätzen zurückzugreifen. Getreu dem Motto „Schlimmer geht’s nimmer!“ werden diese Kredite mit dem Hintergedanken abgeschlossen, bei der Aussicht auf niedrigere Zinsen zu wechseln. Diese Möglichkeit wird sogar durch den Gesetzgeber unterstützt. Prinzipiell liegen die Kündigungsfristen hier nämlich laut §489 Absatz 2 BGB bei drei Monaten.

c) Ein langfristiges Darlehen mit einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren

Diese Darlehensvereinbarungen werden vor allem beim Bau oder Kauf von Immobilien vereinbart, da die Kreditlaufzeiten hier enorm lang sind. Im Grunde genommen ähnelt dieser Vertrag der Form aus dem Unterpunkt a), nur dass die Laufzeiten hier länger sind. Dies spiegelt sich auch in den gesetzlichen Vereinbarungen zum Kündigungsschutz wieder. Laut BaFin greift hier §489 Absatz 1 Nr. 2 BGB. Nach dem Ablauf der Zinsbindung – zehn Jahre oder mehr – hat der Kreditnehmer eine Kündigungsfrist von sechs Monaten einzuhalten. Bei Absicherungen durch Hypotheken oder Grundschuld gelten gegebene Bestimmungen ebenfalls.

d) Das Darlehen ist durch eine Hypothek gesichert

icon_VersicherungenInnerhalb dieser zehn Jahre ist es dem Kreditnehmer im Falle von grundschuld- oder hypothekengesicherten Darlehen jedoch nicht möglich, diese Kreditverträge zu kündigen. Ausnahmen bilden hier sogenannte außergewöhnliche Vorkommnisse, bei denen die Objekte auf denen die Hypothek der die Grundschuld läuft veräußert werden müssen, können oder wollen. Das so etwas passiert kann mit Erbstreitigkeiten, Scheidungen oder unrechtmäßiger Beleihung bei anderen Gläubigern zusammenhängen.

Mit dem Verlust der Absicherung verliert auch der Kreditvertrag seien Gültigkeit – zum Nachteil des Kreditnehmers. Die nun erfolgte Aufkündigung kann mit empfindlichen Strafen, wie Vorfälligkeitsentschädigungen einhergehen. Daher ist gerade bei durch Grundschuld und Hypotheken abgesicherten Immobilienkrediten immer Vorsicht geboten. Sollte der Schuldner in eine finanzielle Schieflage geraten sein, ist es auf keinen Fall empfehlenswert, einig irgendwelche Entscheidungen zu treffen.

Ein Gespräch mit dem Bankberater oder einem unabhängigen Finanzberater kann Licht ins Dunkle bringen. Oftmals tun sich hier Möglichkeiten auf, an die der Otto-Normal-Verbraucher gar nicht denkt.

e) Verbraucherdarlehensverträge

Bei der fünften Darlehensform handelt es sich um Verbraucherdarlehensverträge gemäß § 491 BGB. Das bedeutet vor allem, dass sie nicht durch ein Grundpfandrech gesichert sind. Es gibt auch Darlehen, für die keine Laufzeiten vereinbart wurden. Hier sind lediglich monatliche Zinszahlungen zu leisten und die Kredite können regelmäßig oder je nach Budget abgezahlt werden. Die Kündigungsfrist kann bis zu einem Monat betragen.

Sind Laufzeiten und Ratenkredite vereinbart ist eine vorzeitige Kündigung zwar generell möglich, darf eine Vorfälligkeitsentschädigung durch den Kreditgeber berechnet werden.

Auch hier gibt es Rahmenbedingungen durch den Gesetzgeber. In § 502 BGB ist aufgeführt, wie sich die Vorfälligkeitsentschädigung berechnen lässt. Des Weiteren wurde festgelegt, dass sie 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages nicht überschreiten darf. Beträgt die Differenz zum vereinbarten Rückzahlungszeitpunkt weniger als ein Jahr, so darf die Vorfälligkeitsentschädigung nicht mehr als 0,5 Prozent betragen.

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Ein Beispiel:

Die Kreditsumme beläuft sich auf 200.000 Euro über 25 Jahre. Angenommen nach zwölf Jahren sei nur noch 100.000 Euro abzuzahlen. Will der Kreditnehmer den Kredit sofort begleichen, muss zu der offenen Kreditsumme noch der Zinsbetrag und eine Vorfälligkeitsentschädigung von maximal 1000€ geleistet werden.

Wird selbiger Kredit erst nach 24 Jahren gekündigt, muss die offene Kreditsumme von im einfachsten Fall 800 Euro zuzüglich der ausstehenden Zinsen und eine Vorfälligkeitsentschädigung von maximal 4 Euro entrichtet werden.

Unter § 502 Abs. 2 BGB sind die Voraussetzungen aufgeführt, unter denen die Entrichtung einer Vorfälligkeitsentschädigung hinfällig werden. Diese betreffen vor allem die Schriftform des Kreditvertrages oder fehlende Angaben im Kreditvertrag.

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass alle oben erwähnten Fristen nur solange rechtskräftig sind, wie keinerlei anderen Vereinbarungen getroffen wurden. Laut deutscher Rechtsprechung handelt es sich bei Kreditgeschäften um Schuldrechtsverhältnisse, die frei gestaltbar sind, solange sei nicht gegen geltendes Recht, zum Beispiel das Wuchergesetz § 138 Ab. 1 Nr. 1 BGB verstoßen.

3. So kündigen Sie in 3 Schritten ihren Kreditvertrag

Bei der Kündigung eines Vertrages müssen zwingend folgende Punkte Berücksichtigung finden:

  • Name und Kontaktdaten des Kreditnehmers
  • Name des Kreditgebers
  • Datum der Kündigung
  • Bezeichnung des Vertrages / Kreditkontonummer

Sind Sie sich unsicher bezüglich der korrekten Ansprache und flüssigen Formulierung, können Sie folgendes Formular als Vorlage nehmen:

Das Muster für die Kündigung

Schnell und einfach den Kredit kündigen

Dieses Formular können sie sich in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren, die entsprechenden Stellen ausfüllen und ausdrucken. Sie können das Muster für die Kündigung als Vorlage und Vordruck nutzen.

4. Das Fazit: Kündigungen erfordern Vorbereitung

icon_FazitOb der Aufwand eine Kündigung durchzuführen sinnvoll ist, ist in erster Linie abhängig vom Grund der Kündigung. Soll der Kredit aufgrund eines plötzlichen Geldsegens gegen die Vertragsvereinbarungen gekündigt werden, muss abgewogen werden, ob die eventuell fälligen Vorfälligkeitsentschädigungen in Relation zum Vorteil eines ausgezahlten Kredites wirklich vorteilhaftig sind oder ob das Anlegen des Geldes in Kapitalanlagen mehr Sinn ergibt.

Ebensolche Überlegungen müssen bei einem Wechsel von Kreditverträgen in Erwägung gezogen werden. Hier kann mit Hilfe von Tabellen der Gesamteffektivzins verglichen werden. In ihm sind nicht nur die Zinsen und Tilgungsraten enthalten, sondern auch sämtliche zusätzlichen Gebühren.

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