Kredit nach Restschuldbefreiung möglich? Prinzipiell ja!

Kredit nach RestschuldbefreiungDie meisten Deutschen haben davon gehört, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen eine Insolvenz anmelden können. Doch was genau das bedeutet, welche Kriterien erfüllt sein müssen und inwiefern sich die Insolvenzen von Privatpersonen und Unternehmen unterscheiden, dürfte den wenigsten klar sein.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit nach Restschuldbefreiung“ im Überblick:

  • Restschuldbefreiung befreit einen privaten Kreditnehmer von dem Rest seiner Zahlungsverpflichtungen.
  • Privatinsolvenz tritt ein, wenn die monatlichen Belastungen das monatliche Einkommen übersteigen.
  • Bis zur Rehabilitation kann es 10 Jahre dauern.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten für Kredite nach einer Restschuldbefreiung? Unser Ratgeber zum Thema Kredit nach Restschuldbefreiung verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was wird unter Restschuldbefreiung verstanden?
  • 2. Die rechtlichen Regelungen bei Privatinsolvenz
  • 3. Das Konsumverhalten ändern
  • 4. Das Fazit: Mit Geduld zum nächsten Kredit

1. Was wird unter Restschuldbefreiung verstanden?

icon_VerbrauchertippsDie Formulierung Restschuldbefreiung kann mit „Private Insolvenz“ oder der im Volksmund gebräuchlichen Formulierung „den Finger heben“ übersetzt werden. Die angefallenen Schulden übersteigen das Einkommen in dem Maße, das ein Begleichen der Schuld unter den gegebenen Bedingungen unmöglich erscheint.

In der Privatinsolvenz kann man wiederum in zwei Arten unterscheiden: Das erste ist die Regelinsolvenz, die bei privaten Personen greift. Die Verbraucherinsolvenz beschreibt die Restschuldbefreiung ehemals selbstständiger Personen. Der Kreditnehmer ist in beiden Fällen hoffnungslos überschuldet. Die monatlichen Ratenzahlungen, um die angelaufenen Kredite zu finanzieren, können vom Einkommen nicht mehr gedeckt werden. Unternehmer riskieren bei einer verschleppten Insolvenz empfindliche Haftstrafen. Dies kann im Falle einer Privatinsolvenz nicht passieren.

Trotzdem scheuen sich viele Menschen davor diesen Weg zu gehen, da sie alles offen legen müssen. Gerade Menschen, die unverschuldet, in solche Situationen kommen, leiden sehr darunter die Gläubiger nicht mehr bedienen zu können. Sie sehen die Zahlungsunfähigkeit als Schande an und rutschen durch diese zum Teil fehlplatzierte Scham weiter in den Schuldensumpf.

Die Gründe für eine drohende Privatinsolvenz sind weniger Vielfältig, als man meinen möchte. Häufigste Ursache sind Arbeitslosigkeit oder Erkrankungen. Das Gehalt bleibt aus und die Schulden können nicht mehr beglichen werden. Zu der belastenden Arbeitslosigkeit kommt dann auch noch die Zahlungsunfähigkeit.

Ein moderneres Problem ist der unkontrollierte Konsum, der bereits 18 oder 19-Jährige, die gerade erst am Beginn ihres wirtschaftlichen Schaffens stehen, in die Überschuldung treibt. Gerade Mobilfunkverträge reißen unvorhergesehene Löcher in die Haushaltskasse, die möglicherweise durch die Ausschöpfung des Dispo-Kredits zu überteuerten Konditionen gestopft werden. Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf.

Selbstständige kommen aufgrund von ausbleibenden Zahlungen ihrer Kunden auch des Öfteren in finanzielle Nöte. Gerade wenn größere Unternehmen Insolvenz anmelden, sind davon auch oft kleinere Zulieferer betroffen, die aufgrund der ausstehenden Forderungen gleich mit in die Insolvenz rutschen. Deshalb ist eine Insolvenzverschleppung bei Unternehmen auch strafbar. Ein weiterer Punkt kann auch eine fehlgeschlagene Bürgschaft sein. Hier wird der Bürge aufgrund des Versagens anderer in die Insolvenz getrieben. Ein Grund, weshalb sich beide Seiten eine Bürgschaft gut überlegen sollten.

2. Die rechtlichen Regelungen bei Privatinsolvenz

icon_ChecklisteRechtliche Grundlage der Insolvenz ist die Insolvenzordnung. Hier werden in 359 Paragraphen allgemeine, wie auch Sonderfälle geregelt, um möglichst viele Eventualitäten einzuschließen. Das Ziel ist es, Gläubigern zu ihrem Recht zu verhelfen.

Die Restschuldbefreiung umfasst 22 Paragraphen. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick zu dem Thema.

Wird ein Antrag auf Restschuldbefreiung beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt, wird die Insolvenz ca. 1 Jahr geprüft. In diesem Verfahren werden alle noch vorhandenen Vermögensgegenstände, monatliches Einkommen und sonstige verwertbare Gegenstände in die Insolvenzmasse überführt und vom Insolvenzverwalter zu Geld gemacht.

Objekte mit wenig materiellem Wert und der Hausrat bleiben dem Schuldner erhalten. Ist es nicht möglich genügend liquide Mittel (Geld) zusammenzubekommen, um neben den Kosten des Insolvenzverfahrens auch die Gläubiger anteilsmäßig zu befriedigen, wird das Insolvenzverfahren mangels Masse eingestellt.

Privatinsolvenz droht, wenn die Schulden das Vermögen übersteigen.

Das Abwägen von Vermögen und Schulden

Der Insolvenzverwalter bemüht sich dann also nicht darum, vorhandene Vermögenswerte zu verkaufen, da die Ansprüche der Gläubiger damit nicht befriedigt werden könnten. Das heißt nicht, dass der Schuldner nun auf seinen Schulden sitzen bleibt. Es folgt der Beschluss, dass sämtliche offenen Forderungen, das heißt Gehaltszahlungen, Einkünfte aus selbstständiger Arbeit oder möglicherweise auch Rentenbezüge durch einen Treuhänder zu verwalten sind.

icon_gebuehrenDieser verwaltet die Schulden des Schuldners und bedient die Gläubiger im Verlauf der nächsten Jahre. Allgemein schließen sich an das eine Jahr der Insolvenz sechs Jahre der Wohlverhaltensphase an. In dieser Zeit werden vornehmlich Schulden beglichen und es können keine neuen Schulden aufgebaut werden.

Seit 2014 gibt eine Lockerung bezüglich der Wohlverhaltensphase. Sollte es dem Schuldner gelingen innerhalb von drei Jahren 35 Prozent seiner Schulden und die Verfahrenskosten zu begleichen, wird er vorzeitig aus der Wohlverhaltensphase entlassen und kann einen wirtschaftlichen Neuanfang wagen.

Am Ende der Wohlverhaltensphase findet die Entscheidung statt, ob die Restschuldbefreiung genehmigt wird. Hier wird nicht nur das Verhalten während der Wohlverhaltensphase, sondern auch die letzten fünf Jahre vor dem Insolvenzantrag näher durchleuchtet. In § 290 InsO sind die genauen Kriterien festgehalten, wann eine Restschuldbefreiung zu versagen ist. Im Falle der Genehmigung werden die Schulden restlos gestrichen und die Restschuldbefreiung in ihrer eigentlichen Bedeutung wird vollzogen.

Grafik zeigt, dass es bis zur Rehabilitation sieben Jahre dauern kann

Die Dauer bis zur vollkommenen Rehabilitation

Die Schufa-Einträge werden erste drei Jahre nach Restschuldbefreiung gelöscht. Allerdings sollte man sich als ehemaliger Schuldner nichts vormachen. Die Gläubiger halten den Tatbestand länger nach und werden den wirtschaftlichen Neuanfang vermutlich nicht unterstützen. Deshalb kann es unter Umständen passieren, dass Kreditinstitute, Warenhäuser oder Lieferanten eine weitere Zusammenarbeit rigoros ablehnen.

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3. Das Konsumverhalten ändern

icon_VergleichIn der Regel können Schuldner ihre Geschäfte nach einer Pause von sieben bis zehn Jahren wieder uneingeschränkt ausführen. Die Frage ist nur, ob sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Selbst Schuldner, die unverschuldet durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit zur Insolvenz gezwungen waren, können mit ein paar Kniffen zukünftige Katastrophen vermeiden.

Mit ein paar Tricks, lässt sich bereits im Alltag bares Geld sparen. Hierzu zählt in erster Linie die tägliche Versorgung mit Lebensmitteln. So ist es wesentlich günstiger, sich die Zutaten für ein belegtes Brot beim Bäcker, Metzger und Gemüsehändler zu holen, als bereist das Gesamtpaket zu kaufen. Ebenso sieht es mit den warmen Mahlzeiten oder auch den süßen Zwischenmahlzeiten aus.

Möglichkeiten im Alltag Geld zu sparen

Einsparungspotentiale im Alltag

Ein weiterer Einsparungsfaktor ist die Energie in Form von Warmwasser, Heizung und Strom. Über das Jahr macht es sich bereits bemerkbar, wenn der Kühlschrank nicht länger offen ist, als unbedingt nötig. Der Backofen, kann bereits dank Restwärme ein paar Minuten eher ausgeschaltet werden.

Im Winter darf man im Haus auch dicke Socken und einen Pullover anziehen. Es ist vollkommen ausreichend die Zimmertemperatur auf 22 °C zu halten. Es darf jedoch gerade bei den heimischen Wassersystemen auf keinen Fall beim Erhitzen des Wassers gespart werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich lebensgefährliche Keime festsetzen und vermehren.

Zudem lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich von Telekommunikations-, Strom- und Versicherungsanbietern. Hier können jährlich mehrere Hundert Euro eingespart werden. Ebenso sollte das eigene Girokonto regelmäßig auf Abbuchungen geprüft werden. Mitgliedschaften sind zu hinterfragen und die Notwendigkeit von Abonnements auf den Prüfstand zu stellen.

Natürlich lebt man nur einmal und man kann nicht sein ganzes Leben lang sparen. Aber man sollte sich doch bewusst machen, wie viel Geld man jährlich unnötigerweise verbraucht. Oftmals sind es nur kleine Dinge, die es zu ändern gilt um große Summen einsparen zu können. Gerade in Zeiten finanzieller Engpässe sind solche Gedankengänge empfehlenswert.

Im Internet findet man hierzu viele Tipps und Tricks. Nicht alle sind sinnvoll, aber mit ein bisschen Hausverstand sollten die wahren goldenen Regeln herausgefiltert werden können. Und gerade in puncto selber kochen, kann man nicht nur seine Geldbörse schonen, sondern auch seine Lebensqualität verbessern. Gemeinsames Kochen fördert zudem den Zusammenhalt, was gerade in Krisenzeiten hilfreich sein kann.

4. Das Fazit: Mit Geduld zum nächsten Kredit

icon_FazitZusammenfassend ist festzuhalten, dass die Restschuldbefreiung nicht das Ende des wirtschaftlichen Lebens darstellt. Es ist eher als eine Chance für einen wirtschaftlichen Neuanfang zu sehen. Mit etwas Geduld und kontrolliertem Handeln haben Schuldner die Möglichkeit neue Kredite aufzunehmen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Restschuldbefreiung bei grobem Fehlverhalten und Fahrlässigkeit versagt werden kann.

Unter Umständen kann die Dauer der Privatinsolvenz verkürzt werden. Hierfür ist eine Menge guten Willens, Disziplin und Arbeitseifer gefragt. Mit Hilfe kleiner Tricks kann oft auch im Haushalt genügend Geld eingespart werden, um den Schuldenberg zu bezwingen. Nach maximal zehn Jahren, wenn auch die letzten negativen Schufa-Einträge gelöscht sind, können Schuldner neue Kredite aufnehmen und beweisen, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

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