Kredit News Juni 2018: Sind steigende Zinsen in Sicht?

Kredit NewsZur Jahresmitte stellt sich die Frage, ob es in diesem Jahr noch zu einem Anstieg der Zinsen kommen könnte. Die jüngsten Meldungen der EZB lassen durchaus auf eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit schließen. Die Europäische Zentralbank kündigte Mitte Juni an, dass sie im Dezember ihr besonders in Deutschland höchst umstrittenes Anleihenkaufprogramm beenden wird. Ab Mitte 2019 könnte es dann erstmals seit Jahren zu einer Erhöhung des Leitzinssatzes kommen.

 

Inhaltsverzeichnis

  • Sparzinsen weiterhin niedrig
  • Zinsanstieg noch 2018 möglich?
    • Anzeichen für Zinsanstieg mehren sich
  • Noch keine Zinserhöhungen in Europa
    • Kurswechsel bei der EZB
    • Situation in Südeuropa entspannt sich
    • Rohölpreise zeigen Stabilisierung
  • Faktoren gegen Zinserhöhung
    • Inflation Hindernis für die EZB
    • Höhere Zinsen mit negativen Folgen für Südeuropa
    • Wirtschaft wächst langsamer
  • Zinsen bei Autokrediten weiterhin sehr niedrig
    • Kredite im Durchschnitt bei 15.000 Euro
    • Effektiver Jahreszins geht seit 2012 zurück
    • Unterschiede innerhalb von Bonitätsklassen
  • Fazit: Möglicherweise steigende Zinsen in Sicht

Sparzinsen weiterhin niedrig

Die Sparzinses sind noch immer sehr niedrig. Daher stellt sich für Sparer die Frage, ob sich eine Geldanlage in Fest- oder Tagesgeld in diesem Jahr noch lohnen könnte. Sparern stellt sich dabei die Frage, ob sich die Sparzinsen in diesem Jahr noch erhöhen werden. Aktuell sind sie aufgrund der niedrigen Leitzinsen noch immer auf einem Rekord-Tiefstwert. Seit Ende 2008 senkte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen immer weiter bis sie 2016 bei 0,0 Prozent angelangt waren. Auf diesem Tiefstand verharrt der Leitzinssatz bis heute. Dies hat auf Sparer große Auswirkungen. Nicht nur auf Sparkonten, sondern auch auf Tages- und Festgeldkonten sind die Guthabenzinsen noch immer sehr niedrig. Wer allerdings einen Kredit aufnehmen möchte, kommt aufgrund der niedrigen Zinsen in den Genuss einiger Vorteile.

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Zinsanstieg noch 2018 möglich?

Könnten trotz dieser Ausgangslage die Zinsen noch in diesem Jahr steigen? Für Geldanlagen auf Spar- oder Tagesgeldkonten stiegen die Zinsen zuletzt Ende 2015 leicht an.Diese Entwicklung wurde jedoch durch die Festlegung des Leitzinses auf 0,0 Prozent im März 2016 gestoppt. Die Sparzinsen sanken in der Folge vor allem bei Tagesgeld bis zum Beginn des Jahres 2018 immer weiter. Damit sind Tagesgeldkonten für Sparer noch immer sehr unattraktiv. Die Zinsen auf Festgeld stiegen zuletzt im Sommer 2016 leicht an, gingen dann jedoch bis April 2018 ebenfalls stetig nach unten.

Anzeichen für Zinsanstieg mehren sich

Dennoch mehren sich derzeit die Anzeichen, dass es noch in diesem Jahr zu einem Zinsanstieg kommen könnte. Unter anderem hat am 13. Juni die US-Notenbank Fed ihre Zinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr nach oben geschraubt und in einer Spanne von 1,75 bis zwei Prozentfestgelegt. Einen Zinssatz von zwei Prozent gab es in den USA zuletzt vor dem Höhepunkt der Finanzkrise. Aktuell geht man davon aus, dass noch in diesem Jahr zwei weitere Anhebungen folgen könnten. Die aktuellen Konjunkturzahlen aus den USA sind sehr positiv und auch vom Arbeitsmarkt in den USA kommen gute Zahlen. Darüber hinaus will die Fed wohl mit rasch ansteigenden Zinsen einer Überhitzung der Wirtschaft, die durch die Wirtschaftspolitik von Präsident Trump verursacht werden könnte, entgegenwirken. Derzeit geht man davon aus, dass die Fed auch im nächsten Jahr weiter die Zinsen erhöhen wird bis sie bei drei Prozent liegen. Dies wäre ein neutrales Niveau, dass die Wirtschaft weder ankurbelt, noch bremst. Die europäischen Zentralbanken zogen bislang jedoch noch nicht nach.

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Noch keine Zinserhöhungen in Europa

Weder die EZB noch die Schweizerische Notenbank hat bisher eine Zinserhöhung vorgenommen. Lediglich in Großbritannien kam es im vergangenen Jahr zu einer Zinserhöhung, um die Folgen des Brexit-Votums abzumildern. Dennoch könnte die Entwicklung in den USA zur Folge haben, dass auch in Europa die Zeit des billigen Geldes bald vorbei ist. In der Schweiz bleiben die Zinsen allerdings bislang noch unter null Prozent.Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank sagte, dass es für eine Zinserhöhung noch zu früh sei, da die Situation des Franken noch immer sehr unsicher sei. Die Notenbank will daher ihre Geldpolitik fortsetzenund falls nötig auch weiter am Devisenmarkt intervenieren. Kürzlich hatte die unsichere Situation in Italien erneut zu einer Aufwertung des Franken geführt.

Kurswechsel bei der EZB

Die EZB könnte jedoch bald ihren Kurs ändern. Ein erstes Anzeichen hierfür ist, dass die Zentralbank nun endgültig angekündigt hat, ihr Anleihenkaufprogramm im Dezember 2018 auslaufen zu lassen. In der Folge könnte es dann zu einer Zinserhöhung kommen. An den Märkten spekuliert man derzeit, dass dies im Herbst 2019 der Fall sein könnte. Da im August traditionell keine EZB-Sitzung stattfindet, könnten der September oder der Oktober 2019 anvisierte Termine sein.

Situation in Südeuropa entspannt sich

Ein weiteres Anzeichen, das für eine Trendwende bei der EZB sprechen, ist, dass sich die wirtschaftliche Situation in vielen Ländern in Südeuropa, die stark von der Finanzkrise betroffen waren, zunehmend verbessert.Das letzte Hilfspaket für Griechenland läuft im August aus.Dann will das Land seine Finanzen wieder aus eigener Kraft stemmen. Aus Portugal hört man ebenfalls positive Nachrichten aus der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt.

Ein wichtiger Faktor für die EZB ist auch die Inflationsrate. Bislang hat die EZB ihr Zwei-Prozent-Ziel noch nicht erreicht. In Deutschland geht der Trend allerdings deutlich in diese Richtung. In Deutschland lag die Inflationsrate im Dezember 2016 noch bei 1,70 Prozent, im Mai 2018 erreichte sie bereits 2,2 Prozent.

Rohölpreise zeigen Stabilisierung

Auch die höheren Preise für Rohöl deuten auf eine Stabilisierung hin. Im Januar 2016 lagen diese auf einem absoluten Tiefstwert von nur 41 Cent pro Liter. In den letzten Monaten zog der Preis jedoch wieder an und liegt nun bei rund 70 Cent für einen Liter.Ein Aspekt, der ebenfalls für höhere Zinsen für deutsche Sparer sorgen könnte, ist, dass immer mehr ausländische Anbieter auf den deutschen Markt kommen und hier mit höheren Zinsen werben. Statistisch kann dies einen Anstieg der Sparzinsen in Deutschland bedeuten.

Faktoren gegen Zinserhöhung

Allerdings könnten auch einige Faktoren gegen einen schnellen Anstieg der Zinsen sprechen. Die EZB könnte mit einem zu raschen Anheben der Zinsen möglicherweise sehr hohe Risiken eingehen. Ein Faktor ist hier die jüngste Krise in Italien, die vielerorts Unruhe auslöste. Zwar hat sich in Rom nun eine Regierungskoalition gebildet, doch es bleibt abzuwarten, welchen Weg man dort einschlägt. Ein Austritt aus dem Euro scheint allerdings im Moment nicht im Gespräch zu sein.

Außerdem stecken in Italien weiterhin viele Banken in der Krise. Die Bank Monte die Paschi besitzt beispielsweise noch immer sehr viele faule Kredite und wurde zwischenzeitlich in eine sogenannte Bad Bank umgewandelt. Andere italienische Banken müssen ebenfalls Verluste in Milliardenhöhe verkraften.

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Inflation Hindernis für die EZB

Eine große Hürde stellt für die EZB weiterhin die Inflationsrate dar. Erreicht die Zentralbank langfristig ihr Zwei-Prozent-Ziel für den Euroraum nicht, könnte dies eine Stagnation zur Folge haben. Dies könnte gegen eine Zinserhöhung sprechen. Eine Teuerungsrate von zwei Prozent ist für die Zentralbank ein Garant für Preisstabilität. Möglicherweise basiert der aktuelle Anstieg der Inflation nur auf höheren Energiepreisen. Dies wäre keine nachhaltige Entwicklung. Für das kommende Jahr korrigierte die EZB allerdings ihre Inflationsprognoseund geht nun statt von 1,4 Prozent von 1,7 Prozent aus. Doch auch im Jahr darauf rechnete die Zentralbank nicht damit, eine Inflation von zwei Prozent zu erreichen.

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Höhere Zinsen mit negativen Folgen für Südeuropa

Auch wenn sich in Griechenland oder Portugal die wirtschaftliche Situation zunehmend entspannt, beschäftigt die Krise in Südeuropa die EZB noch immer. Die Zentralbank muss weiterhin einige Staaten und Banken unterstützen. Eine Zinserhöhung könnte zur Folge haben, dass für angeschlagene Banken die Kosten zur Geldbeschaffung und für Rückzahlungen steigen würden. Im Falle von Staatsanleihen könnte dies gar die Pleite eines ganzen Staates als Konsequenz nach sich ziehen. Sobald die Zinsen steigen, wird dies auch auf dem Aktienmarkt spürbar. In der Regel gehen bei einem Zinsanstieg die Aktienkurse nach unten.

Wirtschaft wächst langsamer

Ein weiterer Faktor ist, dass sich seit Beginn des Jahres das Wirtschaftswachstum in Europa verlangsamt. Als Gründe hierfür werden unter anderem Streiks und eine lang andauernde Grippewelle in den ersten Monaten des Jahres 2018 genannt. Stagniert das Wachstum allerdings weiter, könnte dies den Kurs der EZB ebenfalls beeinflussen. Auf der Juni-Sitzung der EZB sagten die Verantwortlichen, dass der Leitzins mindestens noch bis Sommer 2019 bei 0,0 Prozent bleiben wird. Stagniert das Wirtschaftswachstum jedoch, könnte die EZB eine Zinserhöhung allerdings auch um ein weiteres Jahr verschieben.

Zwischen Januar und März 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone nur noch um 0,4 Prozent. 2017 konnte das BIP in drei Quartalen in Folge je ein Plus von 0,7 Prozent erreichen. Daher musste die EZB ihre Erwartungen für 2018 nun um 0,3 Prozent nach unten auf nun 2,1 Prozent korrigieren. Laut EZB-Präsident Mario Draghi spielen hier auch internationale Faktoren wie die Gefahr, dass der Protektionismus zunimmt, eine Rolle.

Zinsen bei Autokrediten weiterhin sehr niedrig

Die Zinsen für Autokredite liegen derzeit bei 2,94 Prozent und damit auf einem Sechs-Jahres-Tief. Dies sind 2,03 Prozent weniger als im Jahr 2012. Die Unterschiede können je nach Anbieter mehr als vier Prozent betragen. Wer daher mit dem Gedanken spielt, ein Auto auf Kredit zu kaufen, sollte die Angebote der einzelnen Banken und Händler gut vergleichen. Hier sollten Käufer auch bedenken, dass die Preise für Autos in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Ein Neu- oder Gebrauchtwagen kostet derzeit über 14 Prozent mehr als noch im letzten Jahr. Dies geht aus einer Auswertung des Fahzeugportals mobile.de hervor.

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Kredite im Durchschnitt bei 15.000 Euro

Wer sich für einen Autokredit mit einer Laufzeit von 67 Monaten entscheidet, zahlt dafür derzeit im Durchschnitt etwa 15.000 Euro. Bei einem effektiven Jahreszins von 2,94 Prozent betragen die Zinsen rund 1.272 Euro. Noch vor sechs Jahren hätten Kreditnehmer für einen vergleichbaren Kredit 2.169 Euro Zinsen berappen müssen. Damit sind die Zinszahlungen in diesem Zeitraum um 41 Prozent gesunken.

Effektiver Jahreszins geht seit 2012 zurück

Der effektive Jahreszins geht seit 2012 bei Autokrediten immer weiter nach unten. Damals betrug er 4,97 Prozent. Möglicherweise geht es für die Zinsen bei Autokrediten in diesem Jahr noch ein Stück weiter nach unten, man geht allerdings eher davon aus, dass sie nun ihren Tiefstpunkt erreichthaben. In diesem Jahr sank der effektive Jahreszins für Autokredite im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,08 Prozent. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Auto zuzulegen, sollte daher nicht erwarten, dass die Zinsen weiter nach unten gehen.

Unterschiede innerhalb von Bonitätsklassen

Die Zinsen bei Autokrediten hängen immer auch mit der Bonität des Kreditnehmers zusammen. Allerdings kann es derzeit auch innerhalb der einzelnen Bonitätsklassen zu großen Unterschieden kommen. Auf Kreditnehmer mit der besten Bonität können Zinsunterschiede von 4,5 Prozent zukommen. Hier liege die Zinsen derzeit in einer Spanne von 0,69 bis 5,19 Prozent. Wer also über die beste Bonität verfügt, kann mit Preisunterschieden von fast 2.000 Euro rechnen. Dies geht aus Zahlen der FMH Finanzberatung und des Kreditportals smava hervor.

Insgesamt gilt der Kreditmarkt als sehr intransparent. Dies macht es für viele Kreditnehmer besonders schwer, einen Überblick zu bekommen. Kreditnehmer sind daher oft nicht über die sehr großen Unterschiede bei Preisen und Zinsen informiert. Viele Verbraucher zahlen so zu viel für ihre Kredite. Ein Kreditvergleichsrechner kann für mehr Transparenz sorgen und Kreditnehmer beim Kosten sparen helfen.

Fazit: Möglicherweise steigende Zinsen in Sicht

Die Anzeichen, dass sich die Zinsen bald nach oben bewegen könnten, mehren sich. Die seit Jahren sehr niedrigen Zinsen belasten Sparer, stellen aber für Kreditnehmer einen Vorteil dar. Bald könnte es allerdings zu einer Trendwendekommen. In den USA steigen die Zinsen bereits. Die dortige Notenbank erhöhte im Juni bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen. Zwei weitere Anhebungen in diesem Jahr könnten folgen und auch im nächsten Jahr werden Zinsschritte erwartet. Damit will die Fed auch negativen Konsequenzen der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten entgegenwirken. Vor allem die massiven Steuersenkungen Donald Trumps können langfristig ein Überhitzen der Wirtschaft nach sich ziehen. Daher will die Notenbank ein neutrales Zinsniveau erreichen, dass die Wirtschaft weder bremst, noch ankurbelt.

Bei der EZB kündigt sich ebenfalls eine Trendwende an.Sobald im Dezember das Anleihekaufprogramm ausläuft, könnte die Zentralbank Zinserhöhungen in Angriff nehmen. Möglicherweise dies dann es im Sommer oder Herbst 2019 der Fall. Allerdings könnte die noch immer zu niedrige Inflation und das zuletzt schwache Wirtschaftswachstum der Zentralbank einen Strich durch die Rechnung machen.

Wer derzeit ein Auto auf Kredit kaufen möchten, freut sich über sehr niedrige effektive Jahreszinsen von nur 2,94 Prozent. Dies entspricht einem Sechs-Jahres-Tief. 2012 betrugen die Effektivzinsen noch 4,97 Prozent. Doch auch hier ist ein Ende der niedrigen Zinsen in Sicht. Im Vergleich zu letzten Jahr sanken die Zinsen für einen Autokredit 2018 nur noch um 0,08 Prozent. Zudem sind derzeit die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern, auch in der besten Bonitätsklasse, sehr hoch.

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