Was sind die Unterschiede zwischen Dispo und Kredit?

Kredit oder DebitkarteEs könnte alles so einfach sein: Der Kühlschrank gibt den Geist auf und der nächste Elektrohändler hat gerade ein Superangebot! Doch leider ist das Konto leer und die angesparten Reserven reichen nicht aus. Ein Dispositionskredit ist bereits eingerichtet, aber der Händler bietet auch Ratenzahlungen an. Und was wäre mit einem Konsumkredit?

 

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit oder Dispo“ im Überblick:

  • Ein Kredit bedarf zeitlicher und faktischer Vorbereitung.
  • Die Hemmschwelle einen Dispositionskredit zu beanspruchen ist gering.
  • Die Zinsen für Dispositionskredite sind wesentlich höher als die anderer Kredite.
  • Dauerhaftes Überziehen kann in eine Schuldenspirale führen.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten von Krediten oder Dispo? Unser Ratgeber zum Thema Kredit oder Dispo verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Die Eckdaten des Kredits
  • 2. Was genau ist ein Dispositionskredit?
  • 3. Wieso nimmt man einen Dispo in Anspruch?
  • 4. Das Fazit: Ein Kredit ist immer vorzuziehen

1. Die Eckdaten des Kredits

icon_ChecklisteMöchte man einen Kredit abschließen, muss man sich im Vorfeld überlegen um welche Kreditsumme es sich handeln soll. Weitere Überlegungen betreffen die Rückzahlung, heißt, wie viel kann man jeden Monat zurücklegen und über welchen Zeitraum würde sich die Rückzahlung dann erstrecken. Sind all diese Daten erfasst, kann man sich an einen Kreditgeber – egal ob Institut oder Privat wenden – und versuchen ihn von der eigenen Kreditwürdigkeit zu überzeugen.

Einen Kreditantrag zu stellen bedarf demzufolge guter Vorbereitung und einer selbstkritischen Betrachtung. Zudem muss man sich trotz des betriebenen Aufwands auf negative Rückmeldungen gefasst machen. Je nach bisherigem Zahlungsverhalten sind negative Rückmeldungen sogar relativ wahrscheinlich. Auch der Verwendungszweck ist bei der Kreditvergabe maßgebend.

Inzwischen bieten einige Kreditinstitute aber auch sogenannte Konsumkredite, Allzweckkredite, Ratenkredite oder Privatkredite an. Hier erfolgt die Kreditvergabe kleinerer Beträge bis maximal 5.000 Euro ohne die Angabe eines Verwendungszwecks. Das Geld kann in bar ausgezahlt werden, weshalb gerade bei größeren Elektrogeräten oder beim Autokauf Rabatthandlungen möglich sind. Zur Nutzung dieser Kredite sind eine einwandfreie Schufa-Auskunft und die Volljährigkeit von Nöten.

Scheidet ein Kreditinstitut aus, können immer noch private Kreditgeber aus dem Bekanntenkreis gesucht werden, die einem aus einem finanziellen Engpass heraushelfen. Der Ratgeber „Kreditvertrag mittels Muster, Vorlagen & Vordrucke zum Download“ bietet Hilfestellungen um einen rechtsgültigen Vertrag abzuschließen. Doch trotz alledem muss ein bestimmter zeitlicher und bürokratischer Aufwand betrieben werden um einen Kredit zu erhalten.

2. Was genau ist ein Dispositionskredit?

icon_FAQsViel einfacher ist es da den Dispositionskredit des Girokontos auszuschöpfen. Ob ein Dispositionskredit in Frage kommt wird bereits beim Eröffnen des Girokontos abgeklärt. Hier wird auch die Höhe des Dispositionskredits festgelegt. Diese beträgt in der Regel das Zwei- bis Dreifache des monatlichen Einkommens. Natürlich können Dispositionskredite auch eine geringere Höhe haben. Dies kann alles im Eröffnungsgespräch oder bei der Online-Anmeldung geregelt werden.

Die Zinszahlungen zu denen ein Dispositionskredit gewährt wird, sind selten verhandelbar, sondern von den Kreditinstituten festgelegt. In der Regel werden die Zinsen pro Tag berechnet. Das heißt, wenn der Dispo bereits am 3. November in Anspruch geworden werden muss, werden für 27 Tage Zinszahlungen anfallen. Diese beziehen sich auf die tägliche Überziehungssumme, können also im Verlauf des Monats bei weiteren Ausgaben auch noch steigen. Hinzu kommt, dass bei Überschreiten des gewährten Dispositionskreditrahmens der sogenannte Überziehungszins Anwendung findet. Dieser liegt bei vielen Banken noch ein paar Prozentpunkte über dem normalen Dispositionszins.

Da bislang nur eine gesetzliche Verpflichtung zum Hinweis auf das Überziehen des Kontos im Raum steht, bekommen viele Kunden noch nicht einmal mit, dass sie bereits Dispositions- oder sogar Überziehungszinsen zahlen. An dieser Stelle sei jedoch auch mal eine Lanze für die Banken gebrochen: Jeder Erwachsene Mensch sollte seine Finanzen wenigstens ungefähr im Blick haben. Das eine Überziehung mal passieren kann, steht außer Frage, trifft dies aber regelmäßig zu, liegt es in der Verantwortung der Kontoführenden.

Der vermeintliche Vorteil an einem Dispo ist, dass er bis zum Limit jederzeit verfügbar ist. Eine Kommunikation mit Kreditgebern ist nicht notwendig, weshalb die Hemmschwelle für den Schuldner entfällt. Es muss auch keine selbstkritische Hinterfragung stattfinden, ob der Grund, weshalb der Dispo in Anspruch genommen wurde wirklich die Aufnahme eines Kredits – und nichts anderes ist der Dispositionskredit – rechtfertigt. Bis zu besagter Dispositionsgrenze liegt die Nutzung eines Kredits im eigenen Ermessen.

Doch aufgrund der hohen Dispositions- und Überziehungszinsen und der niedrigen Hemmschwelle besteht für viele Kontoinhaber die Gefahr in eine ersthafte Schuldenfalle zu tappen. Aber ist es immer eine bewusste Entscheidung den Dispositionskredit in Anspruch zu nehmen?

Ein Dispositionskredit ist zwingend an das Girokonto gebunden. Übersteigen die monatlichen Ausgaben die Einnahmen kommt es zur Nutzung des Dispositionskredits, ohne eine Unterschrift leisten zu müssen. Die Flexibilität und Unabhängigkeit hat aber ihren Preis, welches mit überdurchschnittlich hohen Zinszahlungen zu bezahlen ist.

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3. Wieso nimmt man einen Dispo in Anspruch?

icon_VerbrauchertippsViele Kontoinhaber überziehen in aller Regelmäßigkeit ihren Dispositionskredit und das sogar zum Teil bis zum Limit. Dies kann an hohen Ratenzahlungen für bestehende Krediten liegen die eigentlich das Leben am Existenzminimum fordern oder auch an ein mangelhaften Haushaltsführung. Denn grundsätzlich ist festzuhalten, dass man nur das Geld ausgeben sollte, welches man zur Verfügung hat. Eine regelmäßige Überziehung bringt teure Zinszahlungen mit sich, die wiederum das Einkommen des Folgemonats schmälern.

Zur Erläuterung:

Man erhält monatlich ein Netto-Gehalt von 1.200 Euro. Dieses wird aufgrund von schlechter Haushaltsführung um 200 Euro überzogen. Der Dispositionskredit ist auf 1.000 Euro festgeschrieben. Die Dispositionszinsen betragen 8,5 Prozent, der Überziehungszins 13,45 Prozent. Der Kredit wird in den letzten 12 Tagen des Monats in Anspruch genommen. Die Zinszahlungen betragen im ersten Monat nur 0,57 Euro. Damit könnte man theoretisch leben. Doch das Einkommen wird umgehend um 200,57 Euro reduziert, da ja auch der „Vorschuss“ des Vormonats wieder ausgeglichen werden muss. Bei gleichbleibender Haushaltsführung muss der Dispo im zweiten Monat bereits um 400 Euro überzogen werden. Doch der Überziehungszeitpunkt trifft bereits fünf Tage früher ein. Nun muss für den zweiten Monat schon 1,61 Euro an Zinszahlungen geleitstet werden. Doch das eigentliche Drama: Von den eigentlichen 1200 Euro Einkommen können zu Beginn des Monats nur 798,39 Euro gut geschrieben werden. Die Katze beißt sich in den Schwanz!

Aber es gibt auch Momente in denen man vollkommen unverschuldet aus Mangel an Lebenserfahrung in diese Situation gerät. Gerade zu Anfang des Berufslebens hat man oft noch keinen Überblick über das Verhalten einzugsermächtigter Institutionen. So kann es passieren, dass in einem Monat die Jahresmitgliedsbeiträge für diverse Vereine und nachträgliche Anpassungen von Versicherungsprämien abgebucht werden, ohne vorab darüber zu informieren. Und mit einem Schlag ist das Konto um 400 Euro erleichtert worden ohne dass man selber auch nur einen Handschlag getätigt hat. Unglücklich, wenn sich auf dem Konto nur noch 300 Euro befanden.

Solche Dinge können auch passieren, aber in der Regel überziehen die meisten Kontoinhaber in vollem Bewusstsein des Überziehens, ohne sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren zu sein. Sogar ein Ratenkredit bei der Anschaffung von Haushaltsgeräten ist oftmals günstiger als der Dispositionskredit. Zudem kann man diesen auch über einen längeren Zeitraum abstottern. Die meisten Elektrohändler und Versandhäuser bieten ohnehin von sich aus die Ratenzahlung an.

Ein Vergleich zwischen Vorteilen des Dispo und des Kredits

Die Vorteile eines Kredits überwiegen

Sollte ein Dispositionskredit über drei Monate hinweg in Anspruch genommen werden, ist es dringend zu empfehlen mit der Hausbank oder anderen Banken über zinsgünstigere Kredite zu verhandeln. Permanent „rote Zahlen“ auf dem Girokonto können auch die Psyche belasten. Im Allgemeinen haben Kreditinstitute wenig Interesse daran ihre Schuldner in eine dauerhafte Zahlungsunfähigkeit zu treiben, weshalb sie schon im eigenen Interesse nach Lösungen suchen werden. Im Notfall lohnt sich der Weg zur Verbraucherzentrale.

4. Das Fazit: Ein Kredit ist immer vorzuziehen

icon_FazitZusammenfassend kann festgehalten werden, dass man es unbedingt vermeiden sollen den Dispositionskredit in Anspruch zu nehmen. Sicherlich ist er wesentlich unkomplizierter und bequemer zu bekommen als ein Konsumkredit, doch die Konsequenzen könne das eigene Vorstellungsvermögen übersteigen.

Ratenzahlungen oder Ratenkredite können über einen längeren Zeitraum abbezahlt werden, während der Dispositionskredit direkt vom Gehalt abgezogen wird und dadurch eine erneute Inanspruchnahme bewirkt. Das kann auf Dauer zu einer Schuldenspirale führen, aus der der Schuldner alleine nur schwer herauskommt.

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Kredit oder Dispo: Lange Bindung oder hohe Zinsen?
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