Kredit sinnvoll umfinanzieren

Das Rekordtief des europäischen Leitzins beschert derzeit niedrige Zinskonditionen bei Krediten. Doch nicht jeder Kreditnehmer profitiert davon. Denn bereits bestehende Verbindlichkeiten sind vom Boom des Niedrigzinses ganz oft ausgeschlossen. Es sei denn, man denkt über eine Umfinanzierung nach. Das bringt gleich mehrere Vorteile. Kreditnehmer können so auch ihren Nutzen aus dem aktuellem Niedrigzins ziehen, erhalten einen attraktiveren Tilgungsplan und bekommen gleichzeitig einen besseren Überblick über die eigene Finanzlage.

Inhaltsverzeichnis

  • Ablösung von Verbindlichkeiten – Defintion
  • Zinskonditionen, Gebühren und Vorfälligkeitsentschädigung
  • Vorsicht vor zu hohen Gebühren

Ablösung von Verbindlichkeiten – Defintion

Eine Umfinanzierung bedeutet, eine Ablösung bereits bestehender Verbindlichkeiten durch einen neuen Kredit. Besonders beim Dispo, Bauspardarlehen oder bei älteren Krediten kann eine Umschuldung sinnvoll sein, sofern aktuell niedrige Zinsen den Finanzmarkt beherrschen. Auch mehrere Kredite können zu einer Verbindlichkeit umfinanziert werden. Das bietet nicht nur bessere Zinskonditionen, sondern sorgt ebenfalls für einen geordneten Überblick über die eigenen Finanzen. Doch Kreditnehmer sollten zunächst prüfen, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Umschuldung fällig wird. Diese wird erhoben, wenn es sich um Verbindlichkeiten mit Zinsbindung handelt, die allerdings nicht zur Gruppe der Konsumkredite gehören. Dazu zählen zum Beispiel Immobilienkredite. Ein Konsumdarlehen hingegen muss laut EU-Gesetz ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden. Das allerdings schließt nicht eventuelle Gebühren aus, die durch eine Umschuldung entstehen.

Zinskonditionen, Gebühren und Vorfälligkeitsentschädigung

Zunächst sollte man sich einen Überblick über bestehende Verbindlichkeiten machen. Danach ist es sinnvoll, Angebote zu vergleichen. Denn die Konditionen bei einer Umfinanzierung sind sehr unterschiedlich. Manchmal aber lohnt sich eine Ablösung einfach nicht. Zum Beispiel reicht es bei einem Dispo in vielen Fällen aus, das Dispo zu kürzen, um Ersparnisse zu erzielen. Sollte doch eine Umfinanzierung sinnvoller erscheinen, so funktioniert der Ablauf in der Regel unkompliziert und schnell. Möglich ist eine Umfinanzierung mit kreditnavi.de. Nachdem ein günstiges Angebot gefunden wurde, werden bestehende Verbindlichkeiten durch einen aufgenommenen Kredit abgelöst. Zwar handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um eine Neuaufnahme eines Kredites, dennoch gibt es eine Bonitätsprüfung. Etwas umständlicher kann sich die Umfinanzierung eines Baudarlehens gestalten, weil sie eine feste Zinsbindung haben. Möchte man als Kreditnehmer vor der Zinsbindungsfrist das Baudarlehen kündigen, um es umzuschulden, verlangen die meisten Banken eine Vorfälligkeitsentschädigung. In solchen Fällen ist es empfehlenswert zu prüfen, ob die Entschädigungssumme die eigentlichen Ersparnisse durch eine Umschuldung zu Nichte machen. Natürlich gibt es auch Konsumkredite mit fester Zinsbindung. Aber bereits nach zehn Jahren kann der Kreditnehmer das Darlehen mit einer Frist von sechs Monaten kündigen und dann umschulden lassen.

Vorsicht vor zu hohen Gebühren

Leider sind Banken nicht immer die besten Freunde der Verbraucher. Besonders wenn es sich um Gebühren handelt. Laut einer Untersuchung von Test.de verlangen viele Banken eine viel zu hohe Vorfälligkeitsentschädigung. Test.de fragte bei 33 Banken für ein Umschuldungsdarlehen in Höhe von 100.000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren nach. Die Hälfte der Institute lehnte die Nachfrage ohne Beratung oder Angebot ab. Die restlichen Banken verlangten eine Vorfälligkeitsentschädigung von bis zu 2.000 Euro. Auch bei Restschuldversicherung sollten Kreditnehmer vorsichtig sein. Zwar sichern sich Banken gern damit ab, aber Verbraucherschützer sehen in der Versicherung wenig sinnvolles. So können bei einem Kredit in Höhe von 3.000 Euro und einer Laufzeit von sieben Jahren allein über 500 Euro an Kosten nur für die Restschuldversicherung anfallen.