Kredit übernehmen: Was gilt es zu beachten?

Kredit übernehmenDie Übernahme eines Darlehens könnte den ursprünglichen Kreditnehmer mit einem Schlag von dem Verkaufsobjekt und mit dem damit verbundenen Kredit befreien.

Weiterlaufende Kredite können auf Dauer sowohl eine finanzielle, als auch psychische Belastung sein. Gerade bei unfreiwilligen Verkäufen kann die Übernahme eines Kredits als Befreiungsschlag für den Verkäufer angesehen werden.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit übernehmen“ im Überblick:

  • Die Übernahme eines Darlehens kann aus verschiedenen Gründen erforderlich werden.
  • Autos und Häuser können mitsamt dem Kredit verkauft werden.
  • Um ein Darlehen übernehmen zu können muss der Kreditgeber zustimmen.
  • Die Vertragsdetails sollten von unabhängigen Dritten überprüft werden.

Doch was für Möglichkeiten bestehen für die Übernahme eines Kredites? Unser Ratgeber zum Thema Kredit übernehmen verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Warum ein Darlehen übernehmen?
  • 2. In 3 Schritten den Kreditnehmer wechseln
    • 1. Die Suche nach dem Kreditnehmer
    • 2. Die Zustimmung des Kreditgebers
    • 3. Die schriftliche Fixierung der Vertragsdetails
  • 3. Das Fazit: Besondere Sorgfalt ist die Voraussetzung bei der Übernahme von Krediten

1. Warum ein Darlehen übernehmen?

icon_gebuehrenGerade im Zuge eines Hauskaufs kann es passieren, dass der Vorbesitzer nicht nur das Haus, sondern auch gleich den dazugehörigen Kredit in Ablöse stellt (Lesen Sie auch: Wertpapierkredit). Die ewig vorsichtigen mögen an dieser Stelle denken „So günstig können die Konditionen ja nicht sein, wenn der Besitzer das Haus verkaufen muss.“. Die Gründe ein Haus verkaufen zu müssen, gehen weit über den Tod oder die private Insolvenz hinaus. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass jedes dritte Haus der Scheidung zum Opfer fällt. Doch auch ein Arbeitsplatzwechsel oder ungeplanter Nachwuchs kann zu diesem Entschluss führen.

Selbst bei Autokäufen ist es möglich, den Kredit für ein Auto weiter zu reichen. Ein funktionsfähiges Auto noch vor dem abgezahlten Kredit wieder verkaufen zu müssen, ist ebenfalls nicht selten. Hier sind die Gründe wesentlich Vielfältiger als beim Hausverkauf. Am nachvollziehbarsten ist auch hier der ungeplante Nachwuchs. Plötzlich müssen der sperrige Kindersitz, der angeblich platzsparend zusammenklappbare Kinderwagen und die Wickeltasche in der Größe eines Trekking-Rucksacks im Auto untergebracht werden. Das funktioniert nicht mit einem Zweitürigen PKW.

Welche Gründe auch immer zum Verkauf eines Hauses oder eines Autos führen, Fakt ist, dass zumeist ein noch offener Kredit versorgt werden muss. Eine vorzeitige Ablösung aus dem Verkauf von Haus oder Auto ist leider meistens auch nur unter finanziellen Nachteilen möglich, da Banken hier eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Insofern wäre eine Alternative, den Verkaufserlös auf einem anderen Konto gewinnbringend anzulegen und davon die monatlich anfallenden Ratenzahlungen zu finanzieren. Dies ist jedoch wieder mit viel Rechercheaufwand nach den besten Anlagemöglichkeiten verbunden. Daher bietet sich als kostengünstige Alternative das Vernichten aller Altlasten an. Hier kann man zwar in den meisten Fällen keinen Gewinn mehr herausschlagen, aber die Schulden sind mit einem Schlag beglichen.

Doch auch für den übernehmenden Kreditnehmer kann sich dieses Geschäft lohnen. Gerade in Zeiten steigender Zinsen scheint die Übernahme alter Kredite mit günstigen Konditionen wie ein Geschenk. Allein der Kreditgeber könnte hier einen Nachteil sehen. Immerhin würden ihm bei einem neuen Vertragsabschluss höhere Zinszahlungen zukommen.

Kreditnehmer, Kreditübernehmer und Gläubiger sind an einer Kreditübernahme beteiligt

Alle Beteiligten eines Verkaufsprozess mit Kreditvertrag

Es gibt tatsächlich viele Gründe, die dafür sprechen, einen Kredit zu übernehmen. Häufig ist ein plötzliches Lebensereignis schuld daran. Käufer und Verkäufer können zu gleichen Teilen profitieren, dann ist aber der Kreditgeber benachteiligt.

2. In 3 Schritten den Kreditnehmer wechseln

Wie bei einer vorzeitigen Kündigung der Mietwohnung verstößt auch das Übernehmen eines Kredits oder Darlehens gegen die vertraglichen Vereinbarungen. Deshalb ist allein der Mieter, bzw. Kreditnehmer in der Pflicht, einen Nachfolger zu finden.

1. Die Suche nach dem Kreditnehmer

icon_FAQsHier ergeben sich oftmals die ersten Probleme. Zunächst muss jemand gefunden werden, der das Objekt, welches der Kredit finanziert, erwerben möchte. Anschließend muss diese Person davon überzeugt werden, den bestehenden Kredit zu übernehmen. Die Suche nach potentiellen Käufern kann auf klassischen Wegen per Zeitungsannonce, im Internet oder auch über Makler, bzw. Autohäuser erfolgen. Die Kreditablöse kann hier bereits erwähnt werden, ist aber nicht üblich. Dieser Aspekt kann bei ernsthaftem Interesse erwähnt werden.

Im Falle eines Hauskaufs handelt es sich bei dem Kredit zumeist auch nicht um das volle Volumen des Kaufpreises. Der Rest muss mit zusätzlichen Krediten finanziert werden. Im Falle günstiger Kreditkonditionen kann hier auch eine Aufstockung des Kreditbetrags in Betracht gezogen werden. Da werden sich viele potenzielle Käufer gut überlegen, ob der Kauf des Hauses diesen zusätzlichen Aufwand Wert ist. Doch allein mit der Zustimmung der Käufer ist die Übernahme des Kredits noch nicht besiegelt.

2. Die Zustimmung des Kreditgebers

icon_vorlage_musterSelbstverständlich werden auch im Falle von Kreditübernahmen die potentiellen Kreditnehmer von den Kreditgebern genauestens überprüft. Sie durchlaufen dasselbe Verfahren wie die ersten Kreditnehmer. Es werden ihre Arbeitsverhältnisse, Lebensverhältnisse und das vergangene Zahlungsverhalten überprüft. Und im Zweifel kann es auch hier zu Ablehnungen des Kreditantrags kommen. Die klassischen Gründe sind auch hier ein zu hohes Kreditvolumen für die derzeitigen Lebensverhältnisse, ungünstig gewählte Ratenzahlungen und / oder negative Schufa-Einträge.

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Ratgeber „Was kann man tun, wenn der Kredit abgelehnt wurde?“. Auf jeden Fall sollte hier das persönliche Gespräch mit dem Bankberater gesucht werden. Oftmals ergeben sich im Gespräch Lösungen, die viel näher liegen, als der Laie es zu glauben vermag.

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3. Die schriftliche Fixierung der Vertragsdetails

icon_ChecklisteAn dieser Stelle ist äußerste Vorsicht geboten. Bereits das Fehlen eines Passus kann den Vertrag zwar nicht unwirksam machen, aber den ehemaligen Kreditnehmer auch noch nach Jahren in die Pflicht nehmen. Hier sollten auf jeden Fall unabhängige Dritte mit Verständnis für Vertragsabschlüsse und Finanzwesen einen Blick drüber werfen. Sicherlich werden dadurch zusätzliche Kosten entstehen. Diese werden jedoch weit unter denen liegen, welche bei Nicht-Beachtung rechtlich relevanter Anforderungen entstehen.

Das Problem bei Kreditverträgen ist, dass sie unter das Schuldrecht fallen und völlig frei gestaltbar sind. Es müssen lediglich der Kreditnehmer und Kreditgeber, der Kreditbetrag und die Laufzeit angegeben werden. Alle weiteren Ausgestaltungen des Vertrages liegen in den Händen der Vertragspartner. Diese Freiheiten sind natürlich von Vorteil in Bezug auf individuelle Anpassungen von Kreditverträgen oder innovativen Finanzierungsideen. Sie bergen jedoch auch das Risiko von Übervorteilung einzelner Vertragspartner. Widerspricht der Vertrag nicht dem sogenannten Wuchergesetz §138 Absatz II BGB, ist dieser Sachverhalt jedoch nur schwer nachzuweisen.

Zumal es im Fall von Kreditübernahmen weniger um Übervorteilung, sondern tatsächlich um den Ausschluss etwaiger Konsequenzen nach Abstoßen des Kreditvertrages geht. Einfach ausgedrückt: Mit dem Leisten der Unterschrift unter dem Vertrag will der ehemalige Schuldner nichts mehr mit dem Kredit zu tun haben.

Der Prozess bis es zur Übernahme des Kredits kommt.

Der Weg zur Kreditübernahme

Der Kredit kann von einem neuen Käufer übernommen werden, wenn der Kreditgeber dem Vorhaben zustimmt und die Vertragsdetails auf ihre Korrektheit überprüft wurden.

3. Das Fazit: Besondere Sorgfalt ist die Voraussetzung bei der Übernahme von Krediten

icon_FazitEs könnte alles so einfach sein: Ein Haus oder Auto wird verkauft und mit ihm sämtliche damit verbundene Schulden! Bestenfalls können mit dem Gewinn sogar noch andere Kredite abgegolten werden und man blickt einem schuldenfreien Leben entgegen.

Doch leider haben an dieser Stelle noch andere Personen ein Mitspracherecht: Der Käufer und der Gläubiger.

Beide müssen zusammengebracht werden, um einen Vertragsabschluss im Sinne des ehemaligen Kreditnehmers zu erreichen. Aus Sicht des Käufers sprechen unvorteilhafte Kreditkonditionen und im Falle des Gläubigers unzureichende Kreditwürdigkeit dagegen. Doch selbst wenn beiderseits keine Einwände vorzubringen sind, ist für den Verkäufer noch Vorsicht geboten. Der Kreditvertrag muss mit allen Konsequenzen überschrieben werden. Überwiegt in diesem Moment die Euphorie und es kommt zu voreiligen Vertragsabschlüssen, kann in Zukunft unter Umständen noch Ansprüche gegen den Verkäufer geltend gemacht werden.

Um diesem Schicksal zu entrinnen, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Dritten, der sich im Vertragsrecht und Finanzwesen auskennt. Werden all diese Fakten berücksichtigt steht einer Vertragsübernahme nichts mehr im Weg.

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