Kredit von der Arbeitsagentur: Wer kann ihn in Anspruch nehmen?

Kredit von der ArbeitsagenturDie Agentur für Arbeit – früher Arbeitsamt – bietet Erwerbslosen und Existenzgründern verschiedene Möglichkeiten ihren Lebensunterhalt zu sichern. Während Arbeitslose von Mini-Darlehen für Sonderbedarfe profitieren, nutzen Existenzgründer die Möglichkeit von Förderungen, Zuschüssen und die Vermittlung an Kreditgeber mit Konditionen bis zu 500.000 Euro bei einer Laufzeit von 15 Jahren und niedrigen Zinssätzen.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit vom Arbeitsamt“ im Überblick:

  • Der Kredit für Existenzgründer umfasst mehrere Förderprogramme von Beratung, Coaching bis hin zu günstigen Kreditvermittlungen.
  • Arbeitslose können im Fall von finanziellen Engpässen ein Darlehen im Sinne „Abweichender Leistungen“ beantragen, welches sie in monatlichen Raten zurückzahlen müssen.
  • Die Empfänger müssen bezugsberechtigt sein und das Darlehen zweckgebunden einsetzen

Doch was für eine Möglichkeiten steckt hinter dem Angebote eines Kredites vom Arbeitsamt? Unser Ratgeber zum Thema Kredit vom Arbeitsamt verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Der Kredit für Existenzgründer
  • 2. Das Darlehen im Sinne „Abweichender Leistungen“
  • 3. Welche Bedingungen werden an den Empfänger gestellt?
  • 4. Das Fazit: Ohne Einkommen Kredite tilgen

1. Der Kredit für Existenzgründer

Existenzgründer, beziehungsweise diejenigen, die sich in den ersten fünf Jahren nach Gründung ihres Unternehmens befinden, haben beim Arbeitsamt die Möglichkeit verschiedene Förderprogramme in Anspruch zu nehmen.

Hier seien erwähnt

Das Förderprogramm der Agentur für Arbeit

Kredite in Form von Bildung

Das Gründercoaching hilft Existenzgründern innerhalb der ersten fünf Jahre in ihrer Gründer- und Festigungsphase. Mit Hilfe eines Coaches, der den Existenzgründer maximal zwölf Monate unterstützende zur Seite gestellt wird, können Finanzgespräche bei Kreditgebern vorbereitet werden. Zudem wird Unterstützung bei der Entwicklung von Marketingstrategien und beim Erstellen von Marktstudien geboten. Anträge werden auch über die Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern an die KfW weitergeleitet.

icon_vorlage_musterIm Rahmen des Gründercoachings für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit werden dem Antragsteller bis ein Jahr nach der Gründung die Coaching-Gebühren mit 90 Prozent bezuschusst. Der maximal zu bewilligende Betrag liegt bei 4.000 Euro oder einer Tagespauschale von 800 Euro.

Ist dieses Jahr bereits überschritten, können Existenzgründer die Förderung von Unternehmensberatungen in Anspruch nehmen, die vom Bund bezuschusst werden. Die Zuschüsse betragen 50 bis 75 Prozent – je nach Bundesland – übersteigen jedoch nicht 1.500 Euro pro Beratung und 6.000 Euro insgesamt. Die Summe von 6.000 Euro muss nochmal zu gleichen Teilen in allgemeine und spezielle Beratung aufgeteilt werden. Speziell meint hier die Beratung zu unterschiedlichen Thematiken für einzelne Mitarbeiter. Bestimmte Themen und Zielgruppen sind von diesen Einschränkungen ausgenommen.

Die Förderdatenbank des Bundes stellt alle Fördermöglichkeiten übersichtlich zur Verfügung. Anhand der Filterkriterien Fördergebiet, Förderberechtigte, Förderbereich und Förderart kann die passende Förderung herausgesucht werden. Von Privatpersonen über Kommunen bis hin zu Existenzgründern wird für jeden das passende Förderprogramm herausgesucht.

Zusätzliche Fördergelder für eine kompetente Unternehmensberatung können über die Leitstellen zur Beratungsförderung beantragt werden. Im Grunde genommen haben alle ein Interesse daran, dass unternehmerische Tätigkeiten auch im Erfolg enden.

Natürlich dürfen auch die Kreditangebote für die Startphase hier nicht fehlen. Neben Beratung und Know-How sind gerade die finanziellen Mittel existenzsichernd. Hier werden von der KfW zinsgünstige Kredite an Gründer vergeben, die innerhalb von zehn Jahren zurückgezahlt werden müssen. Kredite, die der Festigung eines Unternehmens innerhalb der ersten drei Jahre nach Gründung dienen sollen, können innerhalb von 15 Jahren abbezahlt werden.

2. Das Darlehen im Sinne „Abweichender Leistungen“

icon_gebuehrenIm Sozialgesetzbuch 2 ist die Grundsicherung für Arbeitssuchende genau geregelt. Hier finden sich insgesamt 79 Paragraphen, die dieses oftmals heikle Thema erfassen sollen. An dieser Stelle relevant ist vor allem der § 24 „Abweichende Erbringung von Leistungen“.

Grundsätzlich sieht der Staat vor, dass Arbeitslose ein monatliches Budget für Sonderbedarfe zur Verfügung gestellt bekommen. Dieses Geld müssen sie dementsprechend selber verwalten, dass zu besonderen Anlässen genügend Geld zur Verfügung steht. Dadurch sollen gerade Langzeitarbeitslose zu eigenverantwortlichem Handeln erzogen werden.

Doch wie bei dem Kind mit dem Taschengeld ist auch hier die Theorie weiter durchdacht als die Praxis es zulässt. Allein 2010 musste die Arbeitsagentur 200.000 Fälle bearbeiten, bei denen Sonderausgaben durch Darlehen finanziert werden mussten. Bei gerade mal 3,2 Mio. Arbeitslosen im Jahr 2010 macht das einen Schnitt von 16 Prozent. Dieses Darlehen ist nun die „Abweichende Erbringung von Leistungen“ laut § 24 SGB II. Es kann in Form von Geld oder Sachleistungen gewährt werden. Erfolgt die Erbringung in Sachleistungen kann die Agentur für Arbeit dem Darlehensnehmer die Anschaffungskosten in Rechnung stellen.

Drogen-, Suchtkranke und wirtschaftlich uneinsichtige Bezieher des Arbeitslosengeldes, die offensichtlich nicht in der Lage sind mit dem Geld für Sonderbedarfe umzugehen, erhalten diese nur in Form von Sachbezügen. Die Agentur für Arbeit verwaltet sozusagen das Budget für Sonderbedarfe und verhindert somit eine drohende Überschuldung bei der Arbeitsagentur.

Ein Darlehen von der Arbeitsagentur muss nicht in Anspruch genommen werden, wenn es sich um die Erstausstattung der Wohnung inklusive der Haushaltsgeräte, für Schwangerschaft und Geburt, sowie die notwendige Anschaffung oder Reparatur orthopädischer Schuhe, therapeutischer Geräte oder deren Miete handelt. Diese Kosten werden gesondert von der Arbeitsagentur übernommen.

Als Sonderbedarfe können die Ausstattung zur Taufe, Kommunion oder Hochzeit angesehen werden. Diese Ereignisse kommen in einem zeitliche absehbaren Rahmen auf den sich hin sparen lässt. Weitere Sonderbedarfe sind der Ersatz von Haushaltsgeräten. Hier sollten für den Notfall immer Reserven vorliegen.

Trotzdem bedeutet das nicht, dass alle Menschen, die einen Kredit vom Arbeitsamt in Anspruch nehmen nicht in der Lage wären gut zu wirtschaften. Manchmal kommt es eben anders als man denkt. Und meistens dann, wenn es gar nicht passt.

Da knallt die Waschmaschine durch, gleichzeitig fällt das Kind vor den Fernseher und mit einem Mal ist alles Ersparte aufgebraucht. Wenn der Sohn dann auch noch mit einem Loch in der Hose nach Hause kommt, kann die Verzweiflung groß sein.

Das Darlehen „Abweichender Leistungen“ von der Agentur für Arbeit soll in den Fällen greifen, wo das monatliche Budget für Sonderbedarfe nicht mehr ausreicht. Dieses wird inzwischen im Sinne der Eigenverantwortung monatlich ausgezahlt und muss selbstständig angespart werden.

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3. Welche Bedingungen werden an den Empfänger gestellt?

Möchte man einen Kredit für Existenzgründer beantragen, sollte man nachweislich bereits eine Unternehmensgründung vollzogen haben oder kurz davor stehen.

Darlehen, die durch Arbeitslose von der Arbeitsagentur bezogen werden, müssen mit Raten von 5 bis 10 Euro während Arbeitslosigkeit beglichen werden. Bei dem Einstieg in die Berufstätigkeit können auch höhere Ratenzahlungen erfüllt werden.

Berechtigte Personen zum Erhalt von Arbeitsamt-Krediten

Diese Personengruppen sind bezugsberechtigt

Die Nutzung des Kredits ist strikt zweckgebunden. Die Agentur für Arbeit ist berechtigt im Zweifel die Belege für den Erwerb der Ware anzufordern. Hier sollten nach Möglichkeit auch keine Ausnahmen gemacht werden. Am Ende sitzt die Arbeitsagentur immer am längeren Hebel und darf im Ernstfall auch Bezüge streichen.

4. Das Fazit: Ohne Einkommen Kredite tilgen

icon_FazitDie Agentur für Arbeit bietet dem Arbeitslosen und auch Existenzgründern verschieden Möglichkeiten Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Diese können sachbezogen oder auch monetär sein. Egal wer warum welches Darlehen erhält, kann beim Arbeitsamt mit fairen Krediten rechnen. Sowohl bei der Vergabe eigener Darlehen an bedürftige Arbeitslose als auch bei der Vermittlung von Kreditgebern, kann mit niedrigen Ratenzahlungen und geringen Zinsen gerechnet werden.

Während Arbeitslose eine monatliche Rate von 5-10 Euro zahlen müssen, können Existenzgründer unter Umständen in den ersten Jahren von Tilgungsrückzahlungen befreit werden. Hier ist aber zumeist eine monatliche Zinsgebühr fällig.

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