Kredit Voraussetzungen: Wer hat was zu erfüllen?

Kredit VoraussetzungenKreditverträge fallen nach deutschem Recht unter die Schuldverhältnisse. Diese bieten den Parteien einen relativ großen Spielraum in der Ausgestaltung. So individuell die Details auch ausgestaltet sein können, so gibt es doch Voraussetzungen, die der Kreditnehmer, der Kreditgeber und der Kreditvertrag erfüllen müssen. Dies dient dem Schutz aller Beteiligten.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit Voraussetzungen“ im Überblick:

  • Der Kreditnehmer muss
    • seine Kreditwürdigkeit beweisen,
    • das entsprechende Alter haben,
    • einen deutschen Wohnsitz vorweisen,
    • ein geregeltes Einkommen haben
    • Sicherheiten vorweisen
  • Der Kreditgeber muss das Wuchergesetz, die Laufzeiten und das Widerrufsrecht beachten.
  • Der Kreditvertrag muss den Kreditbetrag und die Rückzahlungskonditionen beinhalten.

Doch was für Grundlagen bestehen, die sogenannten Kredit Voraussetungen? Unser Ratgeber zum Thema Kredit Voraussetzungen verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was der Kreditnehmer leisten muss
  • 2. Der Kreditgeber in der Pflicht
  • 3. Der Vertrag: Dies gilt es zu beachten!
  • 4. Das Fazit: Die Realität ebnet den Weg für Visionen

1. Was der Kreditnehmer leisten muss

icon_VergleichMöchte man sich Geld leihen, sollte man auch gewährleisten können, dieses in naher oder ferner Zukunft wieder zurückzahlen zu können. Den Willen dazu werden vielleicht nicht alle, aber doch die meisten potentiellen Schuldner mitbringen. Doch auch wenn der Wille Berge versetzen mag, beim Abbau von Schulden sieht die Welt erfahrungsgemäß anders aus. Daher haben sich die geschäftsmäßigen Kreditgeber Indikatoren überlegt anhand derer man die Gefahr von Zahlungsunfähigkeiten schon im Vorfeld festmachen kann. Der Kreditnehmer hat je nach Kreditgeber andere Anforderungen zu erfüllen. Allgemein lassen sich jedoch ein paar Anhaltspunkte festmachen.

Ein Ausschlusskriterium ist der Wohnsitz des Kreditnehmers. Es ist zwingend notwendig, seinen dauerhaften Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland zu haben, um hier einen Kredit beziehen zu können. Das Einkommen ist sowohl bei Selbstständigen, als auch bei Angestellten ein wichtiger Indikator. Ohne regelmäßiges Einkommen ist das Rückzahlen eines Kredits nahezu unmöglich. Daher kann das Einkommen als Grundvoraussetzung angesehen werden, um einen Kredit genehmigt zu bekommen.

Die Umstände, wie dieses Einkommen verdient wird spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Befindet sich der Erwerbstätige noch in der Probezeit oder gar in der Ausbildung? All diese Faktoren werden je nach Kreditgeber mehr oder weniger gewichtet und beeinflussen die Kreditentscheidung.

Das Alter ist – so unfair es auf manche auch wirken mag – ein ganz entscheidender Faktor. An ihm wird zwar weniger die Kreditwürdigkeit per se, aber die Kredithöhe festgemacht. Je weniger Jahre der Erwerbstätigkeit vor einem liegen umso geringer ist der rückzahlbare Betrag. Zudem werden die Chancen durch Erkrankungen oder schlimmstenfalls den Todesfall auszufallen immer wahrscheinlicher. Hier kann es möglich sein, dass Kreditvergaben zwingend an das Abschließen von Versicherungen gekoppelt sind. Für nähere Informationen lesen Sie den Ratgeber „Das schuldenfreie Erbe mittels Kreditlebensversicherung“.

Die Bonität wird nicht von allen Kreditgebern hinterfragt. Auskunft darüber gibt die Schufa. Normalerweise wird man während des Kreditantrags dazu aufgefordert eine Selbstauskunft der Schufa beizulegen. Wie dies genau funktioniert erfahren Sie im Ratgeber „Das Schufa-Selbstauskunft Muster: So erfahren Sie ihren Status!“.

Gerade bei Darlehen verlangen viele Banken Sicherheiten. Diese Sicherheiten können natürlich selten den kompletten Kreditrahmen abstecken, jedoch im Ernstfall zumindest einen Teil entschädigen. Diese Sicherheiten können in Form von Sachwerten, wie die allgemein bekannten Hypotheken auf Häuser, das Überlassen einer Risikolebensversicherung oder auch ganz klassisch das Einsetzen eines Bürgen sein. Die Tatsache, dass viele Kreditnehmer ihre Altersvorsorgen beleihen, um hohe Kredite aufnehmen zu könne, führte übrigens zu den Überlegungen, die Riester-Rente einzuführen. Diese Rentenversicherung ist unbeleihbar und garantiert somit einen Rückfluss im Alter.

Weiteres Wissenswertes zum Thema Bürgschaften erfahren Sie im Ratgeber „Kredit mit Bürgen: Eine beliebte aber riskante Finanzierung“.

Grafik, die die Voraussetzungen für den Kreditnehmer darstellt.

Voraussetzungen für einen Kreditnehmer

Es ist zwingend notwendig, dass der Kreditnehmer während des gesamten Verfahrens der Antragsstellung wahrheitsgetreue Angaben macht. Der Kreditgeber ist zur Überprüfung der Angaben verpflichtet. Bei nicht wahrheitsgemäßen Angaben kann es zur unverzüglichen Einstellung des Antragsverfahrens kommen.

Es gibt zahlreiche Indikatoren, die die Entscheidung der Kreditgeber beeinflussen. Dabei legt jeder Kreditgeber auf andere Indikatoren wert. Generell muss aber die Aussicht bestehen, dass der Kreditnehmer irgendwann einmal Kapitalerträge realisieren kann, um den Kredit tilgen zu können.

2. Der Kreditgeber in der Pflicht

icon_KonditionenIn Deutschland sind nur diejenigen Finanzdienstleister zur Geschäftstätigkeit berechtigt, die von der BaFin und der Europäischen Zentralbank zugelassen sind. Die BaFin ist das Bundesamt für Finanzaufsicht. Hat der Kreditgeber das Berechtigungsverfahren dieser Kontrollorgane durchlaufen, kann er mit dem Kreditgeschäft beginnen.

Zunächst ist der Kreditgeber bereits in seinem eigenen Interesse dazu angehalten, die Kreditwürdigkeit des Schuldners genau unter die Lupe zu nehmen. Bei fahrlässiger Kreditvergabe ist das Finanzinstitut im Schadensfall gefährdet. Allgemein geht man davon aus, dass Finanzinstitute, deren Alltagsgeschäft der Umgang mit Zahlen ist, anhand der Angaben des Kreditnehmers deren Zahlungsfähigkeit besser abschätzen können. Ihre Erfahrungswerte sollen den Kreditnehmer vor unvernünftigen Entscheidungen schützen.

Speziell beim Kreditvertrag ist der Kreditgeber in der Pflicht, den ausgemachten Kreditbetrag für den angegebenen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Mit dem Transfer des Geldes wird der Kreditnehmer zur Einhaltung seiner Vereinbarungen verpflichtet.

Des Weiteren ist der Kreditgeber dazu angehalten, keine unverhältnismäßig hohen Forderungen an den Kreditnehmer zu stellen – auch wenn dies dem Kreditnehmer nicht in den Ruin treiben würde. Dies ist im sogenannten Wucherverbot §138 Absatz 2 im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt. Zuwiderhandeln kann zur Ungültigkeit des Vertrages führen.

Grafik, die die Voraussetzungen für den Kreditgeber darstellt.

Voraussetzungen für einen Kreditgeber

In den letzten Jahren haben sich einige Kreditnehmer aus Kreditverträgen freiklagen können, da die Kreditgeber keine klare Widerrufsbelehrung in die Verträge mit aufgenommen haben. Diese ist zwingend erforderlich und kann bei Unklarheiten dazu führen, das Vertragsverhältnis zu beenden.

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3. Der Vertrag: Dies gilt es zu beachten!

icon_ChecklisteZunächst müssen alle beteiligten Rechtsparteien in diesem Vertrag erwähnt werden. Dies sind zum einen Kreditgeber und -nehmer, zum anderen können das aber auch Bürgen sein. Die Einwilligung aller Parteien wird durch die Unterschrift rechtsgültig. In dem Vertrag müssen der Kreditbetrag und sämtliche Vereinbarungen zu den Rückzahlungskonditionen schriftlich fixiert werden. Dies schließt auch den Umgang mit Sonderfällen oder Sonderkonditionen mit ein.

Ebenfalls zu klären ist die Möglichkeit von vorzeitigen Kreditkündigungen. Dieser Passus ist im Interesse beider Parteien. Das Leben ist nur schwer planbar, weshalb gerade bei langfristigen Kreditverträgen alle Eventualitäten berücksichtigt werden müssen. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Ratgeber „Kredit kündigen: Das müssen Sie beachten!“.

Grafik, die die Voraussetzungen für den Kreditvertrag darstellt.

Voraussetzungen für einen Kreditvertrag

Wie ein Kreditvertrag auszusehen hat, um die Rechtsgültigkeit zu gewährleisten, sehen Sie in dem Ratgeber „Kreditvertrag mittels Muster, Vorlagen & Vordrucke zum Download“. Natürlich sind die Details des Vertrages frei gestaltbar. Hier geht es lediglich um das Beachten der wichtigsten Eckpunkte.

4. Das Fazit: Die Realität ebnet den Weg für Visionen

Grafik, die den Gestaltungsspielraum bei Kreditverträgen darstellt

Freie Gestaltungsmöglichkeit innerhalb der Voraussetzungen

icon_FazitDie Frage nach dem Grund der Kreditanfrage ist in Abhängigkeit von der Höhe des Kreditbetrags ein zusätzlicher Indikator für die Kreditvergabe. In Falle von Existenzgründern ist dies sogar die Grundlage für die Ratenzahlungen. Gerade bei Selbstständigen wird ein erhöhtes Risiko eingegangen, da die Zukunftspläne zumeist mit Visionen einhergehen. Phantastereien der Kreditnehmer und Bankberater können nur im Rahmen der festgesteckten Realität ausgelebt werden.

Daher ist es umso wichtiger, dass beide Seiten zwar mit einer gesunden Portion Eifer für innovative Ideen, aber auch mit dem nötigen Respekt vor der Realität an einen Kreditvertrag herangehen. Nur wenn eine Rückzahlung des Kredits gewährleistet werden kann, können beide Seiten davon profitieren.

Rückzahlungsschwierigkeiten sind für einen Kreditgeber ärgerlich, doch bei einem Kreditnehmer – egal ob Selbstständig oder Angestellt – kann die eigene Existenz zerstört werden. Im tragischsten Fall hängen auch noch das Schicksal einer ganzen Familie und/oder eines Bürgen an diesem Kredit. Daher ist es auch zum Schutz des Kreditnehmers besonders wichtig die Kreditwürdigkeit genauestens zu prüfen und keine unrealistischen Kompromisse einzugehen. Denn ein vermeintliches Entgegenkommen kann weitreichende Konsequenzen haben.

So können die Voraussetzungen für einen Kredit als der Rahmen betrachtet werden, innerhalb dessen sich die Parteien entspannt bewegen können ohne ein überhöhtes Risiko befürchten zu müssen.

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