Kredite für Photovoltaik: Ökostrom aus ökonomischem Blickwinkel

Kredite für PhotovoltaikDie Diskussionen um den Sinn und Unsinn von Photovoltaik- und Solar-Anlagen reißen nicht ab. Braucht die Menschheit wirklich so viele Solarzellen auf den Dächern? Dass diese Diskussionen auch in der Politik Wurzeln schlagen, zeigt sich allein beim Thema Einspeisungsvergütung.
Diese nahm in den letzten Jahren rapide ab. Gefördert wird der Ökostrom aber nach wie vor. Doch wie finanziert man die Photovoltaik-Anlage am besten?

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit für Photovoltaik“ im Überblick:

  • Man unterscheidet zwischen Solarthermie, Solarbatterie und Photovoltaik-Anlage.
  • Energie, die aus einer Photovoltaik-Anlage gewonnen wird, kann in das Stromnetz eingespeist werden und damit eine Einspeisungsvergütung erwirtschaftet werden.
  • Der Standort muss für die Nutzung einer Photovoltaik-Anlage brauchbar sein.
  • Besitzer einer Photovoltaik-Anlage mit Anbindung an das Versorgungsnetz gelten als Unternehmer.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten für Kredite für Photovoltaik? Unser Ratgeber zum Thema Kredit für Photovoltaik verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Indirekte Förderung der Solarenergie
  • 2. Welche Bedingungen sind an einen Kredit geknüpft?
  • 3. Wer kann diesen Kredit beantragen?
  • 4. Das Fazit: Eine Photovoltaik-Anlage kann sich lohnen

1. Indirekte Förderung der Solarenergie

icon_gebuehrenIm Bereich der Solaranlagen unterscheidet man drei Formen der Energiegewinnung. Hierbei handelt es sich um die Solarthermie zur Gewinnung von Wärme für Heizung und Wasser, die Solarbatterie für den Stromspeicher und die Photovoltaik-Anlage, welche die Sonnenenergie in Strom umwandelt. Diese Unterscheidung zieht sich auch durch staatliche Förderprogramme, weshalb die Begrifflichkeiten besondere Beachtung finden sollten. Bei Photovoltaik-Anlagen gibt es die Möglichkeit, die gewonnene Energie in das Stromnetz einzuspeisen. Hierfür ist allerdings die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur notwendig.

Drei Formen der Energienutzung

Drei Wege Solarenergie zu nutzen

Dadurch erhält man wiederum eine sogenannte Einspeisungsvergütung. Da sich diese inzwischen monatlich ändert und abhängig ist von der Größe der Anlage, der kW-Leistung und zudem auch nicht alle Anlagen zu 100% vergütet werden, sollten Sie sich bei Interesse von einem Fachmann beraten lassen. Betriebe, die Solaranlagen bauen, haben in der Regel die aktuellsten Werte und helfen bei der Berechnung. Eine Möglichkeit die Einspeisung zu erhöhen ist eine dezentrale Versorgung. Dabei wird der Strom komplett in das Versorgungsnetz überführt und der Eigentümer bezieht im Gegenzug seinen bereits vergüteten Strom. Natürlich gegen Zahlung an den Stromanbieter.

Hier ist darauf zu achten, ob die Rechnung bei gesunkener Förderung und steigenden Stromkosten noch aufgeht. Besitzer von Photovoltaik-Anlagen, die vor 2009 auf den Zug aufgesprungen sind und sich Einspeisungsvergütungen auf 20 Jahre haben garantieren lassen, beziehen nach wie vor einen Satz von 43,01 Cent/kWh. Mit derart hohen Sätzen ist nicht mehr zu rechnen. Beim Ausbau der Photovoltaik-Anlage können bestehende Einspeisungsvergütungs-Vereinbarungen leider nicht ausgebaut werden. Die zusätzlich einzuspeisenden kWh sind mit den neuen Sätzen zu vergüten.

icon_vorlage_musterIn dem Moment, wo sich der Besitzer einer Photovoltaik-Anlage an das Versorgungsnetz anschließen lässt und Einkommen durch die Einspeisung erwirtschaftet, gilt er steuerrechtlich als Unternehmer. Hier ist es eine Überlegung wert, ob die Kleinunternehmer-Regelung oder die normale umsatzsteuerpflichtige Unternehmer-Regelung gewählt wird. Kleinunternehmer müssen laut §19 UStG keine Umsatzsteuer ausweisen und damit in Vorkasse treten. Bis zu einem jährlichen Einkommen von 17.500 € ist diese Regelung anwendbar. Im Falle von privaten Photovoltaik-Anlagen werden diese Summen nur schwer überschritten.

Allerdings können gerade in den ersten Jahren die Mehrwertsteuern bei der Anschaffung der Anlage über diesen Weg wieder reingeholt werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn man als umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen angemeldet ist. Es gilt abzuwägen, ob sich der Mehraufwand lohnt. Auch hier gibt es Beratungsmöglichkeiten, die einen auf sämtliche rechtlichen Konsequenzen aufmerksam machen.

Fakt ist: Sobald die Photovoltaik-Anlage an das Versorgungsnetz angeschlossen ist, ist der Besitzer zur jährlichen Einkommenssteuer-Erklärung verpflichtet. Hier greifen dann die Ertrags- und Umsatzsteuerregelungen, die den Besitzer zur Angabe der Einnahmeüberschüsse verpflichten. Gerade in den ersten Jahren kann dies sogar von Vorteil sein, da die Kosten für den Kauf, den Bau und das Montieren der Anlage die Einkünfte übersteigt, dadurch das Jahreseinkommen geschmälert wird und im Endeffekt weniger Einkommenssteuer gezahlt werden muss.

Schließt man die Photovoltaik-Anlage an das Versorgungsnetz an, wird man zum Unternehmer und muss entsprechende Regelungen bei der Steuererklärung beachten. Dadurch entstehen aber auch steuerliche Vorteile.

2. Welche Bedingungen sind an einen Kredit geknüpft?

icon_VerbrauchertippsZunächst kommt es darauf an, um was für einen Kredit es sich handelt. Hier ist zwischen verschiedenen Finanzierungsinstrumenten zu unterscheiden. Banken und Sparkassen gewähren Kredite, die die Mehrwertsteuer jedoch nicht mit abdecken. Diese muss später durch die Steuererklärung wieder eingeholt werden. Die KfW-Bank bietet hier besonders zinsgünstige Kredite an.

Bausparkassen binden ihre Kunden mittels integrierter Bausparverträge und Energieversorger zahlen nicht rückzahlbare Zuschüsse für den Erhalt, um den einspeisenden Kunden an sich zu binden. Die Form der Zuschusszahlung ist dabei unterschiedlich. Entweder fördern sie den Bau der Photovoltaik-Anlage oder schießen etwas zu den Einspeisungsvergütungen.

Es gibt Kreditanbieter, die hier eine Grundschuld einfordern oder – wie beim Immobilienkredit üblich – einen gewissen Prozentsatz an Eigenfinanzierung einfordern. Da Photovoltaik-Anlagen jedoch an sich schon eine Einsparungs- und Finanzierungsquelle bieten, verzichten einige Kreditinstitute auf diese Bedingung. Die Hauptvoraussetzung damit ein Kredit für eine Photovoltaik-Anlage überhaupt gewährt wird, ist natürlich, dass der Platz für das Bauvorhaben geeignet ist. Hier sind bereits vor dem ersten Banktermin sämtliche Meinungen und Gespräche mit den Solaranlagenbauern zu führen.

Diese können ganz genau feststellen, ob ein Bau sich angesichts der Sonneneinstrahlung rentiert oder von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Sie besitzen Kenntnisse über baurechtliche Vorschriften und ziehen notfalls Statiker zu Rate, um auch die Sicherheit auf Hausdächern gewährleisten zu können. Sie wissen, auch welche zusätzlichen Maßnahmen aufgrund von Umwelteinflüssen getroffen werden müssen, ob zum Beispiel die Neigung des Daches zusätzlich ausgeglichen werden muss. Dadurch können sie einen Kostenvoranschlag anfertigen, mit welchem der Kunde dann einen Kredit beantragen kann.

Die Banken und andere Finanzdienstleister überprüfen natürlich, wie bei jedem anderen Kredit auch, die Kreditwürdigkeit. Bei einem Kredit für Photovoltaik-Anlagen wird jedoch auch im Nachhinein genauestens geprüft, dass der Kredit auch nur für die Finanzierung der Photovoltaik-Anlage Verwendung findet. Dies hängt auch mit den staatlich unterstützten niedrigeren Krediten und dem Erlass der Mehrwertsteuer auf Rechnungen der Baumaterialien zusammen.

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3. Wer kann diesen Kredit beantragen?

icon_FAQsEinen Kredit für Photovoltaik-Anlagen können im Prinzip alle Personen und Unternehmen aufnehmen, die als kreditwürdig gelten und berechtigt sind eine Anlage aufzustellen. Die KfW-Bank bietet die Förderung explizit Privatpersonen, Freiberuflern, Landwirten, gemeinnützigen Organisationen, privatwirtschaftlichen Unternehmen und Unternehmen mit kommunaler, kirchlicher oder karitativer Beteiligung an. Hiermit dürften die meisten Bevölkerungsgruppen abgedeckt sein.

Natürlich wird ein Mieter kaum einen Kredit für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Haus seines Vermieters genehmigt bekommen. Es sei denn, er mietet die Dachfläche zu der Wohnung gleich dazu. Prinzipiell ist es möglich Dachflächen oder andere Grundstücke für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen zu mieten oder zu pachten. In dem Fall muss natürlich ein zusätzlicher Pacht- oder Mietvertrag dem Kreditantrag beigelegt werden. In Anbetracht der Bestimmungen zur Einspeisungsvergütung ist hier genau abzuwägen, inwiefern die Photovoltaik-Anlage dann noch rentabel ist.

Haus- und Grundstücksbesitzer, die entweder bereits eigene Anlagen haben und keinen Mehrwert in einem weiteren Ausbau sehen, können ihre Flächen an andere Anlagenbetreiber vermieten. Gerade Dachflächen, die nicht anders genutzt werden, können auf diesem Wege noch weitere Einnahmen erbringen.

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Die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen steht jedem offen

4. Das Fazit: Eine Photovoltaik-Anlage kann sich lohnen

icon_FazitGerade Anlagenbesitzer, die früh genug den Trend der Zeit erkannten und sich Anlagen auf das Dach bauen ließen, profitieren von hohen Einspeisungsvergütungen. Je nachdem wie gut sie sich beraten ließen, konnten sie gleich auf mehreren Ebenen Geld einsparen – bei der Einspeisung und der Einkommenssteuer. Um sicher zu gehen, dass eine Photovoltaik-Anlage auch einen wirklichen Nutzen bringt, können sich potenzielle Kunden professionellen Rat bei den Solarteuren holen. Hier ist es allerdings ratsam sich mehrere Meinungen einzuholen. Notfalls können da auch die Berater der Verbraucherzentralen weiterhelfen.

Diese Beratungen kosten zwar in der Regel Geld, welches aber zum Einen im Falle der Investition steuerlich absetzbar ist und einem zum Anderen im Falle von Desinvestition eine Menge Geld und Nerven erspart. Selbst wenn die Photovoltaik-Anlage kein nennenswertes Plus in die Kasse spült, kann man sich mit solch einer Anlage ein ruhiges Gewissen erkaufen. Man verwendet ohnehin ungenutzte Fläche und tut der Umwelt etwas Gutes, indem immer weniger Atom-Strom produziert werden muss.

Und die Probleme der Überlastung werden die Energiekonzerne auch noch in den Griff bekommen. Bei genügend Platz würde sich für den privaten Gebrauch sonst noch eine Solarbatterie empfehlen, die ebenfalls durch zinsgünstige Kredite gefördert wird.

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