Auch Ü-65-Rentner dürfen Kredite aufnehmen

Kredite für RentnerDa mit dem Eintritt in die Rente viel Freizeit zur Verfügung steht, muss diese auch entsprechend ausgefüllt werden. Ideen gibt es zumeist reichlich, doch die Umsetzung bereitet sich mangels Kapital als schwierig. Die monatliche Rente würde eine Ratenzahlung möglich machen, aber wer gibt den Kredit? Und was für ein Risiko entsteht für den Versicherungsgeber?

Alle Fakten zum Ratgeber „Kredit für Rentner“ im Überblick:

  • Agile Rentner reisen, haben Hobbys und fahren oftmals mit dem Auto.
  • Kredite können mit der Rente, Einkünfte aus Versicherungen und Mieteinnahmen abbezahlt werden.
  • Sollten keine Sicherungen vorliegen ist eine Kreditlebensversicherung zum Schutz der Angehörigen unverzichtbar.
  • Sicherungen in Form von Lebensversicherungen, Immobilien oder Finanzanlagen können eine Kreditlebensversicherung ersetzen.

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten von Krediten für Rentner? Unser Ratgeber zum Thema Kredit für Rentner verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Welche Investitionen können anstehen?
  • 2. Wie können Kredite abbezahlt werden?
  • 3. Wie sinnvoll ist hier eine Kreditlebensversicherung?
  • 4. Das Fazit: Kredite im Rentenalter sind gängige Praxis

1. Welche Investitionen können anstehen?

icon_VerbrauchertippsEs gibt Menschen, die sagen: „Die Rente ist das stille Warten auf den Tod.“ Doch diese Menschen haben die Rechnung nicht mit den agilen Rentnern des 20sten und 21sten Jahrhunderts gemacht. Heutzutage steht nach einem langen Arbeitsleben vielen noch ein langes Rentnerleben bevor. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80,89 Jahren, das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter lag im Jahr 2010 bei 61 Jahren.

Die wenigsten Menschen gehen heutzutage in Rente, weil sie körperlich nicht mehr dazu in der Lage wären einer Arbeit nachzugehen. Auch wenn es angesichts der steigenden Anforderungen im Berufsleben tatsächlich schwierig wird Schritt zu halten, sind viele Rentner noch körperlich fit und agil, sodass sie zumindest die erste Phase ihrer Rente genießen können. Doch die meisten Aktivitäten erfordern Kapital. Reisen wollen bezahlt, ein Auto für die Tages-Ausflüge gekauft, die Sonnenterrasse renoviert und neue Golfschläger für das wiederentdeckte Hobby gekauft werden.

Mögliche Verwendungszwecke für den Kredit

In der Rente hört der Konsum nicht auf!

Theoretisch ist das Geld da. Immerhin bekommen Rentner in Deutschland eine monatliche Auszahlung in Abhängigkeit ihrer Einkünfte zu Zeiten der Erwerbstätigkeit. Aber gerade mit zunehmendem Alter fällt das Sparen auf schöne Dinge schwer. Erst recht, wenn Aktivitäten bezahlt werden wollen, für die man körperlich gesund sein muss. Auch wenn nicht gleich der nahende Tod befürchtet werden muss, können schmerzende Gelenke die Bewegungsfreiheit empfindlich beeinträchtigen. Und ein Rheuma-Patient wird sich auch wenig über eine Kreuzfahrt durch verschiedene Klimazonen freuen.

So spiegelt sich die Ungeduld des Alters nicht nur an der Supermarktkasse, sondern auch im Konsumverhalten wieder. Das Geld muss direkt beschafft und dann mittels monatlicher Rentenzahlung abbezahlt werden.

Nicht nur Luxusartikel, sondern auch chronischer Erkrankungen können zur Notwendigkeit einer Kreditaufnahme führen. Viele Hilfsmittel werden zwar von den Kranken- und Pflegeversicherungen übernommen, aber eben nicht alle und manchmal auch nur anteilig. Braucht man den Kredit um die Pflege eines Angehörigen bewerkstelligen zu können wird der Kredit eher bewilligt, als wenn es um die eigene Pflege geht.

2. Wie können Kredite abbezahlt werden?

icon_kuendigungRentner in Deutschland verfügen über mindestens eine sichere Einnahmequelle im Alter: Die staatliche Altersvorsorge. Mittels monatlicher Rentenzahlungen können Kredite abbezahlt werden. Renten bezieht man solange man lebt. Einige füllen diese mittels privat abgeschlossener Rentenversicherungen weiter auf. Wieder andere haben früh genug investiert und beziehen neben der monatlichen Rente auch noch Mieteinnahmen aus Immobilien oder Zinserträge aus Finanzanlagen.

Doch der entscheidende Knackpunkt, weshalb sich viele Kreditgeber sträuben ist: Wie lange wird der Kreditnehmer diese Einnahmen noch beziehen können? Sprich, wie lange hat er noch zu leben und was passiert, wenn er vor der letzten Ratenzahlung stirbt? Aufgrund solcher Überlegungen ist es für Rentner nicht möglich einen Kreditvertrag ohne Sicherungsabtretung oder einer Kreditlebens- / Restschuldversicherung abzuschließen.

Hat diese Person bereits zu Zeiten von Erwerbstätigkeit Lebensversicherungen und / oder Bausparverträge abgeschlossen und können diese den Kreditgebern vorlegen, so sind viele bereits positiver gestimmt. Trotzdem gilt bei vielen Kreditinstituten ein maximales Kreditalter von 65 oder 70 Jahren. Nun könnte man sagen, dass sich jeder Rentner mit 69 Jahren noch einen mittelfristigen Kredit sichern soll, für den Fall, dass noch größere Investitionen anstehen. Doch auch da werden die meisten Kreditgeber mit dem Kopf schütteln. Ohne Angabe des Verwendungszwecks ist ein Kreditantrag schwierig zu stellen.

Mögliche Einnahmequellen von Rentnern

Auch Rentner haben Einnahmen

Solange die besagten Sicherheiten vorhanden sind, bietet es sich an private Kreditgeber für einen Kredit zu suchen. Voraussetzung ist natürlich, dass besagte Sicherheiten die Kreditsumme decken können. Notfalls ist auch die Sicherungsabtretung mehrerer Objekte möglich um eine Kreditsumme decken zu könne.

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3. Wie sinnvoll ist hier eine Kreditlebensversicherung?

icon_FAQsKreditlebensversicherungen werden gerne als Gesamtpaket von Kreditgebern an Kreditnehmer mit verkauft. Da der Tod kein Alter kennt, wird grundsätzlich immer versucht eine Kreditlebens- oder Restschuldversicherung an den Mann zu bringen. Diese werden gerne in die Tilgungsraten integriert, sodass dem Kreditnehmer nicht immer klar ist, welcher Teil denn nun die Kreditrückzahlung und welches die Versicherungsprämien sind. Daher kann es hier im Zeitverlauf passieren, dass die Prämien sinken und der Versicherungsschutz nicht mehr im vollen Umfang gewährleistet ist. Der Kredit ist dann unterversichert.

Sollte im Falle eines plötzlichen Todes oder Verdienstausfall die Existenz der ganzen Familie gefährdet sein, macht solch eine Versicherung durchaus Sinn. Die Frage ist nur, wann dies wirklich der Fall ist. Der Deutsche neigt zur Überversicherung. Vermutlich haben die Plagen nach dem ersten und zweiten Weltkrieg ein tiefgreifendes Misstrauen gegenüber der Umwelt geschaffen. Nun wird mit allem Mitteln versucht dem Schicksal und der Umwelt ein Schnippchen zu schlagen, indem man sich für den Fall der Fälle versichert. Ganz gleich, was für ein Fall das auch sein mag.

Generell sollte jeder Kreditnehmer so vorausschauend sein und seinen Erben keine Schulden hinterlassen. Zum einen sind viele überhaupt nicht in der Lage diese zu begleichen, zum anderen sind sie dadurch aber eventuell genötigt ihr Heim zu verlassen. Hier sei an die treusorgende Witwe gedacht, die Zeit ihres Lebens den Haushalt geführt hat und daher nun von der Witwenrente leben muss. Davon ein Haus mit all seinen Nebenkosten zu halten ist schwierig genug, davon aber auch noch die Raten zahlen zu müssen ist nahezu unmöglich.

Um solche und ähnliche Auswirkungen zu vermeiden, bietet sich eine Kreditlebensversicherung tatsächlich an, sofern keine weiteren Sicherungsmöglichkeiten bestehen. Zusätzliche Versicherungen sind auch immer mit zusätzlichen Kosten verbunden. Je Älter der Kredit- und Versicherungsnehmer umso höher wird das Risiko bewertet und dementsprechend hoch fallen dann auch die Prämien aus.

Sollte der Kreditnehmer im fortgeschrittenen Alter keinerlei Sicherungen aufweisen, die die Kreditsumme bei vorzeitigem Ableben decken, empfiehlt sich eine Kreditlebensversicherung. Um eine Unter- und Überversicherung zu vermeiden, bietet es sich an Hilfe von einem Versicherungsexperten zu holen.

4. Das Fazit: Kredite im Rentenalter sind gängige Praxis

icon_FAQsKredite werden im Rentenalter gleichermaßen benötigt, wie im Erwerbsleben. Mit dem Mehr an Zeit steigt bei vielen die Konsumfreude in den ersten Jahren nach Renteneintritt. Bis sich das Alter bemerkbar macht, können ein paar Jahre vergehen und diese gilt es zu nutzen.

Rentner haben gegenüber Erwerbstätigen auch einen klaren Vorteil: Ihr Einkommen, die Rente, ist kalkulierbar. Hier droht keine Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit, die Rente kommt jeden Monat, Zeit ihres Lebens. Doch gerade, weil diese Zeit ungewiss ist und das Ende mit fortschreitendem Alter immer Wahrscheinlicher wird, ist ein Kredit bei vielen Instituten nur bis maximal 70 Jahre möglich.

Überzeugen können an dieser Stelle Sicherungsabtretungen oder eine Kreditlebensversicherung. Dies erspart auch den Angehörigen im Todesfall eine Menge überflüssigen Kummer.

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