Das schuldenfreie Erbe mittels Kreditlebensversicherung

KreditlebensversicherungDie Kreditlebensversicherung scheint gerade für potenzielle Erben wie eine Erleuchtung zu sein. Doch wirkt die Kreditlebensversicherung nicht nur im Todesfall, sondern kann nach Bedarf ausgeweitet werden. Hat der Verstorbene jedoch keine Kreditlebensversicherung abgeschlossen gibt es auch noch andere Möglichkeiten um bei Zahlungsunfähigkeit oder Erbschaft nicht in eine Schuldenfalle zu tappen.

Alle Fakten zum Ratgeber „Kreditlebensversicherung“ im Überblick:

  • Kreditlebensversicherung kann synonym zur Restschuldversicherung genutzt werden
  • Sie gilt nicht nur im Todesfall, sondern bei allen im Versicherungsvertrag festgehaltenen Schadensfällen
  • Die Ausschlussklauseln müssen besondere Berücksichtigung finden
  • Ein Erbe kann innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntgabe ausgeschlagen werden
  • Versicherungsnehmer sollten frühzeitig die Hilfe von Versicherungsexperten in Anspruch nehmen, um sich vor Über- oder Unterversicherung zu schützen

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter den Angeboten von Kreditlebensversicherungen? Unser Ratgeber zum Thema Kreditlebensversicherungen verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was ist eine Kreditlebensversicherung?
  • 2. Der Unterschied zur Restschuldversicherung
  • 3. Muss man ein Erbe annehmen?
  • 4. Welche Alternativen gibt es?
  • 5. Das Fazit: Gegen alle Eventualitäten abgesichert

1. Was ist eine Kreditlebensversicherung?

icon_FAQsDie Kreditlebensversicherung soll in dem Moment Anwendung finden, wenn die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners droht. Der Schuldner kann dann die im Vorfeld abgeschlossene Versicherung geltend machen und seine ausstehenden Zahlungen davon begleichen lassen. Die Kreditlebensversicherung ist nicht nur im Todesfall, sondern auch bei anderen unvorhergesehenen Vorkommnissen anwendbar – vorausgesetzt das wurde im Versicherungsvertrag festgehalten.

Die Kreditlebensversicherung kann den offenen Betrag begleichen

Hier greift die Kreditlebensversicherung

Da das Leben selten in geordneten Bahnen verläuft und immer Überraschungen bereithält, kann man sich gegen eine nicht unwahrscheinliche Zahlungsunfähigkeit schützen. Zahlungsunfähigkeiten können die verschiedensten Ursachen haben. Am häufigsten sind sie jedoch die Folge von Arbeitslosigkeit, Unfällen, Scheidungen oder Todesfällen. Die Kreditlebensversicherung kann auf weitere Ursachen ausgeweitet werden.

Man sollte sich aber im Klaren sein, dass man sich nicht gegen alle Unwägbarkeiten des Lebens schützen kann. Versicherungen gibt es zu Hauf und mit Sicherheit gibt es keine Situation, die sich nicht gegen entsprechende Prämien versichern lässt. Doch muss der Blick auch auf die Gegenwart gerichtet sein. Seine Familie vor den schlimmsten Vorkommnissen schützen zu wollen ist löblich, kann aber zu empfindlichen Einbußen der Lebensqualität führen, denn versichern kostet.

Eine Kreditlebensversicherung schützt den Kreditnehmer nur in den im Versicherungsvertrag aufgeführten Fällen vor Zahlungsunsicherheiten. Tritt die Zahlungsunsicherheit aus anderen Gründen ein, ist er auf sich allein gestellt oder auf die Kulanz, bzw. Kooperation der Kreditgeber angewiesen.

2. Der Unterschied zur Restschuldversicherung

icon_VergleichSo verwundert es nicht, dass die Kreditlebensversicherung und die Restschuldversicherung synonym Verwendung finden. Die Kreditlebensversicherung suggeriert vom Namen her den Versicherungsschutz bei Eintreten des Todes, während die Restschuldversicherung vom Wortlaut, den Schutz bei Zahlungsunfähigkeit verspricht.

Doch da sind beide Definitionen zu kurz gegriffen. Egal, wie der Versicherungsvertrag genannt wird, auf den Inhalt kommt es an. Ist in der Kreditlebensversicherung auch der Schutz bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit – also der Kreditnehmer wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen gekündigt – gewährt, greift sie auch hier. Ist bei der Restschuldversicherung der Versicherungsschutz im Scheidungsfall ausgeschlossen, wird die Restschuld bei Scheidungen nicht beglichen.

Das wichtigste eines Versicherungsvertrages sind die Ausschlussklauseln. Darin liegt auch die Skepsis gegenüber Versicherungen begründet. Nicht jede Versicherung trägt ihrem Namen Rechnung. Zudem scheinen einige Versicherungsunternehmen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben möglichst viele Klauseln einzubauen, die sie von der Versicherungspflicht ausschließen. Dies gilt für alle Versicherungsverträge, egal ob Kreditlebensversicherung, Restschuldversicherung, Krankenversicherung oder Hausratversicherung.

Dem hat der Bundesgerichtshof (BGH) versucht Einhalt zu gebieten. Da er sich grundsätzlich nicht in Verträge zwischen zwei Parteien einzumischen hat, bemüht er sich den Kreditnehmer zu schützen, indem er missverständliche Klauseln als widerrechtlich verurteilt. Hierzu zählen alle Formulierungen, die für einen bemühten Laien nicht verständlich sind. Dies begründet der BGH damit, dass von einem Versicherungsnehmer keine versicherungsrechtlichen Spezialkenntnisse erwartet werden können.

Zusammenfassen kann man sagen, dass es zwischen Kreditlebensversicherung und Restschuldversicherungen weder vom Versicherungsschutz, noch vom Versicherungsobjekt Unterschiede gibt. Bei beiden können Vereinbarungen und Klauseln eingefügt werden, die den Versicherungsschutz erweitern oder schmälern.

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3. Muss man ein Erbe annehmen?

icon_VerbrauchertippsDer Partner oder ein Elternteil stirbt und man erbt ein Haus samt dem noch nicht abbezahlten Immobilienkredit. Doch was genau bedeutet es zu erben? Das Erbe oder die „Gesamtrechtsnachfolge“ ist laut § 1922 Absatz 1 BGB folgendermaßen definiert: Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.

Die meisten werden schon mal davon gehört haben, dass man ein Erbe auch ausschlagen kann. Die Krux an der Sache ist jedoch, dass die wenigsten Erben die wahren Vermögensverhältnisse ihrer Verstorbenen kennen. Besonders in Deutschland gilt es als verpönt über Geld zu reden und über Schulden erst recht.

Wie das Annehmen oder Ausschlagen von Erbschaften zu erfolgen hat ist in den Paragraphen §§ 1942-1960 BGB aufgeführt. Die wichtigsten Regelungen werden folgend angerissen. Hier ist jedoch darauf hinzuweisen, dass im Falle einer anfallenden Erbschaft dringend ein Rechtsbeistand aufzusuchen ist, der noch mal eindringlich über die Rechten, Pflichten und Fristen eines Erbens aufklärt.

Wird das Erbe nicht innerhalb von sechs Wochen ausgeschlagen, gilt es als angenommen. Dies bietet dem Erben die Möglichkeit Erkundigungen über die Höhe von Wert und Schulden einzuholen. Das ausgeschlagene Erbe – ob Kapitalerträge, Immobilien oder Schulden – wird zunächst den nächsten Angehörigen zum Erbe vorgelegt und geht bei erneutem Ausschlagen direkt an den Fiskus. Das Erbe ist nur als Gesamtpaket erhältlich. Rosinenpicken ist also nicht möglich.

Der Abschluss einer Kreditlebensversicherung würde im Todesfall die Angehörigen davor bewahren einen noch nicht bereinigten Kredit zu erben. Dieser würde von der Versicherung ausbezahlt werden. Hier ist aber darauf zu achten, welche Klauseln im Versicherungsvertrag stehen. Krankheit und Suizid sind in einigen Lebensversicherungen und auch in einigen Kreditlebensversicherungen nicht mit versichert.

So makaber es klingt, aber vor der Entscheidung für oder gegen ein Erbe muss erst mit der Versicherung geklärt werden, ob die Umstände des Todes von der Versicherung auch tatsächlich gedeckt ist. Andernfalls sieht sich der Erbe widererwartend einem Haufen Schulden gegenüber. Dies kann aber auch von einem Rechtsanwalt geklärt werden und erfordert nicht zwingend die persönliche Auseinandersetzung.

4. Welche Alternativen gibt es?

icon_ChecklisteIst das Erbe angenommen und es besteht keine Kreditlebensversicherung oder diese ist aufgrund von Ausschussklauseln nicht gewillt ihrer Verpflichtung nachzukommen, gibt es immer noch Mittel und Wege der Schuldenfalle zu entrinnen. Der Versicherungsmarkt ist nicht nur bei Häuslebauern fleißig, sondern beginnt ihre Kundenakquise bereits während der Ausbildungsphase. Daher besitzen viele Menschen Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen.

Gerade junge Leute wurden mit günstigen Berufsunfähigkeitsversicherungen gelockt, die zu relativ niedrigen Preisen bei Nicht-Bedarf in eine spätere Rentenauszahlung übergehen und im Todesfall den Hinterbliebenen ein kleines Finanzpolster bieten. Dazu kommt die bis zum Jahr 2000 schon nahezu obligatorisch abgeschlossene Lebensversicherung für alle deutschen Bundesbürger. Hinterbliebene solch vorausschauender Verstorbener werden der Schuldenfalle vermutlich entgehen.

Eine Auflistung der Alternativen zur Kreditlebensversicherung

Reichen die Alternativen?

Daher ist es prinzipiell nicht verkehrt sich zu versichern. Es muss sich eben nur nicht gegen jede Lebenslage versichert werden. Hier helfen Versicherungsexperten die optimale Waage zwischen Über- und Unterversicherung zu finden. Wenn bestimmte Versicherungen – wie oben erwähnt – bereits bestehen, werden einige teure Schutzmaßnahmen überflüssig.

Handelt es sich um einen Immobilienkredit ist es immer noch möglich das Haus zu verkaufen. Mit ein bisschen Verhandlungsgeschick lassen sich die bestehenden Kredite aus dem Erlös vorzeitig ablösen. Viele Banken verlangen hier die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Stammen die Kredite aus dem Zeitraum 2002 bis 2010 ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass der Kredit eine anfechtbare Widerrufsbelehrung enthält. Spätestens darüber lassen sich die Verträge dann ohne Nachteile für den Kreditnehmer auflösen.

icon_KonditionenFür andere Kreditnehmer empfiehlt sich das Gespräch mit dem Bankberater zu suchen. Es gibt auch die Möglichkeit das Haus samt des noch fälligen Kredits zu verkaufen. Zudem kann der Erlös auch auf andere Sparkonten überwiesen werden und mittels Sparplan dann eine monatliche Kredittilgung angewiesen werden. So kann der Kreditnehmer während der Kreditlaufzeit sogar noch Zinsgewinne einfahren.

Ebenfalls möglich ist auch das Umschulden von Krediten. Dabei wird der alte Kredit abgelöst und durch einen neuen mit besseren oder für den Kreditnehmer günstigeren Konditionen ersetzt. Diese können sich in Form geringerer Zinsen, flexiblerer Laufzeiten oder anpassbaren Ratenzahlungen äußern. Dies funktioniert jedoch nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Eine drohende Überschuldung kann durch andere Versicherungen, Umschuldungen oder auch Hausverkäufe abgewendet werden. Hierfür ist eine Kreditlebensversicherung nicht zwingend notwendig. Bei absehbaren Zahlungsschwierigkeiten sollte unmittelbar das Gespräch mit einem Bankberater und Versicherungsexperten gesucht werden.

5. Das Fazit: Gegen alle Eventualitäten abgesichert

icon_FazitMittels einer Kreditlebensversicherung kann man sich nicht nur gegen den unplanmäßigen Todesfall versichern, sondern auch gegen weitere Umstände, die zur Zahlungsunfähigkeit führen können. Je größer das Versicherungsvolumen ist, umso teurer wird jedoch die Prämie.

Des Weiteren ist darauf zu achten, dass der eigentlich zu versichernde Schadensfall nicht durch sogenannte Ausschlussklauseln ausgeschlossen wird. Ärgerlich wäre zudem, wenn ein und derselbe Schadensfall gleich von mehreren Versicherungen gleichermaßen abgedeckt wird.

Daher ist es ratsam sich im Zuge eines mittel- oder langfristigen Kredits frühzeitig mit den eigenen Absicherungen auseinanderzusetzen. Im Zweifel ist auch dazu geraten die Kredit- und Versicherungsunterlagen von einem kompetenten Versicherungsexperten durchgucken zu lassen. Dieser hat ein besseres Auge für Über- oder Unterversicherung.

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