Die Vor- und Nachteile der Restschuldversicherung

Vor- und Nachteile der RestschuldversicherungDie Restschuldversicherung wird Kreditnehmern gerade beim Abschluss langfristiger Immobiliendarlehen angeboten. Hier ist jedoch auf verschiedene Details zu achten. Es muss sich vor dem Abschluss die Frage gestellt werden, ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist. Hier müssen die möglichen Konsequenzen im Schadensfall genauso Beachtung finden, wie die möglichen Alternativen.

Alle Fakten zum Ratgeber „Restschuldversicherung“ im Überblick:

  • Die Restschuldversicherung soll bei Zahlungsunfähigkeit die Kreditsumme abdecken
  • Restschuldversicherung kann sich auf Todesfall, Arbeitsunfähigkeit, Scheidung und / oder Arbeitslosigkeit beziehen
  • Ausschlussklauseln sind dringend zu beachten
  • Andere Versicherungen können Restschuldversicherung überflüssig machen
  • Vor Abschluss der Versicherung einen externen Versicherungsexperten hinzuziehen um Über- oder Unterversicherungen zu vermeiden

Doch was für Möglichkeiten stecken hinter einer Restschuldversicherung? Unser Ratgeber zum Thema Restschuldversicherung verrät es!

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was ist eine Restschuldversicherung?
  • 2. Welche Alternativen gibt es?
  • 3. Fazit: Unter bestimmten Umständen kann sie Sinn machen

1. Was ist eine Restschuldversicherung?

icon_FAQsEine Restschuldversicherung soll im Ernstfall die restlichen Schulden eines Kredits abdecken, falls es zur Zahlungsunfähigkeit kommen sollte. Dies soll Kreditnehmer und Kreditgeber gleichermaßen schützen. Im Zuge dessen bieten die meisten Kreditinstitute die Restschuldversicherungen in einem Rundum-Sorglos-Paket mit an. Theoretisch soll die Restschuldversicherung genau dann greifen, wenn der Schuldner nicht mehr in der Lage ist seine Raten zu begleichen. Dies kann durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Unfall oder Tod der Fall sein. Insbesondere bei Immobilienkrediten sind häufig nicht nur die Schuldner, sondern auch der Rest der Familie von den Konsequenzen betroffen.

Gerade bei dem Thema Arbeitslosigkeit kann es bei den Versicherungen jedoch zu Einschränkungen kommen. Unter Umständen verlangen sie eine sechs monatige oder länger andauernde Wartezeit bevor die Versicherung im Schadensfall greift. Zudem ist es möglich, dass die Versicherung erst 12 oder 24 Monate nach Abschluss der Versicherung richtig greift. Es muss vor Abschluss einer Versicherung verstärkt auf die Bedingungen geachtet werden. Nur weil die Versicherung grundsätzlich greifen soll, wenn die Zahlungsunfähigkeit eintritt, heißt das nicht, dass das auch passiert. Die meisten Versicherungen arbeiten mit zahlreichen Klauseln, die den Versicherungsschutz ausschließen.

Ratenzahlungen können bei Arbeitslosigkeit ausfallen

Mögliche Konsequenz bei Arbeitslosigkeit

Viele Versicherungen bieten verschiedene Optionen an. So versichert man sich bei einigen nur für den Fall, dass es zum vorzeitigen Todesfall kommt. Vorzeitig meint hier bevor die Kreditschuld beglichen ist. Andere Versicherungen schließen die Arbeitsunfähigkeit mit ein, wieder andere können auf Scheidung und Arbeitslosigkeit ausgeweitet werden. Die Höhe der zu zahlenden Prämie steigt mit dem Umfang des Versicherungsschutzes.

Befindet man sich im klassischen Rollenbild, in dem der Familienvater als Alleinverdiener auftritt, ist die Versicherung gegen den Todesfall oder Arbeitsunfähigkeit tatsächlich in Erwägung zu ziehen. Bei vielen greift hier zwar die Lebensversicherung, aber auch die kann unter Umständen noch nicht den gesamten Kreditrahmen decken. Es ist im Vorfeld zwingend zu prüfen, welche der bereits bestehenden Versicherungen wann greift.

icon_VerbrauchertippsSo schützt man sich vor Über- und Unterversicherung. Im Zweifel kann ein unabhängiger Versicherungsexperte zu Rate gezogen werden. Außerdem kann versucht werden Verhandlungen mit den Versicherungsunternehmen bezüglich des Versicherungsrahmens zu führen. Ein gewisser Spielraum ist in den meisten Fällen vorhanden. Je Höher der Kredit und je länger die Laufzeit, umso entgegenkommender werden die Kreditinstitute sein.

Die Versicherung kann so angelegt sein, dass sie beispielsweise bei jungen Familien nur während der ersten zehn Jahre der Kindererziehung die Kreditsumme deckt. Andere Versicherungen tendieren dazu gerade bei lang angelegten Versicherungen die Prämien im Zeitverlauf zu erhöhen. Dieses Vorgehen begründen Sie mit der steigenden Gefahr eines plötzlich eintretenden Todes des Versicherungsnehmers.

Generell sind die Restschuldversicherungen aber so angelegt, dass immer nur die noch offene Kreditsumme gedeckt ist. Dementsprechend sinkt der an die Versicherung zu zahlende Betrag im Zeitverlauf, doch das Versichern der Restschuld wird im Zeitverlauf immer teurer.

Da die Versicherungssumme in die Kredittilgung integriert wird, ist es oftmals nicht mehr so leicht zu überblicken, ob die Restschuld abgedeckt ist oder nicht. Hier kann es leicht zu Unterversicherungen kommen, was gerade im Schadensfall ärgerlich ist, da man sich als zahlender Versicherungsnehmer darauf verlässt, dass die Kreditsumme abgedeckt ist.

Restschuldversicherungen sollen offene Kreditsummen im Schadensfall decken. Hier gibt es verschiedene Ausprägungen bezüglich der Deckungssumme, der Prämienzahlung und der Ausschussklauseln. Im Zweifel sollte immer ein externer Experte zu Rate gezogen werden.

ing-dibaJetzt direkt ING-DiBa Kreditangebot anfordern

2. Welche Alternativen gibt es?

icon_ChecklisteWie oben bereits erwähnt haben viele Menschen bereits in jungen Jahren Versicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit, eines Unfalls und Lebensversicherungen abgeschlossen. Diese Versicherungen gewährleisten im Schadensfall entweder eine Einmalzahlung oder monatliche Bezüge. Gerade Berufsunfähigkeitsversicherungen sind auf den Fall ausgelegt, dass durch eine Erkrankung oder einen Unfall das monatliche Einkommen wegfällt. Daher ist zumindest die Notwendigkeit die Arbeitsunfähigkeit in die Restschuldversicherung zu integrieren hinfällig.

Natürlich sollte auch immer die Versicherungssumme mit einkalkuliert werden. Auf lange Sicht und nicht nur im Hinblick auf den Immobilienkredit sollten die tatsächlichen und auch wirklich notwendigen monatlichen Ausgaben der Versicherungssumme gegenübergestellt werden. Ist es nicht möglich den Bedarf damit zu decken, kann die Berufsunfähigkeits- und / oder Unfallversicherung nachträglich aufgestockt werden.

Mögliche Alternativen zur Restschuldversicherung

Eine Restschuldversicherung kann durch diese Alternativen überflüssig werden

Ein direkter Vergleich der Kosten ist oft schwierig, da die Finanzierungspläne der Banken die einzelnen Beträge nicht immer übersichtlich zur Verfügung stellen. Fragt man wiederholt nach, werden einem die genauen Zahlen vorgelegt. Dann heißt es gegenzurechnen, welche Versicherungsform den größten Nutzen bringt.

Auch sollte man sich die Frage stellen: Was passiert eigentlich, wenn die Ratenzahlung nicht mehr geleistet werden kann? Hier ist zu unterscheiden, ob es sich nur um die Höhe der Ratenzahlung oder um die gesamte Rate handelt. Ist die Höhe der Raten entscheidend für einen Zahlungsverzug sind die meisten Kreditgeber inzwischen so flexibel, dass sie ein zwischenzeitiges Zahlungstief akzeptieren. Neuere Kreditverträge halten sich die variablen Kreditzahlungen frei. Bei älteren Kreditverträgen ist eine Änderung in der Ratenzahlung meisten durch eine Änderungsgebühr zu erreichen.

Kann die gesamte Rate nicht mehr beglichen werden, muss Ursachenforschung betrieben werden. Ist dies nur für einen absehbaren Zeitraum der Fall können Zahlungspausen vereinbart werden. Gründe hierfür können Unfälle oder auch der zwischenzeitige Wegfall eines Einkommens durch Elternzeit sein. Einige Kreditverträge haben dieses Risiko bereits einkalkuliert und ermöglichen dem Kreditnehmer so eine höhere Flexibilität.

Kommt es wirklich zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Zahlungsunfähigkeit ist dringend dazu zu raten das Gespräch mit dem Bankberater zu suchen. Dieser kann im Notfall Hilfestellungen geben und Alternativen suchen. In seinem eigenen Interesse werden Lösungen gefunden, die dem Schuldner eine Abzahlung des Kredits ermöglichen. Eine Privatinsolvenz ist auch für den Gläubiger keine Option. Selbst bei dem Verkauf des Hauses kann der Gläubiger Verluste einfahren.

Eine weitere Option ist die Umschuldung des Kredits. Dies kann zum Einen Zinseinsparungen bringen und zum Anderen Änderungen auf Dauer vergünstigen. Der Gläubiger verliert dadurch zwar bereits einkalkulierte Zinsen, kann so aber zumindest die Zahlungsfähigkeit des Schuldners verlängern. Hier muss der Schuldner natürlich unverschuldet in diese Zwangslage gekommen sein. Bei Verschuldung durch unverhältnismäßigen Konsum ist mit der Kulanz der Kreditgeber nicht zu rechnen.

3. Fazit: Unter bestimmten Umständen kann sie Sinn machen

icon_FazitDie Restschuldversicherung ist in dem Moment sinnvoll, wenn sie das Risiko einer ganzen Familie schmälert. Kreditnehmer von langangelegten Immobiliendarlehen bieten sich hierfür besonders gut an. Überflüssig ist die Restschuldversicherung für kleinere bis mittelfristige Kredite. Zudem können bereits gut abgesicherte Personen die abgespeckte Version der Restschuldversicherung wählen.

Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung fangen bereits einen großen Teil der monatlich zu leistenden Ratenzahlungen auf. Hier ist im Vorfeld zu gucken, ob zum Einen die Versicherungssumme die Ausgaben abdeckt und welche Schadensfälle abgedeckt sind.

Sollte die Restschuldversicherung abgeschlossen werden, ist genau auf das Kleingedruckte zu achten. Oft werden Klauseln eingebaut, die den Versicherungsschutz in vielen Fällen ausschließen. Dadurch werden zwar monatlich hohe Versicherungsprämien geleistet, aber im Endeffekt nutzt es dem Versicherungs- und Kreditnehmer nichts. Am besten zieht man einen Versicherungsexperten zu Rate, der objektiv den Fall und die Absicherung durch andere Versicherungen begutachtet.

ing-dibaJetzt direkt ING-DiBa Kreditangebot anfordern