Wie funktioniert das Schufa-Scoring Verfahren?

Schufa-Scoring VerfahrenDie Schufa-Auskunft ist in aller Munde. Egal ob man ein Haus kaufen, ein Auto leasen oder einen Mobilfunkvertrag abschließen möchte: Überall wird eine Schufa-Auskunft erbeten. Und schon fängt man an zu überlegen, ob denn auch wirklich alle Rechnungen in der Vergangenheit immer sofort bezahlte wurden.
Und was wenn nicht? Welcher Werte bedient sich die Schufa und wie wirkt sich eine frühere Mahnung auf die aktuelle Kreditanfrage aus?

Alle Fakten zum Ratgeber „Schufa-Scoring-Verfahren“ im Überblick:

  • Die Schufa ist eine Auskunftei, die Informationen zum Zahlungsverhalten von Privatleuten sammelt.
  • Die Informationen werden mit Hilfe eines Punkteverfahrens, dem Score, in qualitativ messbare Werte umgerechnet.
  • Durch das Scoring-Verfahren werden diese Werte gewichtet und zu Wahrscheinlichkeitswerten umgewandelt.
  • Jede Person hat dann einen branchenspezifischen Scoring-Wert, der die Wahrscheinlichkeit wiederspiegelt, den angefragten Kredit auch in voller Höhe zurückzuzahlen.
  • Der Wahrscheinlichkeitswert darf nur zur Entscheidungsunterstützung genutzt werden.

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Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was ist die Schufa?
  • 2. Was ist der Schufa Score?
  • 3. Welche Daten fließen in das Schufa Scoring Verfahren mit ein?
  • 4. Wie aussagekräftig ist das Scoring?
  • 5. Fazit: Das Scoring-Verfahren dient der Entscheidungsfindung

1. Was ist die Schufa?

icon_FAQsDie Schufa wurde 1927 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Wiesbaden. Ausgeschrieben bedeutet Schufa die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Auf dem Markt tritt sie als Auskunftei auf. Das bedeutet, dass sie Finanzdaten von Privatleuten sammelt und diese an Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Banken auf Anfrage weitergibt.

Entstanden ist die Schufa aus der Berliner Elektrizitätswerke AG (BEWAG). Damals haben die Werke neben Strom auch noch Elektrogeräte verkauft. Da es zwischen, während und nach den Weltkriegen kaum Menschen mit finanziellen Rücklagen gab, behalf man sich mit Krediten. Die Stromerzeuger gingen damals noch von Haus zu Haus um die Rechnungen einzutreiben. Dadurch hatte die BEWAG einen enorm guten Überblick über die finanziellen Verhältnisse der Kunden.

Dr. Kurt Meyer, der Bruder eines BEWAG-Mitarbeiters wird 1927 mit dem gutheißen des BEWAG-Vorstands Geschäftsführer der Schufa. Hier bietet er Händlern mit Hilfe der Informationen aus der BEWAG Bonitätsinformationen für 25 Pfennig an. Die Idee wird ein voller Erfolg und hat in seinen Grundzügen bis heute Bestand.

Die Grundsätze der Schufa sind von Anfang an das Prinzip der Gegenseitigkeit, der Neutralität und der Verschwiegenheit. So zieht die Schufa keine persönlichen Daten zu Rate, die in irgendeiner Form eine Vorverurteilung mit sich bringen. Die Informationen werden der Schufa von Händlern, Banken und Mobilfunkanbietern angetragen. Sie profitieren von den Auskünften und geben im Gegenzug eigene Informationen preis. Die Rechtmäßigkeit zur Erteilung dieser Auskünfte sichern sie sich zumeist im Zuge der AGB-Zustimmung durch den Kunden.

Die Homepage der Schufa

Der Web-Auftritt der Schufa

Entgegen der weitläufigen Meinung ist die Schufa keine staatliche Organisation, sondern ein privat wirtschaftlich genutztes Unternehmen. In Deutschland gibt es neben der Schufa noch andere Auskunfteien. Doch keine hat bislang einen so hohen Stellenwert und Verbreitungsgrad erfahren wie die Schufa.

2. Was ist der Schufa Score?

icon_VerbrauchertippsDas Wort „Score“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Punkte“ oder „Note“. Scoring meint, diese Punkte zueinander in Beziehung zu setzten und eine Rangfolge oder Wertung vorzunehmen. Durch diese Methode erhalten qualitative Messkriterien einen quantitativ messbaren Wert. Im Endeffekt hilft es dem Anwender des Verfahrens objektiv nachvollziehbare Entscheidungen in vergleichbaren Situationen treffen zu können. Anwendung findet dieses Verfahren in der Medizin oder bei Wettervorhersagen oder eben bei der Schufa.

Mittels des Scoring berechnet die Schufa, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kunde den Kredit an die Bank zurückzahlt. Die Schufa nutzt dabei keine ganzen Zahlen sondern berechnet die Wahrscheinlichkeit in Prozent. Anhand dieser Werte ist es der Schufa möglich dank eines über Jahrzehnte entwickelten Algorithmus die Bonität und Zahlungsmoral des Kunden vorhersagen zu können.

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3. Welche Daten fließen in das Schufa Scoring Verfahren mit ein?

icon_VergleichDie Schufa kann nur mit den Daten arbeiten, die sie auch erhält. Das Netzwerk ist enorm gut ausgebaut und versorgt die Schufa mit den aktuellsten Daten. Es gibt kaum ein Geldgeschäft über das die Schufa nicht informiert ist. Die Schufa bezieht ihre Daten von Versandhäusern, Mobilfunkanbietern und Finanzdienstleistern. Auch Vermieter, Stromversoger und andere private Versorger geben gerade bei missfallen die Daten an die Schufa weiter.

Bei der Schufa wird ausschließlich das bisherige Zahlungsverhalten des Kunden begutachtet. Dieses Verhalten wird über einen Algorithmus bewertet. Dazu gehören Fragestellungen wie: Wurde in der Vergangenheit immer fristgerecht bezahlt? Gab es Zahlungsverzögerungen? Wie viele Mahnungen waren im Regelfall nötig? Kam es zu Zahlungsausfällen?

Daten, die von der Schufa ausgeschlossen werden, betreffen die Nationalität, den Beruf, das Einkommen, den Familienstand und das Wohnviertel. Diese Daten dienen nur dazu Vorurteile zu schüren oder den Spielraum für Verhandlungen abzustecken. Deshalb haben sie in einer neutralen Bonitätsprüfung, wie die Schufa sie seinen Kunden anbietet nichts verloren. Sollten Vorbehalte aufgrund dieser Informationen bestehen, wird das einen Abschluss des Vertrages auch ohne die Schufa verhindern.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Schufa ein branchenspezifisches Scoring-Verfahren durchführt. Das bedeutet, dass Anfragen von Handelshäusern mit anderen Werten beantwortet werden können als Anfragen von Banken. Die verschiedenen Scoring-Modelle sind bedarfsgerecht auf die Kreditgeber zugeschnitten. Das es zu diesen unterschiedlichen Scoring-Werten kommt, hängt mit den unterschiedlichen Kreditzwecken zusammen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde seine Mobilfunkgebühr regelmäßig bezahlt, hängt nun mal mit anderen Faktoren zusammen als die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde seinen 30 Jahre währenden Kredit abbezahlt.

Das Scoring-Verfahren bezieht also nur vergangenheitsbezogene Erfahrungswerte hinsichtlich des Zahlungsverhaltens in die Berechnungen mit ein. Das Sammeln anderer Informationen, die dem Zwecke der objektiven Einschätzung nicht dienlich sind, wird unterlassen.

4. Wie aussagekräftig ist das Scoring?

icon_vorlage_musterVorne Weg: Es gibt keinen Menschen, der von der Schufa einen Scoring-Wert von 100 Prozent erhalten würde. Niemand ist vollkommen vorhersagbar. Zudem kann der plötzlich eintretende Tod die Rückzahlung eines Kredits verhindern. Oder auch ein langsam eintretender, von dem die Schufa niemals etwas erfahren wird. Sie verlässt sich einzig und allein auf die Vergangenheitswerte in Sachen Zahlungsverhalten.

Trotzdem wird dem Scoring eine sehr große Bedeutung beigemessen und ihm wird größtes Vertrauen entgegen gebracht. Dieses Vertrauen hat sich die Schufa über Jahrzehnte erkämpft und immer wieder unter Beweis gestellt. Dank der vermeintlichen Messbarkeit durch die Wahrscheinlichkeitsangaben kam es in den letzten Jahren zu mehr positiven Kreditentscheiden.

Während die blanken Fakten die Kreditinstitute in den Jahren zuvor oftmals erschreckten, bietet das Scoring-Verfahren den Dienstleistern ein objektives Bewertungsinstrument. Einzelne Zahlungsverzüge müssen nun nicht mehr selber gewichtet werden, sondern werden von der Schufa gewichtet und in einen objektiven Zusammenhang gebracht. Der Wert den diese mathematische Formel erbringt, wird den Werten Hunderttausend anderer Kreditnehmer gegenübergestellt und dazu in ein Verhältnis gesetzt.

Der Erfolg gibt dem Verfahren Recht. Bislang sind keine Ausreißer bekannt, die dieses Verfahren in Frage stellen könnten. Es muss allerdings erwähnt werden, dass es sich beim Scoring-Verfahren nur um einen Wahrscheinlichkeitswert handelt, der sich auf die Bonität des Kunden bezieht. Eine Entscheidung wird damit noch nicht getroffen. Banken prüfen noch zahlreiche andere Bonitätsfaktoren ehe sie über die Vergabe eines Kredits entscheiden.

5. Fazit: Das Scoring-Verfahren dient der Entscheidungsfindung

icon_FazitDas Scoring-Verfahren macht sich die Erfahrung vergangener Geschäftspartner im Sinne von Kreditgebern zu nutze. Anhand dieser Werte wird ein Wahrscheinlichkeitswert erstellt, der Aussagen über die Wahrscheinlichkeit der Kreditrückzahlungen liefert. Dieser Wert ergibt sich mittels eines Algorithmus der auf die entsprechende Branche zugeschnitten wird. Dadurch können unterschiedliche Scoring-Werte für dieselbe Person entstehen.

Das Scoring-Verfahren kann der Entscheidungsfindung dienlich sein, sollte jedoch nicht als alleiniges Kriterium Anwendung finden. Gerade im Kreditgeschäft gibt es noch zahlreiche Faktoren, die für oder gegen eine Vergabe sprechen. Zutreffend ist jedoch, dass hohe Schufa-Scoring-Werte bislang noch nicht korrigiert werden mussten.

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