Kredit für Vereine – Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick

Kredit Tilgung

Kredit für Vereine: ein komplexes Thema. Wichtig wird es für einen Verein, wenn ein spezielles oder allgemeines Projekt realisiert werden soll, für das die Finanzierung nicht so einfach über das Vereinsguthaben möglich ist. Für kleinere wie große Vereinigungen bieten Kredite eine gute Möglichkeit, diese Finanzierung zu realisieren. Allerdings sind die wichtigen Punkte rund um ein Darlehen auf den ersten Blick schwer zu durchschauen. Es gibt vieles zu beachten: zu erfüllende Bedingungen, Rückzahlung, persönliche Haftung und Unterschiede in den Kreditvarianten. Hiervon sollten sich Vorstände, Kassenwarte und Schatzmeister aber nicht abschrecken lassen. Ein gut geplanter Kredit kann für einen Verein einen großen Schritt nach vorne bedeuten. Mit diesem Artikel sollen die Entscheidungsträger eine kleine Hilfe für den Durchblick und die richtigen Entscheidungen im Prozess zu einem Kredit für Vereine, Clubs oder ähnliche Zusammenschlüsse erhalten. Ein Kredit sollte immer überlegt und abgewogen werden, bevor sich ein Verein womöglich leichtfertig in eine Verschuldung begibt, die ihm später Probleme bereiten kann. Erste Voraussetzung ist ein genaues Ziel, das mit allen Entscheidungsträgern auf der Vereinsebene abgestimmt sein sollte. Anschließend kann dann die Frage nach der genauen Umsetzung folgen.

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Inhaltsverzeichnis

  • 1. Warum überhaupt einen Kredit aufnehmen?
  • 2. Rechtliche Grundlagen recherchieren
  • 3. Voraussetzungen für einen Kredit
  • 4. Welche Bedingungen für einen Kredit zwingend sind
  • 5. Beantragung des Kredits
    • 5.1 Zweckgebundene und nicht zweckgebundene Kredite
  • 6. Probleme bei Kreditaufnahme durch Verein
    • 6.1 Kredite für Vereine durch die Vereinsmitglieder
  • 7. Wenn der Verein einen Kredit vergibt
  • 8. Fazit: Kredite für Vereine günstig mit Ratenkredit finanzieren

1. Warum überhaupt einen Kredit aufnehmen?

Was genau wäre ein Ziel, für das sich eine Kreditaufnahme für den Verein lohnt? Wer sich im Internet genauer zum Thema Kreditvergabe und -optionen einliest, wird sicher schon eine Idee im Hinterkopf haben, wofür sein Verein ein Darlehen gebrauchen könnte. Vielleicht hat er auch schon eine ganz exakte Vorstellung eines Projekts oder sogar bereits Berechnungen angestellt und weiß daher genau, was er sucht und benötigt. Wer aber noch nie einen Kredit für seinen Verein aufgenommen hat, wird sicher zunächst abgleichen wollen, ob sein Projekt sinnvoll für einen Kreditantrag erscheint. Beispiele für häufige Kreditaufnahmen eines Vereines:

  • Bau oder Kauf eines Clubhauses oder einer anderen Immobilie
  • Renovierung oder Restaurierung einer vereinseigenen Immobilie
  • Ausrichtung eines großen Festes oder einer Veranstaltung
  • Größere Anschaffung für die Nutzung durch den Verein

Jeder Verein hat seine eigenen Bedürfnisse und Ziele, die in seiner Satzung festgeschrieben sind. Früher oder später gelangen aber viele Vereinigungen an einen Punkt, an dem ein Clubhaus oder ein spezieller Versammlungsort auf die Agenda wandert. Ab einer bestimmten Größe werden Versammlungen bei Mitgliedern zu Hause zu ausufernd, gleichzeitig aber regelmäßige Treffen in angemieteten Räumen zu teuer. Dann wird es Zeit, dem Verein einen festen Sitz zu gewähren, an dem sich Mitglieder und Gäste versammeln, absprechen und ihren Vereinsaktivitäten nachgehen können. Nach außen wirkt ein eigenes Vereinsgebäude zudem viel seriöser und ist oft der entscheidende Schritt von einem Hobby hin zu einer echten Adresse. Aber nicht nur die Repräsentation nach außen, sondern auch die Identifikation nach innen ist ein guter Grund für ein Clubhaus oder eine andere Form einer vereinseigenen Immobilie. Menschen neigen dazu, sich mit Orten zu identifizieren. Und Identifikation ist das Blut eines Vereines, ohne das die ganze Satzung und Vereinsregistrierung nur mehr leere Hüllen sind.

2. Rechtliche Grundlagen recherchieren

Vereine müssen bestimmte Gesetze befolgen, das gilt auch im Zusammenhang mit Darlehen oder Kredite. Vor der Aufnahme eines Kredits heißt es, sich mit den entsprechenden Gesetzen vertraut zu machen. Ein Kreditantrag muss in der Mitgliederversammlung diskutiert und beschlossen werden. Ein Mitgliederbeschluss ist die rechtlich zulässige Grundlage für die Aufnahme eines Vereinskredits. Bei der Aufnahme von Krediten müssen die Mitglieder darauf achten, dass diese zu den marktüblichen Konditionen erfolgt. Der Zinssatz darf den bei regulären Banken üblichen nicht übersteigen.

3. Voraussetzungen für einen Kredit

Damit eine Bank einen Kredit für Vereine bewilligt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Das unterscheidet Vereine nicht von Privatpersonen. Aus der Perspektive der Bank ist das nachvollziehbar: Wer Geld verleiht, möchte sich darauf verlassen können, dieses zurückzubekommen. Grundsätzlich gilt ebenso wie bei Krediten einer Privatperson, dass keine Bank zur Vergabe eines Kredits verpflichtet ist und entsprechend kein Verein ein Recht auf einen Kredit hat. Am Ende entscheidet immer die Bank, ob sie einen Kredit bewilligt oder nicht. Einige Punkte sind für die Kreditvergabe zwingend erforderlich, andere können hilfreich sein. Was ein Verein auf jeden Fall erfüllen sollte:

  • Erfüllung formaler Bedingung und Eintragung als Verein.
  • Ansprechpartner (Vorstand, Kassenwart) ist vorhanden.
  • Verein muss über Einkommen verfügen.
  • Verein muss als juristische Person agieren.

Hilfreiche Aspekte sind darüber hinaus:

  • Der Verein ist bereits als Kreditnehmer aufgetreten.
  • Der Verein ist als gemeinnützig registriert.
  • Der Verein verfügt über Eigentum/Vermögen.
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4. Welche Bedingungen für einen Kredit zwingend sind

Zunächst muss es sich um einen eingetragenen Verein handeln. Auch wenn die meisten Vereine dieses Kriterium erfüllen, lohnt es sich, kurz darauf einzugehen. Bei der Gründung muss ein Verein neben einer Satzung und einem Versammlungsprotokoll der Eröffnungsversammlung bestimmte Ämter vergeben und vor allem mindestens sieben ordentliche (also registrierte) Mitglieder haben. Die Mitgliederzahl darf zu keinem Zeitpunkt unter drei fallen. Nach der Registrierung kann theoretisch ein Verein weiterexistieren, wenn etwa die Ämter nicht mehr aktuell ausgeübt werden. Kreditinteressenten sollten sich daher versichern, dass der Verein über einen aktiven und gewählten Vorstand, einen Kassenwart und die nötige Mitgliederanzahl verfügt.

Durch den Vorstand und/oder den Kassenwart kann der Verein zudem mit einer klaren Ansprechperson bei der Bank vorsprechen. Diese benötigt der Kreditgeber auch, um einen direkten Kontakt etwa bei Problemen und Verzögerungen zu haben.

Dass ein Verein als juristische Person agiert, ist hierbei obligatorisch. Per Gesetz ist ein Verein als solche definiert, sofern er alle Bedingungen einer Vereinsexistenz nachweislich erfüllt. Auch hier gilt also: Einmal überprüfen, ob regelmäßige Mitgliederversammlungen stattfinden und protokolliert werden, alle Ämter besetzt sind und eine entsprechende Mitgliederanzahl erreicht ist.

Interessanter wird es beim Einkommen. 150 Euro an Mitgliedsbeiträgen im Jahr werden nicht ausreichen, um einen Kredit zu bekommen. Denn jeder Kreditgeber möchte sich sicher sein können, sein Geld zurückgezahlt zu bekommen.

Ein Verein ohne regelmäßiges Einkommen wird keinen Kredit bewilligt bekommen. Einkommen kann über Beiträge, Verkaufserlöse, Eintrittsgelder, Preisgelder oder andere Quellen generiert werden. Auch Spenden oder Erbschaften können für das nötige Kapital in der Vereinskasse sorgen. Alles sollte über ein ordentliches und auf den Verein zugelassenes Bankkonto laufen, dessen Auszüge der Bank bei Kreditantrag vorgelegt werden können. Diese Auszüge sollten belegen können, dass nicht durch zufällige Ereignisse wie einmalige Spenden oder Erbschaften das eigentliche Einkommen des Vereins erreicht wird, sondern in erster Linie durch planbare Geldflüsse.

Unterstützend für eine Kreditbewerbung können Faktoren wie Vereinseigentum sein, das der Bank als Sicherheit dient. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die gemeinnützige Registrierung. Kleine Vereine können zwar ohne diesen Zusatz existieren, müssen aber bei einem Kredit mit Privateigentum haften und gehen somit für ihren Verein ein höheres Risiko ein. Gemeinnützige Vereine haften dagegen nur mit Vereinsgeldern und -eigentum.

5. Beantragung des Kredits

Ist die Entscheidung getroffen und alle Bedingungen erfüllt, steht der Beantragung eines Kredits nichts mehr im Wege. Mindestens Vorstand und Schatzmeister sollten sich hierbei eng absprechen, um niemanden zu übergehen. Bei kleinen Vereinen sollten alle Mitglieder befragt werden, ob sie einer Kreditaufnahme zustimmen.

Viele Banken bieten spezielle Kredite für Vereine an. Diese orientieren sich dabei häufig an Kreditformen für Selbstständige und Freiberufler, da die Grundlagen für die Bank ähnlich sind: schwankende Einnahmen des Kreditnehmers und Anfälligkeit gegenüber unvorhergesehenen Ereignissen.

Eventuell lohnt es sich, bei verschiedenen Banken vorzusprechen und sich konkrete Angebote für Kredite einzuholen. In der Regel stellen für Vereine vergebene Kredite Ratenkredite dar, die also mit einer klaren Laufzeit und über eine monatliche Rate zurückgezahlt werden müssen. Die genaue Rückzahlungsdauer unterscheidet sich bei den Banken und kann auf die Bedürfnisse des Vereins abgestimmt werden.

Die Hausbank kann einen Kontokorrentrahmen ermöglichen, der wie ein Dispo für den Verein funktioniert, also eine kurzzeitige Überziehung gegen Zinsgebühr des eigenen Kontos ermöglicht.

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5.1 Zweckgebundene und nicht zweckgebundene Kredite

Kredite werden zweckgebundene oder nicht zweckgebunden aufgenommen. Zweckgebunden bedeutet: die Verwendung für ein bestimmtes Projekt oder eine Anschaffung. Bei einem solchen Kredit wird verlangt, dass mindestens 80 Prozent der Kreditsumme für diesen Zweck eingesetzt werden. Banken werden die Verwendung prüfen und beispielsweise Rechnungen für Handwerker oder Anschaffungen einfordern. Bei nicht zweckgebundenen Krediten kann die Verwendung der Mittel nach Belieben erfolgen.

6. Probleme bei Kreditaufnahme durch Verein

Nimmt ein Verein einen Kredit auf, wird unter Umständen auf lange Sicht ein möglicherweise beträchtlicher Teil der verfügbaren finanziellen Mittel gebunden. Ist eine Kreditaufnahme vorgesehen, muss die Entscheidung Ausdruck einer ordnungsgemäßen Wirtschaftsführung sein. Der Kredit muss von dem in der Vereinssatzung dafür benannten Organ (oft Mitgliederversammlung) beschlossen werden.

Nimmt der Vorstand trotz Zuständigkeit der Mitgliederversammlung einen Kredit auf und es fehlt somit die Legitimierung durch einen Beschluss der Mitgliederversammlung, werden Vorstandsmitglieder möglicherweise in die persönliche Haftung genommen. Die persönliche Haftung tritt ebenso dann ein, wenn einem Kredit marktunübliche Konditionen zugrunde liegen.

Grundsätzlich haftet der Vorstand nicht persönlich für die Kreditschulden des Vereins, obwohl das in den Medien oft so dargestellt wird. Es müssen schon Tatsachen vorliegen, die eine Haftung begründen. Regelmäßig ist das beim nicht eingetragenen Verein der Fall. Auch wenn der Vorstand gegenüber dem Kreditgeber eine Bürgschaft eingeht, ist die persönliche Haftung der Vorstandsmitglieder gegeben (etwa durch eine Bürgschaft).

6.1 Kredite für Vereine durch die Vereinsmitglieder

Ist ein Verein nicht schon seit einiger Zeit etabliert und nicht im Besitz finanzieller Sicherheiten, wird er meist keinen Vereinskredit bekommen. Die Lösung können einzelne Vereinsmitglieder sein, die als Kreditnehmer fungieren. Falls erforderlich, setzen mehrere Mitglieder des Vereins die Unterschrift unter den Kreditantrag. Dabei gelten grundsätzlich solche Bedingungen wie bei anderen Krediten.

Die Bonität der Mitglieder wird von der Bank geprüft. Das Einkommen entscheidet wesentlich über die Kreditwürdigkeit mit. Die Kriterien für die Vergabe eines Vereinskredits gleichen denen bei anderen Ratenkrediten. Obwohl diese Kredite durch Privatpersonen aufgenommen werden, erfolgt die Weitergabe der Kreditsumme an den Verein. Die Raten überweist der Verein an die Kreditnehmer, die das Geld an die Bank weiterleiten müssen. Die Haftung für den Kredit gegenüber der Bank obliegt in letzter Instanz dem oder den Kreditnehmern. Sollte der Verein zahlungsunfähig sein, muss die Kreditrückzahlung bis zur abschließenden Tilgung weiterlaufen. Für die Vereinsmitglieder bedeutet die Kreditaufnahme für den Verein ein gewisses Risiko.

Im Gegensatz zu einigen anderen Banken, schneidet die IN-DiBa oftmals günstiger ab

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7. Wenn der Verein einen Kredit vergibt

Ein Verein kann nicht nur selbst einen Kredit aufnehmen, auch der umgekehrte Fall ist möglich. Für einen Kredit durch einen gemeinnützigen Verein sind verschiedene Fälle denkbar. Die gemeinnützigkeitsrechtlichen Regelungen begrenzen die Darlehensvergabe. Grundsätzlich wird allein die Vermittlung und Bereitstellung von Kredit keine Anerkennung der Gemeinnützigkeit begründen. Eine Kreditvergabe ist als ein möglicher Satzungszweck des Vereins zulässig. Die Darlehensvergabe verbietet sich aus Mitteln, die zeitnah benötigt werden. Wird ein Darlehen vergeben, unterliegen die Laufzeiten einer Frist von unter zwei Jahren.

Hingegen können zweckgebundene und nicht benötigte Rücklagen ohne Beschränkungen sogar für längerfristige Darlehen zum Einsatz kommen. Satzungszwecke können eine Darlehensvergabe beispielsweise für bestimmte Stipendien, an andere gemeinnützige Körperschaften (Fördervereine) oder im Rahmen der Vermögensverwaltung vorsehen.

Bei Ausfall des Darlehens drohen gemeinnützigkeitsschädliche Verluste. Eine marktübliche Verzinsung muss vorliegen, damit es zu keiner unerlaubten Begünstigung des Kreditnehmers kommt. Das ist besonders wichtig, wenn der Kreditnehmer nicht gemeinnützig ist.

Darlehen können an Arbeitnehmer des Vereins vergeben werden, wobei sich ein Verzicht auf eine Verzinsung nicht als unschädlich auf den Status der Gemeinnützigkeit auswirkt. Dabei ist der Zinsverzicht als zusätzlicher Lohn zu betrachten.

Wesentliche Grenzen bei der Vergabe von Darlehen werden durch das Kreditwesengesetz bestimmt. Eine Kreditvergabe in größerem Umfang würde gewerbsmäßige Bankgeschäfte bedeuten, die zulassungspflichtig sind und der Aufsicht der BaFin unterliegen. Die Anforderungen dafür wird ein Verein kaum erfüllen können.

8. Fazit: Kredite für Vereine günstig mit Ratenkredit finanzieren

Bei der Finanzierungen für Anschaffungen und Projekten in Vereinen kommen in erster Linie Angebote von einfachen Ratenkrediten infrage. Die Aufnahme eines Ratenkredits kann ein Verein einfach in die Wege leiten. Der Kredit ist ein unkompliziertes Finanzprodukt, was sich im einfachen Aufbau mit Ratenzahlungen und Laufzeit zeigt. Die Zinssätze bei Ratenkrediten sind dank der Angabe „effektiver Zins pro Jahr“ transparent gestaltet und unter gleichen Voraussetzungen gut miteinander vergleichbar. Natürlich sind die Zinssätze für Ratenkredite und die Konditionen insgesamt von Bank zu Bank unterschiedlich.

Will der Verein günstig finanzieren, sollten mehrere Kreditangebote einem Vergleich unterzogen werden. Ist der Verein längere Zeit aktiv und finanziell stabil, kann das Darlehen direkt über den Verein laufen. Die Voraussetzungen werden von großen Vereinen am ehesten erfüllt. Für neue und kleine Vereine ist eine Kreditaufnahme direkt über den Verein oftmals problematisch, da Banken einen Kredit nur bei Sicherheiten bewilligen. Es gibt aber für den Verein weitere Möglichkeiten wie Kredit durch Mitglieder oder durch einen anderen Verein.

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