Wohnungsbauprämie: Schnell Taschengeld vom Staat sichern!

WohnungsbauprämieSchließt man einen Bausparvertrag ab, kommt unweigerlich die Frage auf, ob man staatliche Förderungen in Form von Wohnungsbauprämien in Anspruch nehmen möchte. Dabei liegt die Entscheidung jedoch nicht allein beim Bausparer. Der Staat verlangt die Erfüllung einiger Anforderungen ehe der Bausparer in die Gunst der Wohnungsbauprämie kommt. Welche das sind und worauf man sonst noch achten sollte, erfahren Sie hier!

Alle Fakten zum Ratgeber „Wohnungsbauprämie“ im Überblick:

  • Wohnungsbauprämie gibt es nur in Kombination mit Bausparverträgen
  • Wohnungsbauprämie beläuft sich auf 8,8 Prozent der Eigenleistung
  • Bausparer müssen jährlich mindestens 50 Euro sparen
  • Das Nettojahreseinkommen eines alleinstehenden Bausparers darf maximal 25.600 Euro betragen
  • Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage können nicht gemeinsam für einen Bausparvertrag genutzt werden
  • Wohnungsbauprämien können nur währen der Sparphase beansprucht werden

Wie sehen die Kriterien im Einzelnen aus? Und was ist der Unterschied zwischen Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage? Das alles, können Sie in dem folgenden Ratgeber nachlesen!

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Inhaltsverzeichnis

  • 1. Was ist eine Wohnungsbauprämie?
  • 2. Der Unterschied von Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage
  • 3. Gibt es Beschränkungen oder Anforderungen?
  • 4. Fazit: Ideal für die Zukunft im Eigenheim

1. Was ist eine Wohnungsbauprämie?

icon_FAQsBei einer Wohnungsbauprämie handelt es sich um einen staatlichen Zuschuss für Bauvorhaben. Im Jahr 2006 machte der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück von sich reden, als er Vorschlug, die Wohnungsbauprämie in einen Staatlichen Wohnungsbauzuschuss innerhalb der Riester Rente umzuwandeln. Dieses Vorhaben konnte er nicht umsetzen, allerdings kam es im Jahr 2009 zu einigen Änderungen. Die Befürchtungen, dass die Wohnungsbauprämie abgeschafft werden könnte, bestätigten sich jedoch nicht. Die Änderungen betreffen vor allem die Beschränkungen und Anforderungen an die Bausparer, welche in Punkt 3 näher erläutert werden.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland Bausparverträge. Die Bausparkassen wurden zumeist von Architektenverbänden oder Handwerker-Zusammenschlüssen gegründet um den Traum vom Eigenheim auch für den Otto-Normal-Bürger Wirklichkeit werden zu lassen. Im Zuge dessen kam schließlich die staatliche Förderung für Bausparverträge auf. Die ersten gesetzlichen Steuererleichterungen traten 1934 in Kraft, während die Wohnungsbauprämie im eigentlichen Sinne noch bis zum Jahr 1952 auf sich warten ließ. Am 17.03.1952 wurde sie schließlich ausgefertigt und seither einmal am 30.10.1997 neugefasst und zuletzt am 18.07.2014 geändert.

Das Wohnungsbau-Prämiengesetz, kurz WoPG, wurde vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereits online gestellt und ist für jeden Bürger einsichtig. Es umfasst insgesamt 10 Paragraphen. Hierin ist geregelt, welche Personen Prämienberechtigt sind, wie hoch die Prämie ausfällt, wofür die Prämie verwendet werden darf und wo sie steuerrechtlich anzusiedeln ist. So zählt die Wohnungsbauprämie zum Beispiel nicht zu den Einkünften und muss daher auch nicht bei der Einkommenssteuererklärung als solches aufgeführt werden. Auf einzelne Paragraphen des WoPG wird in den nächsten Abschnitten näher eingegangen.

Das Wohnungsbau-Prämiengesetz wurde am 17.03.1952 ausgefertigt. Wohnungsbauprämien sind staatliche Förderungen von Bausparverträgen. Die Details sind in den zehn Paragraphen des WoPG geregelt.

2. Der Unterschied von Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage

icon_VergleichDie Wohnungsbauprämie wird an Bausparer gezahlt. Dabei regelt §1 des WoPG noch einmal genau, welche Personen prämienberechtigt sind. Es muss sich um einkommenssteuerpflichtige Personen handeln, die bereits das 16. Lebensjahr vollendet haben. Vollwaisen steht die Wohnungsbauprämie bereits eher zu, trotzdem müssen sie der Einkommenssteuerpflicht unterliegen um auch bezugsberechtigt zu sein.

Zudem wird eine Wohnungsbauprämie laut § 1 WoPG nur dann ausgezahlt, wenn für das Sparvorhaben keine Arbeitnehmer-Sparzulage angerechnet wird. Es ist zwar durchaus möglich sowohl eine Wohnungsbauprämie und eine Arbeitnehmer-Sparzulage zu beziehen, aber nicht im selben Sparvertrag. Bei der Wohnungsbauprämie werden nur Verträge geltend gemacht werden, die für den Bau, Kauf oder die Sanierung einer Immobilie verwendet werden sollen. Die Arbeitnehmer-Sparzulage kann hingegen auch für Anlagen in Aktienfonds beantragt werden.

Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie wird nur während der Sparphase gewährt

Außerdem bezieht sich die Wohnungsbauprämie im Gegensatz zur Arbeitnehmer-Sparzulage nicht auf die Vermögenswirksamen Leistungen, sondern auf die selbst erbrachten Sparbeiträge. Insofern macht es aus Sicht des Arbeitnehmers auch durchaus Sinn den eigenen Bausparvertrag mit zu besparen. Die Arbeitnehmer-Sparzulagen sind für Alleinstehende mit 9 Prozent der Vermögenswirksamen Leistungen auf 470 Euro im Jahr beschränkt. Die Höhe der Wohnungsbauprämie beläuft sich laut WoPG zwar nur auf 8,8 Prozent, dafür liegt der maximale Prämienbetrag jedoch bei 512 Euro pro Jahr. Am geschicktesten wäre es einen Bausparvertrag für die Vermögenswirksamen Leistungen und den damit verbundenen Arbeitnehmer-Sparzulagen zu führen und einen Bausparvertrag selber zu besparen und hier die Wohnungsbauprämien zu kassieren.

Die Wohnungsbauprämie und VwL im Vergleich

Die Zuschüsse beziehen sich auf verschiedene Sparbeträge

Sowohl bei der Wohnungsbauprämie, als auch bei der Arbeitnehmer-Sparzulage handelt es sich um staatliche Zuwendungen. Die Wohnungsbauprämie kann nur für Bausparverträge beantragt werden und bezieht sich auf die erbrachten Eigenleistungen des Bausparers. Die Zuwendungen können nicht gleichzeitig für einen Bausparvertrag beansprucht werden.

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3. Gibt es Beschränkungen oder Anforderungen?

icon_VerbrauchertippsAuch der Staat hat nichts zu verschenken und hat daher einige Anforderungen an seine Sparer. Diese Einschränkungen haben den Zweck, dass die finanzielle Unterstützung auch wirklich denen zu Gute kommen soll, die darauf angewiesen sind. Nur weil grundsätzlich ein Interesse besteht ein eigenes Heim zu besitzen, heißt das nicht, dass man gleich Anrecht auf die Wohnungsbauprämie hat. Anders herum kann sich auch nicht jeder einkommenssteuerpflichtige Bürger die Wohnungsbauprämie sichern um sie dann anderweitig zu investieren.

Um den Staat also vor überflüssigen Ausgaben zu schützen, wurden einige Bedingungen gestellt. So muss natürlich als aller erstes ein Bausparvertrag abgeschlossen werden, welche mit mindestens 50 Euro pro Jahr bespart wird. Das Nettojahreseinkommen darf maximal 25.600 Euro für Alleinstehende oder 51.200 Euro für Ehegatten betragen. Dies hört sich im ersten Moment weniger an, als es eigentlich ist. Um die Arbeitnehmer-Sparzulage in Anspruch nehmen zu können, muss das Nettojahreseinkommen sogar noch geringer sein.

Zudem ist es zwingend notwendig, dass mit diesem Bausparvertrag auch tatsächlich Bau- oder Renovierungskosten beglichen werden. Dies bestätigt der Bausparer mit seiner Unterschrift. Wird später auch das Bauspardarlehen (Bankdarlehen) in Anspruch genommen können Bausparkasse oder auch der Staat Belege zum Nachweis verlangen. Daher sollte der Bausparvertrag auch tatsächlich für die vorgesehenen Zwecke verwendet werden.

Bausparer, die bei Abschluss des Bausparvertrags unter 25 Jahre alt waren, können über ihren Bausparvertrag nach Zuteilung frei verfügen und trotzdem die Wohnungsbauprämie in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für Bausparer, deren Verträge vor dem Jahr 2009 abgeschlossen wurden. Nach Ablauf einer Vertragszeit von sieben Jahren können die Bausparsummen inklusive der Wohnungsbauprämien völlig frei verwendet werden.

Die Wohnungsbauprämie wird nicht an alle deutschen Staatsbürger ausgezahlt, sondern nur an Bausparer. Diese müssen jedoch noch die Bedingungen erfüllen mindestens 50 Euro pro Jahr zu sparen und maximal 25.600 Euro Nettogehalt pro Jahr als Alleinstehende zu verdienen. Außerdem darf der Bausparvertrag mit Wohnungsbauprämie nur für Immobilienprojekte verwendet werden. Davon ausgenommen sind Bausparverträge die vor 2009 oder vor dem vollendeten 25sten Lebensjahr abgeschlossen wurden.

4. Fazit: Ideal für die Zukunft im Eigenheim

icon_FazitDie Wohnungsbauprämie ist ein netter Zuschuss, wenn man plant seinen Bausparvertrag allein zu besparen und das Geld auch tatsächlich für Immobilienprojekte nutzen will. Auf diesem Weg lassen sich zusätzlich bis zu 512 Euro pro Jahr verdienen, die noch nicht einmal versteuert werden müssen. Auch wenn es vor zehn Jahren so aussah, als ob die Wohnungsbauprämie abgeschafft werden sollte, kann nach wie vor fest damit gerechnet werden. Lediglich ein paar Bedingungen hinsichtlich der jährlichen Mindestsparsumme von 50 Euro und dem maximalen Nettojahreseinkommen von 25.600 Euro für alleinstehende Personen gilt es einzuhalten. Außerdem gilt es bis zu einem bestimmten Nettojahreseinkommen abzuwägen, ob der Bausparvertrag lieber für die Arbeitnehmer-Sparzulage oder für die Wohnungsbauprämie genutzt werden soll. Diese staatlichen Zuwendungen können nämlich nicht gemeinsam in einem Bausparvertrag genutzt werden.

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